Kriminalität ist in Geilenkirchen rückläufig

Von: Georg Schmitz
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Geilenkirchen. Was hat das städtische Jugendamt in anderthalb Jahren geleistet? Dem Jugendhilfeausschuss der Stadt Geilenkirchen berichtete der Leiter des städtischen Jugendamtes, Wilfried Schulz, über die bisher geleistete Arbeit seit Beginn der Eigenständigkeit vor rund 18 Monaten.

Es habe sich als richtige Entscheidung erwiesen, seinerzeit die Jugendhilfe selber in die Hand zu nehmen und ein eigenes Jugendamt zu gründen. „Wir beobachten einen Rückgang der Jugendkriminalität in Geilenkirchen”, teilte er unter anderem mit. Allerdings sei diese Feststellung nicht an gesicherten Daten festzumachen. Die beiden „Streetworker”, Angelique Ernst (26) und Michael Göbbels (26) erzählten dem Ausschuss von ihrer aufsuchenden Jugendarbeit. Sie würden vielerorts Präsenz zeigen und die Jugendlichen im Wurmauenpark und den Außenorten aufsuchen.

„Jugendliche teilen uns ihre Bedürfnisse mit, wir versuchen diese an die Stadt weiterzutragen”, erklärte Michael Göbbels. „Wenn man den Bericht hört, denkt man, hier haben wir eine heile Welt”, hinterfragte Gabi Kals-Deussen (SPD) die andere Seite, denn: „Wir hören auch von Vandalismus und Schmierereien, was können die beiden Streetworker dazu sagen?” „Unsere aufsuchende Jugendarbeit ist anders gestaltet als anderswo”, meldete sich Schulz zu Wort und nannte ein Beispiel: „Die Skater-Anlage hatte mal einen schlechten Ruf.

Weil dort Drogen konsumiert wurden, ließen die Eltern ihre Kinder dort nicht mehr hin.” Das Jugendamt sorge jetzt dafür, dass dies anders wird und rede mit den Jugendlichen. „Werden bei dem neuen Konzept die schwierigen Jugendlichen erst mal außen vor gelassen?”, wollte Stefan Mesaros vom Caritas-Verband wissen. Gabi Kals-Deussen meinte sogar den „Weg des geringsten Widerstands” zu erkennen. Dies sei ein falscher Eindruck, es gehe nicht um heile Welt, warf Jugendamtsleiter Wilfried Schulz ein: „Wir betreuen auch Intensivtäter.” Die Leiterin der Sozialen Dienste, Birgit Gerhards betonte, dass sich das Jugendamt auch um auffällige Jugendliche kümmere.

Es gebe jede Menge Schnittstellen, denn in den verschiedenen „Interessengruppen” seien auch schwierige Jugendliche zu finden. „Wir kommen mit allen Jugendlichen ins Gespräch”, erwähnte Michael Göbbels. Als bedenklich sah Kindertagesstättenleiterin Ingrid Grein die Situation am ehemaligen Spielplatz neben der Wurmbrücke zum Beamtenparkplatz an. „Eine Kindeswohlgefährdung entsteht auch durch die Gruppe von Alkoholikern, zu denen sich zwischenzeitlich auch Jugendliche gesellen”, erklärte Ingrid Grein. Eine ihrer Erzieherinnen sei zudem schon derart bedroht worden, dass die Polizei gerufen werden musste. Mittlerweile säßen sogar junge Mädchen bei den Alkoholikern. Beigeordneter Herbert Brunen schob der Polizei den Schuh zu, diese sei zuständig.

Die Stadt würde ordnungsrechtlich schon viel tun, aber: „Wenn die dort nur sitzen und trinken und nichts tun, können wir sie nicht vertreiben.” Warum dies denn in anderen Städten möglich sei, schließlich gehe es um das Wohl der Kinder. Grein weiter: „Mir ist in keiner anderen Stadt bisher so eine Ansammlung von Alkoholikern begegnet.” Familienrichterin Marianne Müller-Ohligschläger meldete sich zu Wort.

Sie gehe selber ungern über die Brücke und sie habe dort schon mehrfach Kinder im Alter von acht, zehn oder zwölf Jahren sitzen sehen. Ein Vorschlag aus dem Ausschuss: Die als Sitzbank genutzte Steinmauer zu entfernen, dann erledige sich das Problem von alleine. Brunen versprach, sich des Problems verstärkt anzunehmen. Marianne Müller-Ohligschläger gefiel das Konzept der aufsuchenden Jugendarbeit: „Über die weißen Schafe an die schwarzen heranzukommen.”

Aber an die Streetworker gerichtet sagte die Richterin: „Seien Sie nicht zu blauäugig, manche Jugendliche erzählen Ihnen viel, aber man darf nicht alles glauben.” Georg Nebel, Vertreter der evangelischen Kirche, wünschte sich mehr Informationen im Vorfeld der Ausschusssitzungen. Der gleichen Meinung war auch Ruth Thelen (Bündnisgrüne): „Damit man sich vorher Gedanken machen kann.”
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