Krimi-Autor spürt Karten Mercators auf

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Das Glück des Tüchtigen hatte Albert Baeumer, der jetzt zwei seltene Mercator-Atlanten mit zahlreichen Kupferstichen fand. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Das Glück des Aufmerksamen hatte Albert Baeumer, der sich jetzt als Besitzer zweier seltener Mercator-Atlanten mit zahlreichen Kupferstichen glücklich schätzen kann. „In diese Richtung forsche ich schon lange”, erzählt der Gangelter, der in Geilenkirchen lebt.

Immer wieder hat er gesucht, unter anderm Auktionen beobachtet und wurde nun in einem Antiquariat in Ostdeutschland fündig, wo er gleich zwei Fragmente von Original-Atlanten des großen Kartographen Gerhard Mercator aufspürte.

Das in den Büchern aus dem 17. Jahrhundert zum Teil nur noch die Textseiten zu finden sind, ist darauf zurück zu führen, dass Karten aus jener Zeit einen hohen Sammlerwert haben und zum Leidwesen der Freunde des Gesamtwerks zum großen Teil aus den Büchern herausgetrennt wurden.

Vorhanden sind jedoch noch zahlreiche originale Kupferstichbilder Gerhard Mercators, die die damaligen Karten aus allen Teilen der Welt in bester Qualität aufzeigen.

Diese Kupferstiche wurden ebenfalls in Antiquariaten gefunden. Die in Leder gebundenen Bücher tragen entsprechend der Zeit goldgeprägte Ornamente. Der Rückenbezug ist teils beschädigt; darunter kommt eine mittelalterliche Handschrift zum Vorschein.

Das macht die Geschichte der Werke um so spannender. Dass man die Welt zu Mercators Zeiten für wesentlich einfacher strukturiert hielt, als wir das heute wissen, zeigt die einleitende Beschreibung: „Atlas Minor, eine kurze, jedoch gründliche Beschreibung der ganzen Welt...”

Auch der Gangelter Historiker und Mercator-Kenner Dr. Martin Achten ist außerordentlich erfreut über den Fund der alten Landkarten aus dem 17. Jahrhundert.

Dass die Eltern des weltbekannten Kartographen aus Gangelt stammten, gibt der Geschichte des Ortes eine besondere Note. „Der jetzige Atlasfund”, so der Heimatforscher Dr. Achten, „wertet die historische Mercator-Geschichte für Gangelt enorm auf.”

Gangelt war im 15. und 16 Jahrhundert ein Zentrum für Handel und Handwerk. So war der Ort bereits vor dem 16. Jahrhundert ein wichtiger Handels- und Durchgangsort auf der vielbereisten Route Köln - Antwerpen. Auf diesen Handelswegen verkehrten schon damals zahlreiche Geschäftsleute, die auf der Durchreise in Gangelt einkehrten.

500. Geburtstag

Der Geograph und Mathematiker Mercator hat den historischen Atlas als Weltkarte geschaffen und somit für viele Länder den Aufbau von Handelsbeziehungen ermöglicht.

Was nun mit den beiden Atlanten geschehen wird, ist noch offen. Mercator, der am 5. März 1512 in Rupelmonde, Flandern geboren wurde und am 2. Dezember 1594 in Duisburg starb, feiert in knapp drei Jahren seinen 500. Geburtstag. „Vielleicht kann man ja da was machen”, so Baeumer.

Dass Albert Baeumer zusammen mit Alfred Bekker Mercator mit dem Krimi „Mercator, Mord und Möhren” auch in der Neuzeit ein Denkmal gesetzt hat, ist bekannt.

Bekannt ist auch, dass mit „Kaffee, Kunst und Kaviar” eine Fortsetzung erschienen ist. Darin spielt der Maler und Grafiker Albrecht Dürer, der ebenfalls durch Gangelt kam, eine Rolle.

Wie es mit den Romanen weitergeht, verrät Baeumer nicht. Nur seine Frage „Wissen Sie eigentlich, dass Karl der Große auch mal in Gangelt war?”, lässt Mutmaßungen über den dritten Band aufkommen.

Am 12. Juni lesen Albert Baeumer und sein Krimiheld, der Reporter Georg Schmitz, um 19 Uhr im Gangelter Erzählcafe aus „Kaffee, Kunst und Kaviar”.
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