Kreis Heinsberg: Kriminalität in Geilenkirchen am höchsten

Von: Jan Mönch
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In Geilenkirchen und Übach-Palenberg war die Kriminalität im Kreis Heinsberg 2016 wieder am höchsten. Symbolfoto: Silas Stein/dpa

Geilenkirchen. Geilenkirchen und Übach-Palenberg sind auch im Jahr 2016 wieder die kriminellsten Städte im Kreis Heinsberg gewesen. Wie schon im Jahr 2015 lag Geilenkirchen dabei noch vor Übach-Palenberg. Während die Kriminalität allerdings in Geilenkirchen anstieg, ging sie in Übach-Palenberg zurück.

Die These ergibt sich aus der sogenannten Kriminalitätshäufigkeitszahl. Hierbei handelt es sich nicht um die absolute Zahl an Straftaten in einer Kommune (hierbei lägen Hückelhoven, Erkelenz und Heinsberg vorn, in dieser Reihenfolge), sondern die Zahl an Straftaten gerechnet auf 100.000 Einwohner. Es wird also praktisch so getan, als ob alle zehn Kommunen im Kreis Heinsberg gleich groß sind.

Dadurch sind die Zahlen weit aussagekräftiger als ein reiner Vergleich der absoluten Zahlen, denn sie werden durch die in Wirklichkeit ja sehr unterschiedlich großen Einwohnerzahlen nicht mehr verzerrt. Nicht zuletzt gibt die Statistik so auch Aufschluss darüber, wo die Wahrscheinlichkeit am größten ist, Opfer einer Straftat zu werden.

Es zeigt sich: Während die Kriminalitätshäufigkeit in Übach-Palenberg von 9245 relativ deutlich auf 8570 zurückging, nämlich um 675, stieg sie in Geilenkirchen von 9359 um 210 auf 9569. Geringer ist die Kriminalitätshäufigkeit hingegen insbesondere in Waldfeucht (2663), auch Wegberg (4690), Gangelt (4836) und Selfkant (4987) stehen vergleichsweise gut da. Im Mittelfeld finden sich Wassenberg (5503), Heinsberg (6914) und Erkelenz (6895) wieder. Oberhalb der 8000er-Marke liegen Hückelhoven (8353) und eben Übach-Palenberg sowie der traurige Spitzenreiter Geilenkirchen.

„Die Stadt kann ja nichts dafür, wenn sich dunkle Gestalten hier kriminell betätigen“, sagt Bürgermeister Georg Schmitz dazu. Es sei zu hinterfragen, um welche Straftaten es gehe. Er glaube jedenfalls nicht, dass sich die Bürger unsicher fühlen müssten, glaubt Schmitz.

In der Tat ist die Kriminalitätshäufigkeit wie jede Statistik mit Vorsicht zu genießen, schon weil hier tatsächlich Straftat gleich Straftat ist. Ob jemandem der Schädel eingeschlagen oder ein Autoreifen zerstochen wird, macht bei der Ermittlung der Kriminalitätshäufigkeit keinen Unterschied. Ferner ist zu beachten, dass naturgemäß nur angezeigte Straftaten einfließen können. Das Geilenkirchener Ordnungsamt etwa fertigt zu jedem Graffito eine Anzeige, was nicht jede Kommune macht. Was dem Gerechtigkeitsempfinden entsprechen mag, ist der Statistik nicht unbedingt zuträglich.

Allerdings steht umgekehrt fest, dass sich die Spitzenrolle Geilenkirchens nicht nur mit Bagatellen erklären lässt. Beispielsweise ist bekannt, dass Autodiebe in Grenznähe häufiger zuschlagen als im Osten des Kreisgebietes. Und auch Einbrecher sind hier aktiver. „Die Grenze bietet vielen Kriminellen einen Rückzugsort“, bestätigt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken. Umgekehrt funktioniere das übrigens genau so. Ferner hätten Betrugsdelikte in Geilenkirchen und in Übach-Palenberg eine größere Rolle gespielt.

Rückgang prognostiziert

In Übach-Palenberg sorgte die unvorteilhafte Rolle, die die Stadt in der Statistik einnimmt, vergangenes Jahr schon für Gesprächsstoff im Stadtrat – und für einen Antrag der UWG. Die Fraktion wollte die Polizeipräsenz erhöht wissen und monierte außerdem, dass die Übach-Palenberger Wache nur tagsüber besetzt, des Nachts aber verwaist ist.

Die Kreispolizei wies die Notwendigkeit in einer Stellungnahme zurück und machte in diesem Rahmen unter anderem geltend, dass beispielsweise die jüngste Festnahme zweier Serientäter einen anstehenden Rückgang der Straftaten vermuten lasse. Dieser Rückgang ist in der Tat eingetreten.

Dass eine rund um die Uhr besetzte Polizeiwache nicht zwangsläufig zu einer besonders positiven Statistik führt, stellt abgesehen davon die Nachbarstadt Geilenkirchen unter Beweis.

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