Kreis Heinsberg ist NRW-Schlusslicht bei Frauenarbeit

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Kreis Heinsberg. Mit 39,4 Prozent liegt die Frauenbeschäftigungsquote im Kreis Heinsberg fünf Prozent unter dem Landesdurchschnitt und belegt damit den letzten Platz in Nordrhein-Westfalen. Mit einer Befragung soll nun den Ursachen auf den Grund gegangen werden. Die Befragung wird in den nächsten Wochen im Kreis Heinsberg durchgeführt und bis zum Frühjahr ausgewertet.

Die Ergebnisse sollen dazu genutzt werden, ein Konzept für mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Frauen in der Region zu entwickeln. Die Befragung wird vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf im Zweckverband Region Aachen mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, dem Kreis Heinsberg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg initiiert.

Fachkräfte werden dringend benötigt, auch in den Betrieben im Kreis Heinsberg, bestätigt Axel Wahlen von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg. „Gäbe es mehr Frauen mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, könnte man ein großes Fachkräftepotenzial nutzen“, sagt Ulrich Schirowski, Geschäftsführer des Zweckverbandes Region Aachen. Er verspricht sich von der Befragung Aufschluss darüber, was im Kreis Heinsberg anders läuft als in anderen ländlichen Regionen.

Gabriele Hilger, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, weiß, dass insbesondere die Steigerung der Frauenerwerbsquote, insbesondere durch die Erreichung der sogenannten „stillen Reserve“, sowie der Ausweitung der Arbeitszeiten in der Region die zentralen Aufgaben aller Arbeitsmarktpartner sind, um die Potenziale bisher ungenutzter Fachkräfte in den Blick zu nehmen.

„Die Balance zwischen Familie und Beruf ist eine große Herausforderung“, so Liesel Machat, allgemeine Vertreterin des Landrates und betont, „der Wiedereinstieg in den Beruf stellt Frauen vor die Herausforderung, zwei unterschiedliche Welten miteinander verbinden zu müssen“. Eine wichtige Herausforderung in diesem Zusammenhang ist die Kinderbetreuung. Fehlen Alternativen für die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen können Frauen oftmals keine Beschäftigung aufnehmen. Die Umfrage zur Frauenerwerbstätigkeit im Kreis Heinsberg will unter anderem zeigen, ob Frauen aus diesen Gründen keine Beschäftigung aufnehmen können. Um aussagekräftige Daten zu generieren, hofft sie auf eine rege Beteiligung der Heinsberger Frauen an der erstmalig durchgeführten Umfrage.

„Im Kreis Heinsberg seien die Wege wegen fehlender Verkehrsmittel für die Frauen oft zu weit“, vermutet die zuständige Gleichstellungsbeauftragte Susanne Knorr. Wirtschaftsförderer Axel Wahlen glaubt, dass im Kreis Heinsberg auch die Wirtschaftsgeschichte ursächlich ist für die niedrige Frauenbeschäftigungsquote.

Der Fragebogen zur Frauenerwerbstätigkeit im Kreis Heinsberg will beispielsweise klären, ob Frauen keine Beschäftigung aufnehmen, weil Alternativen für die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen fehlen. Es geht um die Art der Arbeitsangebote im Kreis Heinsberg und wie die Frauen dorthin kommen. Nach der Auswertung der Daten aus mindestens 500 Fragebögen wird es Aufgabe des Kompetenzzentrums Frau und Beruf sein, ein Konzept für mehr Frauenbeschäftigung in der gesamten Region zu entwickeln.

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