Krebsvorbeugung: Geilenkirchen soll Modellstadt werden

Von: st
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Dass Sport nicht nur gesund ist, sondern auch Spaß macht, zeigen die Mitglieder der Senioren-Sportgruppe des Kreissportbundes. Jetzt soll das Angebot um Ernährungsberatung und medizinische Ratschläge erweitert werden. Fotos (6): Georg Schmitz Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Zahlen, die Matthias Vonderbank nennt, sollen motivieren: „13,6 Prozent aller Krebsfälle bei Männern und 16 Prozent bei den Frauen sind auf unzureichende körperliche Aktivität zurückzuführen. Das Dickdarm- und das Brustkrebsrisiko könnte durch Bewegung um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden“, sagt die Fachkraft „Bewegt älter werden in NRW“ des Kreissportbundes Heinsberg.

Matthias Vonderbank versichert auch: „Es ist nie zu spät aktiv zu werden.“ Aus diesem Grund greift der Kreissportbund Heinsberg jetzt die Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ auf, die die Deutsche Krebshilfe, der Deutsche Olympische Sportbund und die Deutsche Sporthochschule Köln im Jahre 2014 ins Leben gerufen haben. „Dass Sport gut gegen Darmkrebs ist, weiß man eigentlich schon seit 1980. Wir wollen jetzt aber die Menschen offensiv informieren und hoffen, dass die Vereine im präventiven Bereich tätig werden“, sagt Vonderbank.

Vor diesem Hintergrund strebt der Kreissportbund eine Kooperation mit dem Stadtsportverband und dem Geilenkirchener Krankenhaus als zertifiziertes Darmkrebszentrum an. Gemeinsam wollen die Partner ein Modell erarbeiten, das dann dem Landesportbund vorgestellt wird, damit auch die anderen Kreissportbünde von dem Projekt profitieren können.

Zum Auftakt wird es am Dienstag, 8. September, 19 Uhr, eine Informationsveranstaltung unter der Überschrift „Bewegung gegen Krebs – Sich regen bringt Segen – Lebenswerte Jahre gewinnen“ in Geilenkirchen geben. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Ronnie Goertz, Vorsitzender des Kreissportbundes, wird die Moderation übernehmen. Mit auf dem Podium sitzen Vertreter des Kreissportbundes, des Stadtsportverbandes und des Geilenkirchener Krankenhauses.

Vonderbank kritisiert, dass es von den Krankenkassen kein speziell auf Darmkrebs zugeschnittenes Präventionsprogramm gibt. „Es wird nur empfohlen, sich einmal am Tag zu bewegen.“ Plakate von Menschen aus der Region, die Sport treiben und sagen, warum sie Sport treiben, sollen demnächst das Stadtbild prägen. „Wir wollen deutlich machen, dass Sport nicht nur gesund ist, sondern auch Spaß macht“, erklärt Vonderbank.

Er will nun die Vereine ermutigen, neue Kurse aufzubauen. „Es gibt immer noch zu wenige Sportangebote für Senioren und Menschen mittleren Alters. Wir wollen bei den Vereinen die Werbetrommel rühren“, sagt Vonderbank. Sicherlich, so gesteht Vonderbank, gibt es Sportangebote für Senioren. Doch im Rahmen der Kampage „Bewegung gegen Krebs“ will die Fachkraft „Bewegt älter werden“ ein Gesamtpaket schnüren aus Sportstunden, Ernährungsberatung und medizinischen Tipps. „Wir vom Kreissportbund wollen nicht nur Rehabilitation, sondern Prävention und das in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus. Geilenkirchen soll für unser Projekt Modellstadt sein“, sagt Vonderbank.

Unterstützt wird die Initiative auch von Dr. Günter Haselow, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, und Dr. Manfred Nebeling, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des St.-Elisabeth-Krankenhauses. Beide leiten das Darmkrebszentrum. „ Es gibt wissenschaftlich belegte Studien darüber, dass Bewegung einen positiven Effekt auf eine Risikominderung hat. Deshalb werden wir weitere Gespräche mit dem Kreissportbund führen“, versichert Haselow.

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