Geilenkirchen - Kreativität bis in die Spitze des Schirms

Kreativität bis in die Spitze des Schirms

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Zuschneiden mit im Hause gedruckten Motiven auf dem Polyestergewebe, auch eine Aufgabe für K-Design-Mitarbeiterin Elke von Krüchten.

Geilenkirchen. Schirmwetter ist eigentlich immer. Man kann nicht genug davon haben. Aber es bereitet größeren Genuss, sich unter einer breiten Bespannung vor gleißendem Sonnenlicht zurückzuziehen, als einen kleinen Schirm gegen den Regen hochzuhalten. Was diesen Sommer bislang markiert hat, nämlich möglichst viel Zeit „draußen” zu verbringen, fördert auch die Pläne von Kerstin Stollenwerk in Niederheid.

Von dort kommen Groß- und Sonnenschirme für den regionalen und nationalen Markt. Kerstin Stollenwerk macht diesen Job jetzt verantwortlich seit rund einem halben Jahr. Eine Aufgabe, die sie zielorientiert wie auch mit kreativer Lust angeht.

Die gerade 28 Jahre alte Linnicherin ist seit Jahresbeginn Geschäftsführerin des Unternehmens (GmbH) An Fürthenrode, das sie „K-Design” genannt hat. Der Weg bis in diese Position ist außergewöhnlich. Kerstin Stollenwerk erfüllte sich ihren Berufswunsch, Mediengestalterin zu werden.

Schulen, Praktikum, Lehrzeit in Mönchengladbach - leistungsbedingt um anderthalb Jahre verkürzt! - und Ausbildungsbeste im IHK-Bezirk des Jahrgangs 2004.

In Geilenkirchen feilte derweil Hubert Lennarz an seinem Überlegungen, irgendwann die Leitung seines Betriebs in jüngere Hände zu legen. Kerstin Stollenwerks Eintritt in das Niederheider Unternehmen sollte sich mit diesen Überlegungen später kreuzen.

„Das war ein Beginn mit einiger Skepsis”, erinnert sich Kerstin Stollenwerk. „Ich habe aber schnell die Vielfalt der Aufgaben erkannt und bin in einem tollen Team gestartet.” Praxis ist das, was die 28-Jährige prägt. „Ich möchte gestalten!”, heißt ihr Credo. Bei Hubert Lennarz, jetzt 68 Jahre alt, kam noch einiges an Aufgaben dazu.

„Vom Designplatz ging es weiter zu Büroarbeiten und Marketingaufgaben.” Begeisterung beim Chef. Die Nachfolgeregelung in der Unternehmensführung war - unter einigen Kandidaten - geregelt. Mit Jahresbeginn 2010 übernahm Kerstin Stollenwerk; auch die acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blieben in Niederheid.

Das ergibt Kontinuität zur Kreativität. Inzwischen hält der Markt Großschirme vor, die eingebaute Heizsysteme besitzen. Oder Beleuchtung mittels LED-Technik.

Da ist einiges noch lange nicht ausgereizt. Sogar Fernsteuerung per Funk für die elektrischen Einrichtungen unterm Schirm ist kein Problem mehr.

Was sich ein wenig nach der Größe der Bespannung richtet. Die 25 bis 36 Quadratmeter umfassenden mobilen Dächer werden vorrangig von der Hotellerie und anderen gastronomischen Betrieben bestellt; etwa 60 Prozent umfasst deren Auftragsvolumen. Rund 20 Prozent der Produktion wird von Cafés und Konditoreien gebucht; von neun bis 15 m2 sind da gängige Größen.

Die übrigen, meist privaten Besteller ordern aber auch schon mal die „sechs mal sechs” Kantenmeter der Schirme, die in zehn Basisfarben angeboten werden.

Imprägnierung, Beschichtung, UV-Strahlenschutz, das sind Arbeitsgänge, die der Hersteller des Polyestergewebes übernimmt. Die Feinarbeit geschieht in Niederheid, bis das Material über dem Gestänge (Aluminium) und den Gelenken (Glasfaser) sitzt.

Die modernen Qualitätsmerkmale verleihen den Großschirmen eine recht lange Lebensdauer. Bis zum Beispiel ein Gewittersturm hereinbricht, ohne dass der Schirm geschlossen und gesichert werden konnte.

„Manchmal vergehen nur ein paar Minuten, bis der erste Anrufer um Reparatur oder Ersatz bittet”, berichtet die Chefin aus jüngster Vergangenheit. Der Bedarf füllt jedenfalls die Auftragsbücher in Niederheid. Im nächsten Jahr, sieht Kerstin Stollenwerk den Trend, wird sie wohl noch zwei Mitarbeiter für die Produktion einstellen.

Denn Schirmwetter bleibt.
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