Kreative Kunstwoche in der Grundschule Immendorf

Von: Danielle Schippers
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Anneliese Jaeger, Schulleiterin der KGS in Immendorf, erklärt den Schülern „Enkaustik“, das künstlerische Arbeiten mit farbigen Wachspigmenten oder -stücken. Im Vordergrund liegen schon einige fertige Werke der Kinder. Foto: Danielle Schippers
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Jannick Nachbar (7), Justin Limburg (9), Luca Brendt (9) und Linus Lingens (10) (v.l.) zeigen stolz ihre fertigen Häuser aus Ton.

Geilenkirchen-Immendorf. Die Schüler der Katholischen Grundschule (KGS) Immendorf haben eine Woche lang mit neun verschiedenen Künstlern und Themen ihre Fantasie und ihre Kreativität entdeckt und dann an einem geselligen Nachmittag, bei Kaffee und Kuchen, ihren Eltern die Ergebnisse präsentiert. Sogar noch während der kleinen Ausstellungen in den Klassen konnten die Schüler und Besucher basteln und kreativ sein.

Die Zusammenfassung der Themen und Materialien, die die Kinder bearbeitet haben, klingt erst einmal gar nicht nach Grundschule: Friedensreich Hundertwasser, Pablo Picasso und Otmar Alt, allesamt berühmte und anspruchsvolle Künstler.

Aber sie haben eine Eigenschaft gemeinsam: farbenfrohe Werke – und eine Botschaft, die auch Kinder in der Grundschule schon verstehen können. Denn den Pädagogen der KGS Immendorf war es wichtig, die Vorstellungskraft und Kreativität der Kinder zu fördern und mit ihnen gemeinsam zu experimentieren. Denn diese Eigenschaften sind nicht nur beim Lernen und im Schaffensprozess wichtig, sondern sollen die Kinder im Alltag weiterbringen.

Mit verschiedenen Materialien wie Holz, Ton, Lehm, aber auch aus Abfall oder einfach mit Farbe und Leinwand durften sie experimentieren. Dazu hatten sich Schulleiterin Anneliese Jaeger und die Lehrkräfte einiges einfallen lassen.

Die Kinder aus allen Klassen durften sich ein Projekt aus neun Angeboten aussuchen. Die Themen waren breit gefächert; sie beinhalteten Fertigkeiten im Malen, Sägen, Kleben, Formen und sogar Brennen und Bügeln.

Marie-Louise Coenen und ihre Schüler haben sich beispielsweise mit dem Werk des Expressionisten Franz Marc beschäftigt, dessen berühmtestes Bild das „Blaue Pferd“ ist. Mara Baumann (8) hatte sich dieses Angebot ausgesucht: „Wir haben viel über den Künstler gelernt und gelesen und seine Bilder in Büchern angeguckt. Ich weiß jetzt, was die Farben und Formen bedeuten. Und das Malen war toll.“ In allen Bereichen während der Kunstwoche konnten die Schüler viel über Farbgestaltung, die Intentionen und das Leben der verschiedenen Künstler erfahren. Bei Franz Marc hat jede Farbe eine bestimmte Bedeutung, hieß es, etwa Rot für Aufregung, Wut oder Kraft. So konnten die Kinder kreativ werden und gleichzeitig ihren Gefühlen Ausdruck verleihen.

Schulleiterin Jaeger hat mit ihren Schülern den bekannten Künstler Friedensreich Hundertwasser behandelt und verschiedene Gegenstände, beispielsweise kleine Schatullen mit dem typischen Hundertwasser-Design gestaltet. „Für die Dose habe ich zwei Tage gebraucht, damit sie so schön wurde. Und diese Karte hier, die schenke ich meinem Patenonkel“, erzählt Zoe Baumann (8).

Während die Eltern sich von ihren Kindern deren Arbeiten zeigen lassen, wird weiterhin gebastelt. In allen Klassen stehen Tische, an denen gebastelt, geklebt und gemalt wird. Anneliese Jaeger hat die Materialien für die Enkaustik mitgebracht, mit denen schöne bunte Grußkarten entstehen. Bei dieser Gestaltungsart werden mit einem Bügeleisen bunte wachsartige Pigmente oder Brocken geschmolzen und dann mit dem Bügeleisen auf Papier aufgetragen, zum Schluss poliert.

Referendarin Linda Bachmann und Praktikantin Zara Iftikhar (17) haben gemeinsam mit den Schülern Häuser gebaut. Zara erzählt, wie begeistert die Kinder vom Bauen der Modellhäuser waren: „Allen hat es sehr viel Spaß gemacht. An einem Tag sollten die Kinder früher nach Hause, aber sie wollten einfach nicht.“

Die vielen Modell-Häuser sind sehr aufwendig gestaltet. Linus Lingens (10) erklärt, wie sie hergestellt wurden: „Am Anfang haben wir geguckt, was es überhaupt für Häuser auf der Welt gibt. Dann haben wir aus Styropor Iglus gebaut oder afrikanische Hütten aus Stroh und Lehm. Und für die großen Häuser haben wir aus Draht und Müll Gerüste gebaut und dann mit Ton überzogen und schön mit bunten und glitzernden Mosaiksteinen beklebt. Wir sind heute erst fertig geworden, deswegen ist noch alles feucht – und manche Steine fallen wieder ab.“ Justin Limburg (9) beschreibt die Schwierigkeiten beim Bau: „Das Dekorieren mit den Mosaiksteinchen war am besten, aber die Balkone zu formen, die stehen ja vor, das war sehr schwer.“

Gemeinsam mit Angelika Heinen-Hajjawi konnten die Kinder Masken aus verschiedenen Kulturen kennenlernen und dann eigene herstellen. Carolin Bolten und die Schüler, die sich dafür interessierten, haben ganz unterschiedliche Musikinstrumente gefertigt und diese dann an dem Nachmittag ihren Eltern in einer kleinen Vorführung präsentiert.

Rudolf Müller, der ehemalige Schulleiter, und andere Mitarbeiter vom Historischen Klassenzimmer, das sich im Haus der Immendorfer Grundschule befindet, zeigten den Kindern, wie man Leporello-Alben herstellt, das sind kleine Hefte mit Fotos oder Karten, die wie eine Ziehharmonika gefaltet sind.

Von Angelika Gageik hatten die Grundschüler vieles über Pablo Picasso und dessen Formen gelernt, und konnten ihrer Fantasie in Bilder freien Lauf lassen, aber stets angelehnt an das berühmte Vorbild. Daneben brachte Stefanie Kröhnert den Schülern die Künstlerin Niki de Saint Phalle näher, deren bunte, meist weibliche Figuren auf weltweit bekannt sind. Nach deren Beispiel stellten auch die Kinder bunte Skulpturen her.

Die Gruppe um Hubert Stollenwerk beschäftigte sich mit Otmar Alt, der vor allem für seine ungewöhnlichen Darstellungen von Katzen bekannt ist. „Jeden Tag mit anderen Materialien zu arbeiten und ihre Fantasien auszuleben, das wollte ich den Kindern anbieten“, fasst Hubert Stollenwerk seine Intention zusammen. Er malte mit den Kindern am Anfang der Woche Fantasiewesen, Mischungen aus Mensch, Maschine und Tier. Herausgekommen ist beispielsweise ein Auto mit Federn, vorne gibt es Reifen und hinten stehen Beine.

Auch durften die Kinder Plastiken aus Ton fertigen, die teils filigran und allesamt sehr kreativ geworden waren. Sogar aus Wegwerfmaterial haben sie Wesen gebastelt, die an Katzen erinnern, und ihnen kleine Figuren angepinselt.

Die Grundschüler aus Immendorf zeigten, wie kreativ Kinder in dem Alter schon sind und wie interessant Kunst auch in diesem Alter sein kann. All die Bilder, Häuser, Instrumente und Skulpturen dürfen sie jetzt mit nach Hause nehmen.

Eltern und Schüler erlebten zum Ende des Projekts einen geselligen Nachmittag in der Schule. Anneliese Jaeger resümiert: „Es war schön. Für uns Lehrer schön anstrengend, für die Kinder nur schön. Aber deswegen machen wir das ja, und es hat sich wirklich gelohnt.“

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