Kreative Geilenkirchener ziehen an einem Strang

Von: Udo Stüßer
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Sie ziehen an einem Strang: Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler, AK-Vorsitzende Dr. Rita Freches-Heinrichs und AK-Vorstandsmitglied Arno Plum. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Einen professionellen Marketingexperten kann sich die Stadt Geilenkirchen angesichts der Haushaltslage nicht leisten. Deshalb will Bürgermeister Thomas Fiedler einen Kreis kreativer Menschen zusammenbringen, um, wie er es ausdrückt, „Dampf ins Marketing” zu bringen.

Denn: „Die Situation des Einzelhandels in Geilenkirchen ist entwicklungsfähig”, formuliert er sehr vorsichtig angesichts der Leerstände von Geschäftslokalen, zögerlichen Reaktionen von Handelsketten auf neue attraktive Flächenangebote in Geilenkirchen und die langsamer als erhofft verlaufende Rückgewinnung von Käufern aus der Region.

Zu den kreativen Menschen zählt Fiedler nicht nur Geilenkirchener Geschäftsleute und Aktionskreismitglieder, sondern auch Unternehmer, Medien- und Werbeexperten. „Stadtmarketing muss von der Stadt installiert werden. Wir vom Aktionskreis können nicht mehr leisten als bisher”, sagt Aktionskreisvorsitzende Dr. Rita Freches-Heinrichs.

Vor allem demonstrieren Fiedler und Freches-Heinrichs sowie AK-Vorstandsmitglied Arno Plum, dass man gemeinsam an einem Strang zieht. „Es ist nämlich der Eindruck entstanden, als hätten wir Knatsch”, sagte Fiedler nach der ernüchternden Nachricht, dass die Stadt ihre direkten und indirekten Zuschüsse für die Aktivitäten des Aktionskreises in Zukunft kürzen müsse.

Wie berichtet, will die Stadt Geilenkirchen aufgrund der Haushaltslage ihren Beitrag zur teilweisen Deckung für die Weihnachtsbeleuchtung und die Arbeit der Bauhof-Mitarbeiter bei der Aufstellung und beim Abbau von Veranstaltungen reduzieren. Nach mehreren klärenden Gesprächen wolle er nun mit dem Aktionskreis eine unverminderte Kooperationsbereitschaft dokumentieren, erklärte Fiedler. Gemeinsam wolle man schauen, wo die Reise nun hingeht, welche Aufgaben noch nicht angepackt wurden, wie sich die Stadt weiter entwickeln soll und Käufer zurückgewonnen werden können.

Dabei erinnert Fiedler an das positive Erscheinungsbild der Stadt, an angenehme Parkplätze, an den Boulevardcharakter der Konrad-Adenauer-Straße und an die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes. Die erhoffte Wiedererstarkung nach den einzelnen Bauabschnitten und nach Fertigstellung des Gelo-Carrés sei noch nicht in dem gewünschten Maße eingetreten, hatten Fiedler und AK-Vorstand erkannt.

„Alles ist traumhaft. Aber Bauabschnitt eins hat länger gedauert als geplant. Und das war eine traurige und triste Zeit für die Händler”, sagt Rita Freches-Heinrichs. „Die Verbesserungen der Rahmenbedingungen scheinen für die Selbstheilungskräfte nicht auszureichen. Sie führten nicht dazu, dass die Käufer in Scharen kommen”, so Fiedler, der qualitativ hochwertigen Einzelhandel nach Geilenkirchen locken will. „Und wenn der nicht kommt, muss die Kundenfrequenz erhöht werden.” Es gelte nun, so der Bürgermeister und AK-Vorstand, den Einzelhandel im Alltag attraktiver zu machen. Deshalb müssten Aktionskreis, städtische Wirtschaftsförderung und viele Akteure zusammengeführt werden.

Gemeinsame Aktionen

Alle Beteiligten, so ist man sich einig, setzen auf die Herausbildung von Alleinstellungsmerkmalen, gemeinsame Marketingaktionen des Einzelhandels und die Herausstellung der Qualität des Angebots und der Dienstleistungen. Dabei denkt man nicht nur an gemeinsame Werbekonzepte.

„Geilenkirchen, die Stadt der guten Schuhgeschäfte”, nennt Fiedler ein Beispiel. Er denkt aber auch an ein Back- und Brotfest unter Beteiligung aller Bäcker und Metzger als Alleinstellungsmerkmal und an eine Internationalisierung des Nikolausmarktes. „Militärmusik zieht Menschen an”, hat er nach den jüngsten Paraden festgestellt und will nun die Kontakte zur Awacs-Basis verstärkt nutzen. Aber auch Konzerte in Schlössern, Herrenhäusern und Gärten stehen auf seiner Wunschliste.

„Ein attraktives Kulturprogramm macht eine Stadt attraktiv. Wir müssen spontan kleine Akzente setzen.” Das Engagement will er nicht auf die Innenstadt beschränken: „Der Schirm muss noch weiter gespannt werden und zum Schluss das Marketing für die ganze Stadt überspannen.”
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