Geilenkirchen - Kreative Eigenkonstruktionen und flotte Flitzer beim Seifenkistenrennen

Kreative Eigenkonstruktionen und flotte Flitzer beim Seifenkistenrennen

Von: Renate Kolodzey
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Das elfte Seifenkistenrennen der St.-Petri-und-Pauli-Schützen ist ein voller Erfolg. Die Seifenkiste „Blue Rocket“ steht schon in Startposition. Foto: Renate Kolodzey
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Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die erwachsenen Fahrer werden an der Strecke von vielen Fans bejubelt. Foto: Renate Kolodzey
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Ältester Teilnehmer ist Josef Schieren (84) mit Sohn Ralf und den Enkeln Cedric und Corvin. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Das ist mein Kollege Elvin Wirtz vom ‚Racing-Team Ritzerfeld/Wirtz‘“, kommentiert der zehnjährige Till Ritzerfeld die Fahrt seines fast gleichaltrigen Freundes im schnittigen Silberpfeil. Gerade rauscht er an ihm vorbei. „Jedes Team hat zwei Fahrer“, erklärt er. „Jeder fährt zweimal, und dann wird die Durchschnittsgeschwindigkeit für die Wertung ausgerechnet.“

Der Junge kennt sich aus, das merkt man sofort. So wie er sind an diesem Samstag bei strahlendem Sonnenschein rund 300 Rennsport-Fans nach Apweiler gepilgert, um sich das elfte Seifenkisten-Rennen der Schützenbruderschaft St. Petri und Pauli Immendorf anzusehen.

Um einen gefahrlosen Ablauf zu ermöglichen, ist die gesamte Ederener Straße gesperrt. Insgesamt 310 regensicher verpackte Strohballen sichern die Strecke. Verantwortlich für das Event sind Brudermeister Andreas Tegtmeyer, der am Computer die Wertungen errechnet, und der zweite Brudermeister Gerd Maibaum. In der Rennleitung und Schiedskommission sitzen Rudolf Maibaum, Markus Beuth und Ralf Schieren. Christoph Verspeek kümmert sich um die Moderation, Matthias Klee mit seinen Gehilfen um den Traktor, der die Seifenkisten vom Ziel immer wieder an den Start bringt. Mit Funkgeräten halten die Organisatoren den Kontakt.

Andreas Tegtmeyer freut sich über den regen Zuspruch zum Rennen: „In diesem Jahr sind zehn Teams mehr am Start als im Vorjahr, insgesamt sind es nun 42. und jedes Mal kommen neue dazu.“

Gespannt verfolgen die Gäste die einzelnen Läufe, während sich viele Kinder auf einer Hüpfburg vergnügen oder schminken lassen. Die Teilnahme am Rennen ist kostenlos, alles wird aus dem Erlös von Speisen und Getränken bezahlt. Die NEW ehrt zudem die Sieger mit großzügigen Präsenten.

Die Wertungsläufe beginnen um 13 Uhr. In der Juniorenklasse starten 19 Schüler- und sechs Jugendteams, bei den „Senioren“ ab 18 Jahren sind zwölf Erwachsenen- und fünf Fun-Teams dabei. „Die Fun-Teams bauen auf ihr Basis-Chassis eine Eigenkonstruktion auf“, hebt Tegtmeyer hervor.

Infrarot-Schienen an Start und Ziel messen exakt die Zeit. Alexander Pütz (13) von den „Pisten Kids“ auf „Rocket GM Junior“ legt sich mächtig ins Zeug und erzielt eine Einlaufzeit von 29,48 Sekunden. „Damit ist er in die Spitze eingefahren“, meint Rudolf Maibaum anerkennend. „Der Spaß ist aber immer vorrangig!“

Mit lautem „Juhuu!“ saust die US-Amerikanerin Grace Conrad (8) vom Team „Blazers“ die Start-Rampe auf „Jenny“ hinunter, rasant gefolgt von Jana Gottschalk vom Team „Klein, aber gemein“ auf „Freak“. Pfeilschnell fegt Peter Lentzen auf seinem „Blitz“ die circa 250 Meter lange Strecke hinunter, ehe Cedric Schieren als „Verrückter Astronaut“ auf „Blue Rocket“ sein Bestes gibt. „Zielkurve und Einlauf gut genommen“, lässt Verspeek über sein Mikrofon fachmännisch verlauten. Ein weiterer Teilnehmer prescht in die Strohballen, hat aber Glück: „Leichter Unfall, doch die Kiste rollt wieder“, beruhigt der Moderator die Besucher.

Auch Leon Maibaum (13) von den „Pisten-Kids“ auf „Rocket GM-Junior“ nimmt die Kurven beherzt und duckt sich sogar, um den Luftwiderstand zu mindern. „Er fährt in die Zielkurve – voll konzentriert“, kommentiert Verspeek.

Paul Koullen (11), der schon fährt, seit er acht ist, fachsimpelt: „Jede Kiste hat ihre Stärken und Schwächen!“ Auch Unfälle hat er schon erlebt: „Einmal habe ich die Bremse nicht fest genug gedrückt und bin gegen Papas Auto geschrammt!“

Das Racingteam Puffendorf ist mit 24 Teilnehmern vor Ort: „Wir haben seit fünf Wochen jeden Tag gewerkelt!“, erzählen sie. Auch die Immendorfer Karnevalsgesellschaft lässt sich den Spaß nicht entgehen und fährt mit ihrer schnittigen Karosse ins Ziel.

Mit 84 Jahren der älteste Rennfahrer am Start ist Josef Schieren. Als früherer Segelflieger kennt er keine Angst. Sohn Ralf (46) und die Enkel Cedric (9) und Corvin (7) sind ebenfalls dabei. Ralf Schieren baute schon acht Seifenkisten „kreativ aus Schrott wie Zimmertüren, Armlehnen und Bauschildern!“

Manche Fahrzeuge wollen partout nicht schnell fahren. So müssen sich Mitglieder des Fun-Teams „Rotzevoll“ in ihrem „Glitzerflitzer“ anhören: „Schieb oder zieh dran!“ Sie nehmen es mit Humor.

Bedingt durch einen Stromausfall verzögert sich die Siegerehrung um schlappe dreieinhalb Stunden, was jedoch der Stimmung keinen Abbruch tut. Erste Preise gehen an: Schüler: Max Bings und Max Kratzke, Team „Super Max“ in „Black Mamba“ mit 121,53 Sekunden Gesamtzeit. Jugendliche: Tim Maibaum und Jan Gregorius, Team „New Kids Turbo“ im „Silberpfeil Maibaum-Gregorius“, 112,98 Sekunden. Erwachsene: Gerd Maibaum und Ulrich Gregorius, Team „Die glorreichen 2“ im „Silberpfeil Maibaum-Gregorius“, 112,79 Sekunden. Fun-Klasse: Team Ralf Schieren und Guido Scheeren, Team „Schieren-Scheeren“ auf „Blue Rocket“, 119,60 Sekunden.

Extra-Preise gehen an die originellste Seifenkiste „Dragster“ vom Puffendorfer Team und die schnellste Dame: Amy Gregorius mit 28,11 Sekunden.

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