Kraft aus der Steckdose: Das erste Elektro-Auto in Geilenkirchen

Von: Georg Schmitz
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Franz Davids ist begeistert von seinem Renault-Kangoo, dem ersten in der Stadt Geilenkirchen elektrisch betriebenen Auto. Wer unter die Motorhaube des Kleinwagens (Bild) schaut, wird dort keine aufwändige Motortechnik entdecken. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Er schleicht sich von hinten an, vollkommen lautlos und überrascht so Fußgänger und Radfahrer. „Ich werde noch eine Klingel anbringen, um die Fußgänger sanft zu warnen”, schmunzelt Franz Davids.

Er hat schon mehrfach festgestellt, dass sich die Menschen erschrecken, wenn er mit seinem geräuscharmen Auto plötzlich neben ihnen erscheint. Davids ist seit wenigen Tagen Besitzer des ersten rein elektrisch betriebenen Autos in Geilenkirchen, vielleicht auch im ganzen Kreis Heinsberg. „Electrique” steht auf den Türen von Fahrer- und Beifahrerseite des metallicgrünen Renault Kangoo und „Ich fahre elektrisch” auf der Rückseite des Fünftürers.

Der 17 KW/23 PS starke „Franzose” schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern und eine Reichweite von 90 Kilometern mit einer „Batterieladung”. Doch auf die Geschwindigkeit kommt es Franz Davids nicht an, denn er hat die Umwelt im Fokus. „Mit dem Elektroauto werden emissionsfrei unsere Botenfahrten in der Stadt erledigt”, erzählt der Unternehmer. Allen Mitarbeitern in der Firma stehe das Auto für diese Kurzfahrten zur Verfügung.

Die Familie Davids favorisiere schon seit Jahrzehnten regenerative Energien, erzeuge Strom aus Windkraftanlagen, heize mit Holz-Pellets und bekunde diese Tatsache nun auch mit der Anschaffung des Elektrofahrzeugs. „Es war schon lange mein Wunsch, ein Elektroauto zu fahren, jetzt bot sich die Gelegenheit, ein gut erhaltenes Gebrauchtfahrzeug zu erwerben”, geht Davids auf die Entstehungsgeschichte ein.

Für ihn sei es zudem wichtig gewesen, das Auto an eine herkömmliche 230-Volt-Steckdose anschließen zu können. Stecker rein, und nach sechs Stunden sei die unter dem Fahrzeug befindliche Batterie geladen. „Das Elektroauto verursacht nur halb so viel Kosten, wie ein vergleichbarer Kleinwagen”, weiß Davids und hat errechnet: „Für die 90 Kilometer fallen lediglich 3,06 Euro Stormkosten an.” Sohn Willy Davids ärgert sich ein wenig über die deutschen Autohersteller: „Die haben die Entwicklung verschlafen.”

Renault habe im Jahre 2002 den Elektro-Kangoo in einer Auflage von 500 Stück gebaut und damals in erster Linie an Kommunen ausgeliefert. Von diesen Elektro-Fahrzeugen seien dann zwischenzeitlich viele in Privathände gelangt und davon wiederum eines bei Familie Davids. Erst jetzt, viele Jahre später, würden Daimler und BMW zaghaft Elektro-Fahrzeuge präsentieren.

Der elektrisch betriebene Kangoo ist ausgerüstet wie jedes andere Auto auch. Mit elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung und, und, und. Hinzu kommt ein digitaler Reichweitenanzeiger, der auch vermeldet, wie viel Kilometer mit der Batterieladung noch gefahren werden können. „Die volle Leistung ist bis zum letzten Kilometer gewährleistet”, weiß Franz Davids.

Wenn der Betrachter unter die Motorhaube schaut, wird er nicht viel Motor finden. Über ein Aggregat im kleinen Motor wird zusätzlich die Bremsenergie in KW umgewandelt und in die Batterie eingespeist. Die Familie Davids ist derart begeistert von dem umweltfreundlichen Fahrzeug, dass sie für die Firma noch weitere Elektro-Autos anschaffen will. Franz Davids sagt auch, warum: „Der Umwelt zuliebe.”
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