Kräuterweihe unter den drei mächtigen Eichen

Von: hama
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Immer wieder ein herrliches Bi
Immer wieder ein herrliches Bild am Vintelner Kapellchen: Zum 23. Male trifft man sich in diesem Jahr zur Kräuterweihe. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Dort, wo drei mächtige Eichen der Kapelle in Vinteln Schatten spenden, findet man üblicherweise nur einzelne Wanderer oder Radfahrer, die in der stillen Feldflur Andacht suchen oder einfach eine Rast einlegen.

Aber einmal im Jahr, zu Mariä Himmelfahrt, wird es eng um das von der Dorfgemeinschaft gepflegte Kapellchen, das aus den 1890-er Jahren stammt. Dann feiert man dort die Kräuterweihe.

Viele Gläubige aus nah und fern treffen sich dann zu dieser Messfeier unter freiem Himmel und hoffen natürlich auf einem herrlichem Sommerabend. Am Montag,15. August, wird es das 23. Mal sein, dass man sich in Vinteln trifft und damit auf dem Weg ist, eine gewisse Tradition in diesen Brauch zu bringen. Kräuterweihe-Profis bringen ihren eigenen Stuhl mit, denn Sitzgelegenheiten sind rar; die aufgestellten Bänke sind schnell besetzt. Da ist man dann dankbar, wenn in dem für die Musikkapelle freigehaltenen Bereich, der eine oder andere Platz frei bleibt. Auch Weihbischof Dr. Johannes Bündgens hat es sich vor einiger Zeit nicht nehmen lassen, dieser Feier einmal beizuwohnen.

Einen so weiten Weg vom Umkleiden bis zur Messfeier haben die Gangelter Geistlichen Pfarrer Rolf Hannig oder Pfarrer Gottfried Graaff sonst nirgendwo. Dieser Weg ist aber auch mit Bedacht gewählt. Denn die Messgewänder werden einige hundert Meter entfernt auf dem Bauernhof der Familie Horrichs angelegt. Hier schließt sich dann nach der Messe wieder der Kreis, denn Christel und Ernst Horrichs laden in ihre Scheune, wo man in geselliger Runde den herrlichen Abend ausklingen lässt. „Vintelner Kirmes” nennt das beispielsweise Pastor Rolf Hannig, wenn sich viele Schäfchen aus der gesamten Weggemeinschaft treffen.

Das ganze Drumherum bei der Kräutersegnung hat ja etwas - wie aus einem romantischen Heimatfilm.

Eine Szene aus dem letzten Jahr war dafür typisch: Als Pfarrer Hannig vom „göttlichen Leben”, von den „kleinen Dinge, die uns auf Gottes Wirken in unserer Welt hinweisen”, predigte, tanzte völlig unbekümmert ein Schmetterlingspärchen über die Köpfe der Gläubigen hinweg.
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