Kräuterweihe: Marienverehrung über die Segnung bunter Sträuße

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Seit 1890 steht die Kapelle in der Vintelner Feldflur. Seit 25 Jahren wird dort die Kräuterweihe gefeiert. Jetzt waren es rund 500 Besucher, die bei der 25. Auflage der Feier in Vinteln dabei waren. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „So lange ist das schon her?“, fragte eine Besucherin, als zur nunmehr 25. Kräuterweihe Weihbischof Karl Reger, Regionaldekan Gottfried Graaff, die Pfarrer Daniel Wenzel, Pastor Li, Rene Mertens, Andreas Krieg und Diakon Stephan Lütgemeier mit rund 500 Besuchern an der Vintelner Feldkapelle einzogen.

Pfarrer Daniel Wenzel begrüßte die Besucher und freute sich, erstmals bei diesem Fest, von dem er schon so viel gehört habe, dabei sein zu können. Auf Anraten einer Vintelner Landwirtin war er mit dem Fahrrad angereist, was sich im Nachhinein als vernünftig herausstellen sollte.

Für viele Mitglieder der acht Pfarren dieser Weggemeinschaft ist diese Messe unter freiem Himmel ein Höhepunkt im kirchlichen Sommerkalender. Das nun Weihbischof Karl Reger mit von der Partie war, lag wohl daran, dass sein Nachfolger, Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, der vor fünf Jahren zum 20. Treffen dabei war, diesen Besuch dringend ans Herz gelegt hatte. Das Hochfest der Aufnahme Mariens war vor 25 Jahren der richtige Termin, um einigermaßen wettersicher die Kräuterweihe unter freiem Himmel feiern zu können.

Die Vintelner Feldkapelle liegt mittig zwischen allen Gemeindeteilen und wurde vom damaligen Pfarrer Ralf Freyaldenhoven ausgewählt, um die damals noch ganz junge Arbeit in den gerade erst zusammenwachsenden Gemeinden zu stärken.

Schließlich gab es nach all den Jahren der Eigenständigkeit der acht Pfarren Berührungsängste und die Sorge, dass auf dem „großen Dampfer Weggemeinschaft“ nicht alle gleich gut wegkommen.

Über Dorfgrenzen hinaus

Bei wunderbaren äußeren Bedingungen, milden Temperaturen und Sonnenschein war der Rahmen jetzt perfekt. Nur Bauer van der Zander traute dem Wetter nicht so richtig und arbeitete mit einem Traktor nahe der Kapelle. „Lassen wir uns erfüllen mit dem Geist und der Liebe Gottes“, begann Weihbischof Karl Reger die Feier. In seiner Predigt ging er ausführlich auf die Geschichte des Marienfestes ein und warb für die Einheit und Gemeinschaft im Glauben.

Dass so etwas auch über die Dorfgrenzen hinaus gehen könne, zeige wunderbar diese aktive Weggemeinschaft, hieß es. Mit dem Blick darauf, dass den Menschen mit der Nächstenliebe ein gewaltiges Instrument zuteil sei, segnete der Gast aus Aachen die zahlreichen Kräuterstraußkörbe, deren Inhalt für Kranken der Gemeinschaft bestimmt ist. Viele der Gäste hatten eigene Sträuße dabei, die Weihbischof Karl Reger ihnen segnete.

„Wir haben nur 500 Hostien mit“, tuschelten die Messdiener bei der Gabenbereitung, und zur Kommunion sah man, dass die Pfarrer sich immer gegenseitig aushelfen mussten. Am Ende bekam aber jeder Teilnehmer eine Hostie.

Gastgeber Ernst Horrichs bedankte sich bei dem hohen Besuch aus Aachen und den Pfarrern. Den Gästen danke er für die Treue und dafür, dass sie mit ihrem alljährlichen Besuch das Fest an der Vintelner Kapelle erst zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Dazu gehören auch sogenannten Kevelaer-Musiker, die immer wieder für den richtigen Rahmen bei den geistlichen Liedern sorgen. Als Schlusslied spielten sie „Maria breit‘ den Mantel aus“, schickten die Besucher damit aber nicht gleich nach Hause.

Was nach dem Hochamt für den einen oder andern der Frühschoppen, ist für nahezu alle Besucher der Kräuterweihe das, was man „Vintelner Kirmes“ nennt.

Man trifft sich auf dem nahen Hof Horrichs und lässt bei einem Likörchen, Bier, Limo oder Sprudel einen wunderbaren Tag ausklingen. Dabei nutzte auch Weihbischof Karl Reger die Gelegenheit, mit den Angehörigen der Weggemeinschaft ins Gespräch zu kommen.

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