Konzert der Musikschule Geilenkirchen: Mandolinen als Schlagzeuge

Von: Johannes Gottwald
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Ein kleines, aber feines Ensemble: Das Mandolinen Orchester „Rurperle“ bei seiner Darbietung in Hünshoven. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen. In der Adventszeit neigen wir oft zur Inkonsequenz: Während man Osterlieder in der Fastenzeit als befremdlich empfinden würde, gehört weihnachtliche Musik im Dezember beinahe selbstverständlich zur Stimmung dazu, obwohl sie erst ab dem heiligen Abend wirklich ihrem Anlass gerecht wird.

Vielleicht liegt es daran, dass man den Bußcharakter des Advents weitgehend verdrängt hat. Oder man hat die Weihnachtsfreude schon am 24. Dezember innerlich verbraucht, denn zwischen den Jahren finden kaum Konzerte statt.

Auch das Konzert der Musikschule Geilenkirchen in der Pfarrkirche St. Johann Baptist in Hünshoven machte in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Neben dem Mandolinen-Orchester „Rurperle“ unter der Leitung von Will Cremers war auch das Chorensemble der Musikschule beteiligt und gestaltete mit dem A-cappella-Gesang „Hebe deine Augen auf“ aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy die Eröffnung des Programmes. Die Bezeichnung „Chorensemble“ wirkte bezüglich der Größenordnung freilich etwas übertrieben, denn es gehörten nur fünf Damen dazu – aber diese boten Chorgesang von beachtlicher künstlerischer Qualität.

Dies galt auch für das nachfolgende „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ aus der Kantate Nr. 147 von Johann Sebastian Bach. Hier übernahm Mathilde Draht den Solopart, während die Mandolinen für die dezente instrumentale Untermalung sorgten. In „Elvira Madigan“ kam das Mandolinen-Orchester erstmals allein zum Einsatz. Dieses von Will Cremers arrangierte Stück basiert auf dem langsamen Satz des Klavierkonzertes KV 467 von Mozart. Auch weltliche Lieder waren im Programm vertreten, etwa der „rote Sarafan“, den Diana Heinen-Sturm sehr einfühlsam vortrug, oder in dem prächtigen Duett aus der Oper „Pique Dame“ von Tschaikowsky, dass Margaux Marggraf und Olga Kreimer ausdrucksstark gestalteten.

Weihnachtlich wurde es dann bei „Stille Nacht, heilige Nacht“ und dem „Little Drummer Boy“. Trommeln standen zwar nicht zur Verfügung – wohl aber die Bäuche der Mandolinen, die man prompt zu Schlagzeugen umfunktionierte. Ebenso verfehlte der populäre Schlager „Hallelujah“ von Leonhard Cohen seine Wirkung nicht. Südländisch beschwingt zog der spanische Traditional „Campana sobra campana“ vorüber.

In der Händel-Arie „Dignare“ zeigte Olga Kreimer noch einmal ihr großes Können, während im „Angel’s Carol“ von John Rutter Mandolinen-Orchester und Chorensemble zusammengeführt wurden. Johann Sebastian Bach war noch ein zweites Mal im Programm vertreten: Mit dem „Air“ aus der Suite Nr. 3 BWV 1068 brachte das Mandolinen-Orchester eines der bekanntesten Orchesterstücke des Thomaskantor zu Gehör. Den festlichen Abschluss bildeten die „Irischen Segenswünsche“, deren Chorpart wiederum von dem Orchesterleiter Will Cremers ausgesetzt worden war.

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