„Konservative Planung“ vom Kämmerer erntet Zustimmung

Von: Markus Bienwald
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Gangelt. Kämmerer Gerd Dahlmanns dürfte sich jetzt entspannt zurücklehnen, denn ein übereinstimmendes Lob für seine Arbeit mündete in einstimmiger Zustimmung zum Haushaltsentwurf 2017. Im Gegensatz zum Vorjahr, als nur die Freien Wähler nicht zustimmten, zeugt das von echter Harmonie im Rat.

Das von unserer Zeitung bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfes gebrachte Bild vom „Musterschüler Gangelt“ wurde in den Haushaltsreden aller fünf Fraktionen einstimmig unterstrichen. „Jeder hat in irgendeiner Art und Weise dazu beigetragen“, meinte Günther Dammers in seiner ersten Haushaltsrede für die CDU-Fraktion. Er freute sich wie auch die weiteren Redner, dass der Kämmerer lieber ein „Worst-Case-Szenario“ im Haushaltsentwurf vorstellt, als sich nachher über ein Defizit zu wundern. „Einen solchen fiktiv ausgeglichenen Haushalt hat er uns in den letzten Jahren immer wieder vorgelegt“, so Dammers. Ein tatsächlicher Griff in die aktuell mit über 6,5 Millionen Euro bestens gefüllte Ausgleichsrücklage sei aber nur 2011 nötig geworden. Da schon jetzt klar ist, dass der Jahresabschluss wieder einmal ein besseres Ergebnis erzielen wird als vorgestellt – nach Rechnungen des UB-Vorsitzenden Roger Schröder könnte es ein Plus von 240.000 Euro sein – gab es Lob für diese vorausschauende Handlungsweise von Gerd Dahlmanns.

„Seine konservative Planung schützt uns vor unliebsamen Überraschungen und zügelt mögliche Begehrlichkeiten“, führte SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Mansel dazu aus. Allerdings, so fügte er an, habe es sowieso keine Begehrlichkeiten gegeben. Mansel legte übrigens die kürzeste aller Haushaltsreden hin, er ließ zwischen den Zeilen aber auch durchblicken, dass ihm die fehlende Manöverkritik am Kämmerer, dessen Team und dem Bürgermeister, der letztlich alles verantwortet, auch nicht im Magen liegt. Im Gegenteil, denn so bliebe noch Raum für die im Rat und in den Ausschüssen behandelten Themen. „Unsere Themen sind sachlicher Natur, angefangen bei so banalen Dingen wie der unterschiedlichen Behandlung von Altanen und Balkonen, über Sinn und Unsinn von Tempo-30-Zonen bis hin zu Friedhofsgebühren oder Hebesätzen“, schloss Mansel.

Da es in Gangelt nicht nur einen fiktiv ausgeglichenen Haushalt, einen Kassenbestand von zehn Millionen Euro und eine pralle Rücklage gibt, sondern auch stabile Gebühren und Hebesätze, kaprizierte sich die geäußerte Kritik nur an einzelnen, manchmal auch von außen hinzugeführten Punkten. So kritisierte Roger Schröder von der UB-Fraktion nicht nur die im Raum stehenden Strafzinsen für vorhandene Guthaben, die einige Banken bereits angekündigt hätten. Er kritisierte die vom Land initiierte Finanzierung des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ als Taschenspielertrick der Regierung, sich über eine zwangsweise Kreditaufnahme der Gemeinden dieses Projekt langfristig zu refinanzieren. So müsse die Gemeinde Gangelt bei Abruf der Fördermittel de facto ein Darlehen aufnehmen, das sie die seit 2013 vorhandene Schuldenfreiheit kosten würde.

Günther Dammers sah dies als „Gängelung erster Ordnung“ an. Gegängelt fühlte sich auch Ingrid Heim von der Fraktion der Grün-Liberalen. Nicht von außen, sondern durch das Verhalten von CDU-Vertreter Karl-Heinz Milthaler bei der Diskussion um die Tempo-30-Einführung auf der Straße „Palz“ in Schierwaldenrath fühlte sie sich benachteiligt. „Wie man mit dem Antrag der Grün-Liberalen umgegangen ist, das ist alles andere als rühmlich und nachahmenswert“, sagte sie. Sie ist nicht nur nach wie vor davon überzeugt, dass Tempo 30 auf dieser schmalen und unübersichtlichen Strecke Sinn mache, sondern auch davon, dass sie persönlich für ihre Aktivitäten angegriffen wurde. „Für die Zukunft wünsche ich mir sachbezogene und konstruktive Ausschussarbeit“, schloss sie.

Tempo 30 forderten auch die Freien Wähler, aber auf der Einhardstraße. Doch auch hier setzte sich die Ansicht der CDU durch, dass dies nicht nötig sei. Am Ende blieben von den in anderen Kommunen ausgefochtenen Duellen in den Haushaltsreden in Gangelt nur ein paar Wünsche übrig. Für die Freien Wähler wünschte sich deren Fraktionsvorsitzende Helga Heinen, dass ein gutes Auge auf die immer schwerer zu kalkulierenden Sozialausgaben geworfen werde. Alle Ratsmitglieder hofften darauf, dass Gerd Dahlmanns möglichst lange als Kämmerer agieren könne, damit Gangelt weiterhin das Label „Musterschüler“ tragen dürfe.

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