Konflikttraining: Schüler lernen mit Streitsituationen umzugehen

Von: mabie
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Die Realschüler lernten, dass auch verbale Gewalt ein überall negativ aufgefasstes soziales Verhalten ist. Daher wurden sie auch selbst verbal ausgegrenzt, um zu sehen, was das bedeutet. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Was Konfliktsituationen mit den Ohren zu tun haben können, lernten die Schüler der zehnten Klassen der Städtischen Realschule am eigenen Leib. Denn in einem Konflikttraining stellten sie nicht nur fest, dass es Auseinandersetzungen überall geben kann.

Sie lernten auch, dass die Sprache und Ansprache der Ursprung für manchmal auch ungewollte Auseinandersetzungen sein können.

Zwei Sätze Ohren dabei

Dazu hatten die Lehrerinnen Maria Peter und Birgit Herrmann nicht nur zwei Sätze Ohren dabei. „Wir haben einmal Giraffenohren und einmal Wolfsohren“, so Maria Peter, „die Wolfsohren sind in Situationen aufzusetzen, wo Schüler aggressiv auf andere zugehen“. Die Pädagoginnen freuten sich auch, mit elf slowenischen Schülern, die in diesem internationalen Schulprojekt ebenfalls vertreten waren, zu zeigen, dass verbale Gewalt ein überall negativ aufgefasstes soziales Verhalten ist.

Um sich an den Startpunkt künftig möglichst gewaltfreier Kommunikation zu begeben, erlebten zunächst alle Schüler, wie es ist, verbal ausgegrenzt und beschimpft zu werden „Du bist fett!“ oder gar „Du bist behindert!“ bekamen sie da zu hören. Und es waren vielleicht Worte und Aussprüche, die junge Menschen untereinander auch manchmal benutzen, ohne wirklich darüber nachzudenken, was sie damit eigentlich in ihrem Gegenüber auslösen. „Darum hatten wir auch die Giraffenohren dabei, denn sie bedeuteten, einmal mitzufühlen, sich in die Situation zu versetzen, wie es ist, wenn man solchen Attacken ausgeliefert ist“, so Birgit Herrmann.

Sprachbarrieren waren in diesem grenzüberschreitenden Projekt übrigens schnell erledigt, denn schließlich machte auch der Ton die Musik, selbst, wenn die Dialoge nur gestellt waren. „Das war teilweise ein richtig hartes Stück Arbeit“, sagt Birgit Herrmann weiter, „denn es hat richtig geraucht in den Köpfen, und man konnte beinahe zusehen, wie es bei manchen ‚Klick‘ machte“, schließt sie. Am Ende war es aber dann doch die übergreifende Erkenntnis, die dazu mahnte, künftig vielleicht doch die Wortwahl erst einmal zu überdenken, bevor man mit einem verletzenden Satz den anderen vielleicht sehr tief trifft.

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