Kommunalwahl: Ärger um vordere Listenplätze in der FDP

Von: Udo Stüßer
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Für alle, die mehr wollen: Mit Spannung fragt man sich bei den Liberalen, wer sich bei der Mitgliederversammlung durchsetzt. Foto: stock/IPON

Geilenkirchen. Obwohl sich die Geilenkirchener FDP im Aufwind befindet, gibt es mächtig Ärger in der Partei. Ursache ist die Liste der Wahlkandidaten für die Kommunalwahl am 25. Mai. Hinter den Kulissen, so hört man, geht das Gerangel um Positionen los.

Nach der jüngsten Vorstandssitzung überraschte Ortsverbandsvorsitzender Markus Melchers den FDP-Vorstand mit einem Mitgliederzuwachs im Ortsverband Geilenkirchen von 50 Prozent innerhalb eines Tages. Dies teilte jetzt FDP-Fraktionschefin Toska Frohn mit.

Eigentlich, so sollte man vermuten, ist das doch eine gute Nachricht für und von den Liberalen. Doch weit gefehlt. Frohn teilt zwar mit: „Die FDP freut sich über so viel Zuspruch in der Bevölkerung, nachdem die FDP bei den letzten Bundestagswahlen ein so schlechtes Ergebnis eingefahren hat, dass man die FDP nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Kommunalebene für bedeutungslos wähnte. Die FDP geht mit Zuversicht in den Kommunalwahlkampf, der nun durch so viele neue Mitglieder unterstützt wird.“

Ob diese Zuversicht aber wirklich so groß ist, ist fraglich. Wie jetzt verlautete, muss es bei einer Vorstandssitzung der Liberalen zu heftigen Diskussionen gekommen sein, als die Liste der Wahlkandidaten für die Kommunalwahl am 25. Mai erstellt wurde. Nils Kasper wurde auf Platz eins, Stefan Kassel auf Platz zwei, Fraktionschefin Toska Frohn auf Platz drei und Parteichef Markus Melchers selbst auf Platz vier gewählt. Diese vier Liberalen sitzen auch heute im Stadtrat.

In den vergangenen zehn Jahren waren die Liberalen stets mit vier Mandaten im Geilenkirchener Stadtrat vertreten. Insider befürchten jetzt allerdings, dass am 25. Mai – falls der Bundestrend so anhält und auch auf Geilenkirchen zutrifft – nur zwei, höchstens drei Kandidaten den Einzug in den Stadtrat schaffen. Ortsvereinsvorsitzender Markus Melchers würde in diesem Fall nicht zum Zuge kommen.

Wie nach der Vorstandssitzung weiter verlautete, soll sich Melchers mit dem vierten Platz nicht zufrieden gegeben haben. Er wolle – so hieß es – partout einen der vorderen sicheren Plätze, was ihm aber der Vorstand nicht gewährt habe. Über die endgültige Liste entscheidet allerdings nicht der Vorstand, sondern die Mitglieder haben hier das Wort.

Der öffentliche Ortswahlparteitag der FDP findet am Donnerstag, 30. Januar, 19.30 Uhr, in der Nikolaus-Becker-Stube statt. Für 17 Mitglieder soll die Geilenkirchener FDP Ende 2013 politische Heimat gewesen sein. Nach einem Neueintritt am 8. Januar und zwei von Toska Frohn am 10. Januar geworbenen Neumitgliedern soll Melchers jetzt am 17. Januar am Ende der Vorstandssitzung gleich mit zehn Neueintritten aufgetrumpft haben.

Nach der Diskussion über die Liste war Insidern nach die Verwunderung bei den Vorstandsmitgliedern deshalb groß. Die Aufnahmeanträge sollen direkt der Kreis-FDP weitergeleitet worden sein. So mancher Liberaler in der Stadt mutmaßt nun, dass Melchers, unterstützt von zehn neuen Mitgliedern, auf den vorderen Listenplätzen angreifen will.

Das Aufnahmeverfahren der FDP ist äußerst unbürokratisch: „Ein einfacher Aufnahmeantrag an den FDP-Kreisschatzmeister oder ein anderes Kreisvorstandsmitglied genügt, um zeitnah aufgenommen zu werden und so an der Wahl mitwirken zu können“, heißt es in einer FDP-Erklärung. Melchers selbst bestätigte auf Anfrage die Liste und sprach von einem „vorläufigen“ Ende der Diskussion. Denn: „Gewählt wird vom Ortsparteitag“, sagte er. Weiter meinte er: „Wenn die Mitglieder es wünschen, könnte ich mir vorstellen, für einen der vorderen Plätze zu kandidieren.“ Dass er selbst die zehn neuen Mitglieder geworben hat, bestreitet er: „Das waren vier oder fünf. Der eine oder andere wird mich auch unterstützen. Aber ich bin nicht mit Allen einer Meinung.“

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