Geilenkirchen - Kommt die Verbundschule?

Kommt die Verbundschule?

Von: Udo Stüßer
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Die Anmeldezahlen an der Reals
Die Anmeldezahlen an der Realschule Geilenkirchen sind stark rückläufig. Die Schulkonferenz will aber das Profil der Schule stärken und eigenständig bleiben. Der Ausschuss für Bildung und Soziales will die weitere Entwicklung auch in den Nachbargemeinden beobachten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Anmeldezahlen an der Geilenkirchener Realschule sind stark rückläufig. Nur noch 45 Kinder haben sich für das Schuljahr 2011/12 angemeldet, für das Schuljahr 2008/2009 waren es noch 97 Mädchen und Jungen.

Gleichzeitig besuchen 231 Geilenkirchener Schüler die Hauptschule Gangelt, 20 die Selfkantschule. Dafür sieht der städtische Haushalt eine Kostenbeteiligung in Höhe von 225 000 Euro vor. Die schulpolitischen Diskussionen in Düsseldorf lassen derweil den Schluss zu, dass die Hauptschulen künftig durch andere Schulformen ersetzt werden sollen. „Bis 2014/2015 wird sich die Anmeldezahl an der Hauptschule Gangelt um 30 Prozent reduzieren”, prognostizierte Beigeordneter Herbert Brunen.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich am Donnerstagabend der Ausschuss für Bildung und Soziales mit der künftigen Ausrichtung der Realschule. Zwar beschreibe, so Beigeordneter Herbert Brunen, der kreisweite Schulentwicklungsplan für die Stadt Geilenkirchen keine konkreten Handlungsempfehlungen, allerdings könnten Entwicklungen in den Nachbarkommunen auch Auswirkungen auf die Schulsituation in Geilenkirchen haben. In den Gemeinden Gangelt und Selfkant würden seit geraumer Zeit Überlegungen zu möglichen Veränderungen in der Sekundarstufe angestellt.

„Für Gangelt und Selfkant zwei Hauptschulen und eine Realschule reichen nicht. Entwickelt sich dort eine Verbundschule, hat das Auswirkungen auf unsere Situation”, erklärte Brunen. Gespräche mit den Verantwortlichen dieser Kommunen seien geführt worden. „Derzeit gibt es keine konkreten Entwicklungen, die uns veranlassen, unsere Schullandschaft zu verändern. Wir müssen jetzt nicht reagieren.”

Die bisherige Verbindlichkeit der Schulformempfehlungen am Ende der Grundschulzeit sei aufgehoben worden. Dies könnte, so Brunen weiter, dazu führen, dass die Wahl für eine weiterführende Schule sich künftig nicht primär an der Empfehlung der Grundschule, sondern mehr noch an dem Willen der Eltern und Schüler orientiere. Auf Landesebene sei schulpolitisch wieder einiges in der Diskussion, besonders aber die Haupt- und Realschulen. Vor diesen Hintergründen hat die Verwaltung mit der Leitung der Realschule und deren Mitwirkungsgremien die Möglichkeiten der künftigen Ausrichtung der Schule diskutiert. Es sei deutlich geworden, „dass die Mitwirkungsgremien der Schule die klare Zielsetzung haben, diese etablierte Schulform als wichtige Säule unserer Schullandschaft nicht nur zu erhalten, sondern zu stabilisieren und zu stärken”.

Realschulrektor Peter Pauli erklärt im Namen der Schulgemeinde: „Die Schüler und Eltern haben ein Recht auf ein ausgewogenes Schulangebot. Die Eltern, die sich für die Realschule entscheiden, tun dies auch, weil sie eine standortnahe, anerkannt erfolgreiche und bewährte Schulform für ihre Kinder wünschen.” Dr. Joachim Möhring, Vorsitzender des Ausschusses, erklärte, angesichts der Zweizügigkeit im kommenden Schuljahr müsse man über Alternativen nachdenken. „Raumpotenzial für einen Hauptschulzweig ist in der Realschule vorhanden. Aber dann sind wir bei der Verbundschule”, sagte Beigeordneter Brunen.

Stärkung des Profils

Diskutiert wurde über den Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Bemühungen zur Stärkung des Profils der Schule zu unterstützen. Weitere schulorganisatorische Überlegungen sollten erst später angestellt werden.

Ruth Thelen (Grüne) wollte die Stellungnahme der Realschule lediglich zur Kenntnis nehmen, die „Stärkung des Profils” wollte sie gestrichen wissen. Denn: „Wir sollten keine Richtung einschlagen ohne zu wissen, was geschieht.” Anderer Meinung war Manfred Schumacher (CDU): Wir stärken die Realschule.” Bei vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss für den Verwaltungsvorschlag aus.
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