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Kommentiert: Was heißt hier Luxus?

Ein Kommentar von Jan Mönch

Die Feuerwehr besteht aus Freiwilligen, trotzdem gibt es eine klare Rangfolge und eine straffe Hierarchie. Das muss so sein, wenn es im Einsatz hart auf hart kommt.

Geschieht dies, so wie jetzt, außerhalb des Einsatzes, dann ist es ratsam, einen Schritt zurückzutreten und sich in Erinnerung zu rufen, was der Dienst in der Feuerwehr eigentlich ist: ein Ehrenamt.

Man könnte jetzt einen Heldengesang anstimmen, aber es geht auch frei von Pathos: Nur weil es bisher genug Freiwillige gibt, ist Geilenkirchen nicht gezwungen, sich eine Berufsfeuerwehr zu leisten. Die würde auf gar nicht mal allzu lange Sicht Millionen kosten – ein Schwelbrand im Haushaltsplan. Das wird nicht morgen passieren und auch nicht kommendes Jahr. Aber vielleicht in zehn Jahren. Es ist daher kurzsichtig und falsch, so zu tun, als sei es Luxus, sich eine kleine Einheit wie die in Beeck zu leisten. Luxus ist es, die Mitglieder nicht bei der Stange zu halten.

Vielleicht ist es aus bürokratischer Sicht ja tatsächlich in Ordnung, wenn Beeck demnächst von Prummern und von Würm aus abgedeckt wird. Sich jetzt aber darauf zurückzuziehen, dass doch alles schon im Brandschutzbedarfsplan stand, ist fadenscheinig. Der ist schließlich nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde von der Stadt selbst erstellt (und von der Politik abgesegnet). Der Verweis auf den Bedarfsplan ist daher argumentativ nicht mehr wert als die Aussage: Aber wir haben doch entschieden, dass wir so entscheiden.

Natürlich: Womöglich geht es auch ein Stück weit um Befindlichkeiten und um Kirchturmdenken. Vielleicht geht es eher um Emotion als um Vernunft. Und wenn schon! Es ist noch keiner der Feuerwehr beigetreten, um „feuerwehrtechnischen und feuerwehrtaktischen Ansprüchen“ gerecht zu werden. Sondern aus Gründen, die eine Menge mit Heimatverbundenheit und Kameradschaft zu tun haben. Deshalb müssen diese Gründe auch jetzt zählen dürfen. Und nicht nur dann, wenn Honoratioren Sonntagsreden schwingen. Spätestens wenn das nächste Mal ein Orkan über die Dörfer gerauscht ist, dann will wieder die Stadt etwas von ihren Freiwilligen – und nicht umgekehrt.

Klug ist, dass Bürgermeister Schmitz die Entscheidung jetzt gemeinsam mit dem Rat treffen will. Und gut ist, dass er das Gespräch mit den Beteiligten sucht. Schließlich hat Schmitz im Wahlkampf versprochen, einer zu sein, der es versteht, zu vermitteln und die Interessen unter einen Hut zu bringen. Sein Typ ist gefragt.

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