4551448.jpg

Kommentiert: Rettungsring gesucht

Ein Kommentar von Udo Stüßer

Am kommenden Mittwoch wird der Geilenkirchener Stadtrat einen rund 60 Millionen Euro umfassenden Haushalt verabschieden.

Ein historischer Tag für die Stadt, denn der Haushalt ist ausgeglichen, ein Haushaltssicherungskonzept ist nicht mehr erforderlich. Mit Recht mahnen die Haushaltsexperten, dass auch künftig sehr sorgsam mit den Finanzen umgegangen werden muss. Aber, und das ist ebenso ein ganz wichtiger Punkt: Die Stadt ist wieder handlungsfähig.

Die Politik kann und muss entscheiden, welche freiwilligen Leistungen sie bezahlen will. Was sich für die Stadt Geilenkirchen im Nachhinein zumindest finanziell als Glücksfall entpuppt, nämlich der Großbrand im Sportzentrum, erweist sich für die Schwimmvereine hingegen als große Katastrophe. Nicht nur dass ihnen mit dem Verlust des Hallenbades über Jahre hinweg die Existenzgrundlage entzogen wurde: Sie schwimmen nicht mehr in hiesigen Gewässern, dazu aber lässt die Politik sie in ihrer Heimatstadt im Regen stehen.

Ein Rettungsring aus dem Rathaus könnte da hilfreich sein. Die Verantwortlichen dieser Vereine wollen kein Geld für sich. Ganz im Gegenteil: Die Übungsleiter bekommen keinen Cent, nehmen weitere Fahrtstrecken in Kauf und bezahlen den Sprit aus ihrem eigenen Portemonnaie. Was sie wollen, ist ein kleiner Zuschuss, damit der Beitrag für Kinder und Jugendliche nicht in die Höhe schnellt. Da ist die Politik gefordert, einen Weg zu finden. Wenn Bürgermeister Thomas Fiedler es als nicht gesichert ansieht, dass sich durch den Wechsel des Besteuerungsmaßstabes der Vergnügungssteuer das Steueraufkommen erhöht, sollte er einen Blick nach Simmerath werfen. Dort helfen Spielautomaten der klammen Kasse.

Dort haben die Volksvertreter im Hauptausschuss beschlossen, die Berechnungsgrundlage umzustellen und auf fünf Prozent des Spielumsatzes festzulegen. Dort rechnet man in 2015 mit Mehreinnahmen von 93.000 Euro gegenüber 2013. Auch in Eschweiler ist eine Umstellung geplant. Ein Einnahmeplus könnte auch Geilenkirchen gut gebrauchen. Aber damit bringt man Spielhallenbesitzer und Gastwirte gegen sich auf. Die Politik muss entscheiden. Hoffentlich tut sie das zum Wohl unserer Kinder, damit sie nicht im Regen stehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert