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Kommentiert: Hanebüchene Argumente

Ein Kommentar von Jan Mönch

Bei Lichte besehen, kann die Hastenrather Straße gar nicht dem Verkehr dienen. Schließlich wird dort eine Schmierenkomödie aufgeführt, deren Akteure sich in ihren Rollen völlig verausgaben. Für Autos bleibt da kein Platz.

Dafür kann man sich die Argumente des Straßenverkehrsamts gegen eine Öffnung wahrlich auf der Zunge zergehen lassen. Als die Straße schon einmal wegen einer Baustelle als „unechte Einbahnstraße“ geöffnet wurde, heißt es, seien die Autos hundertfach in die verbotene Richtung unterwegs gewesen. Eine Einbahnstraße finde also keine Akzeptanz.

Man staunt Bauklötze. Konsequent weitergedacht, könnte man sich so auch für die Aufhebung des Tempolimits in den Städten aussprechen. Schließlich gibt es Raser, die sich wenig darum scheren. Keine Akzeptanz, weg mit Tempo 50. Ohnehin, und nun wird es wahrlich absurd, sei eine Öffnung der Straße „keinesfalls notwendig“. Seit wann die Öffnung einer mit Steuergeld finanzierten Straße einer Begründung bedarf, und nicht ihre Schließung, hat der Verfasser nicht aufgeschrieben. Dafür wird die „Querungshilfe für Fußgänger“ am Einkaufszentrum gelobt. Die sei nun wirklich „eindeutig gelungen“.

Glückwunsch. Bloß hatte danach niemand gefragt. Würde an jeder gefährlichen Stelle so verfahren, wie Kreis und Gemeinde es einträchtig mit der Hastenrather Straße machen, wäre vom Straßennetz nicht mehr viel übrig. Was die Akteure dieser Komödie nicht merken: Mit ihrer Argumentation sind sie längst da, wo die Kritiker hinwollen: Auf einer Einbahnstraße.

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