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Kommentiert: Es kracht im Gebälk

Ein Kommentar von Udo Stüßer

Der Wahlkampf ist eröffnet. Zwei Männer stehen im Ring: Mit Christian Kravanja schickt die Bürgerliste einen versierten Verwaltungsfachmann und erfahrenen Kommunalpolitiker in den Ring, der in den acht Jahren als Fraktionschef große Sachlichkeit und Kompetenz an den Tag gelegt hat.

Seine Wortbeiträge in Rats- und Ausschusssitzungen gingen niemals unter die Gürtellinie des politischen Gegners. Der Gegenkandidat von der CDU: Ronnie Goertz, erfahrener Banker und in seiner Freizeit Chef der größten Interessenvertretung im Kreis Heinsberg. Als Vorsitzender des Kreissportbundes führt er 280 Vereine mit 60.000 Mitgliedern an. Dazu gehört nicht nur eine große Portion Idealismus, sondern auch Können, Führungserfahrung und Teamgeist. Zwei gute Kandidaten haben den Wettstreit um das Bürgermeisteramt aufgenommen.

Während sich die Christdemokraten und die parteiunabhängige kommunalpolitische Vereinigung nun für den Wahlkampf rüsten, kracht es mächtig im Gebälk der CDU, die zunächst vier Kandidaten auserkoren und sich mehrheitlich erst im zweiten Wahlgang für Ronnie Goertz entschieden hat. Sicherlich war es eine Sternstunde der Demokratie, den Mitgliedern nicht nur einen vom Parteivorstand ausgewählten Bewerber, sondern gleich vier zu präsentieren. Es bleibt aber nach wie vor der bittere Beigeschmack, dass vor der Mitgliederversammlung mächtig die Strippen im Hintergrund gezogen wurden, wie Insider klagen. Die Telefondrähte müssen da richtig heiß gelaufen sein, jedes Lager wollte partout seinen Favoriten nach vorne bringen.

In den Lagern der Unterlegenen werden nun nach dem Wahlergebnis nicht nur die Wunden geleckt. Nein, es machen sich Unverständnis und Enttäuschung bei so manchem Christdemokraten breit. Unverständnis beispielsweise darüber, dass man einen parteilosen Außenstehenden dem Prummerner Ortsvorsteher Klaus Bales und sogar dem Parteichef und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Manfred Schumacher gegenüber den Vorzug gegeben hat. Jetzt darf man gespannt auf den Parteitag der CDU blicken, der im Frühjahr stattfindet. Wird sich der Parteichef zur Wiederwahl stellen? Wird er das Ergebnis eines demokratischen Prozesses sportlich akzeptieren? Oder hat er die Nase gestrichen voll und wirft die Brocken hin? Für die CDU wäre es ein herber Verlust.

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