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Kommentiert: CDU vor dem großen Umbruch?

Ein Kommentar von Udo Stueßer

Der politische Newcomer Georg Schmitz hat die Wahl für sich entschieden. Damit haben die Geilenkirchener allen Parteien, aber ganz besonders der CDU eine schallende Ohrfeige verpasst.

Sie haben einen Mann zum Verwaltungschef gemacht, der im Wahlkampf einzig und allein auf seine Bekanntheit gesetzt hat. Schmitz hat es geschafft, dass Sachthemen und Kompetenz bei dieser Wahl am Ende überhaupt keine Rolle mehr gespielt haben.

Und sicherlich war es auch eine Protestwahl, in erster Linie gegen die christdemokratische Politik der vergangenen Jahre. Das Erscheinungsbild der CDU war im Wahlkampf geradezu erbärmlich. Unsägliche Diskussionen und Anfeindungen – teils öffentlich, teils hinter den Kulissen mit schweren Geschützen – innerhalb der Partei haben den Kandidaten Ronnie Goertz von Anfang an beschädigt.

Wenn führende Christdemokraten ihrem Kandidaten keinerlei Unterstützung zukommen lassen, andere sich nur halbherzig am Wahlkampf beteiligen, kann man nicht erwarten, dass diese Politik beim Bürger ankommt. So manch einer hatte schon kurz nach der Kandidatenkür die Nase gestrichen voll, sowohl Politiker als auch Wähler.

Doch wie konnte es so weit kommen? War Ronnie Goertz der falsche Kandidat? War es die falsche Strategie der CDU-Spitze? Und wie konnten die Gräben innerhalb der Partei immer weiter aufreißen? Wie konnte die CDU-Führung um Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff es so weit kommen lassen? Hat sie ihre Kritiker unterschätzt? Oder sich selbst überschätzt?

Diese Fragen muss die Geilenkirchener CDU jetzt schnellstens beantworten. Am Montag wird es bei der Fraktionssitzung hinter verschlossenen Türen wohl richtig knallen. Wolff, der sich für Ronnie Goertz so stark gemacht hat, wird erklären müssen, wie es nach dieser Wahlniederlage weitergeht. Dass niemand an Wolffs Stuhl sägt, dürfte einzig und allein daran liegen, dass weit und breit kein geeigneter Nachfolger in Sicht ist.

Wolff hingegen kann die Schuld ganz bequem auf die Abweichler schieben. Fraglich ist, inwieweit eine Zusammenarbeit beider Lager dann noch möglich ist. Den großen Umbruch hat die Partei ja bereits vor der Stichwahl angekündigt. Er wird jetzt kommen.

Und der neue Bürgermeister? Der Alltag wird Georg Schmitz schnell einholen. Mit einer angriffslustigen, weil angeschossenen CDU im Rat wird „Schorsch“ nicht viel Freude haben. Er wird gute Berater brauchen.

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