Kogenbroich im Wettstreit um die Goldmedaille bei „Unser Dorf hat Zukunft“

Von: Katharina Menne
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Ein Paradies für die Kogenbroicher Bienen, aber auch für die menschlichen Bewohner: das Biotop an der Versickerungsmulde. Foto: Katharina Menne

Geilenkirchen. Kogenbroich schmeckt – zumindest den Bienen des Dorfimkers. In der Natur rund um das kleine Straßendorf finden sie genug Nektar, um die Waben in ihrem Bienenstock zu füllen. Es ist das einzige direkt aus dem Dorf stammende Produkt, das man kaufen kann. Für 4,50 Euro kann dann jeder kosten, wie Kogenbroich schmeckt.

Doch dafür müsste man hier erstmal anhalten. Die meisten fahren auf der Landstraße 42 einfach am Ortsschild vorbei, nehmen es vielleicht nicht einmal wahr. Denn Kogenbroich besteht nur aus einer Straße mit einer kleinen Abzweigung, an der 34 Häuser stehen, sowie aus der Ortschaft Zumdahl mit fünf weiteren Häusern und den beiden Gutshöfen Zumdahl und Leerodt.

Doch gerade diese wilde Idylle hält Roger Gottschalk für besonders liebenswert an seiner Heimat und für ein gewichtiges Argument im Wettstreit um die Goldmedaille bei „Unser Dorf hat Zukunft“. „Um uns herum summt, piept und grunzt es – das ist wirklich fantastisch“, sagt er. Der 47-Jährige ist in Kogenbroich aufgewachsen, hat das Haus seiner Eltern geerbt und wohnt jetzt selbst mit seinen drei Kindern hier. Das Dorf grenzt direkt an ein großes Naturschutzgebiet und an zahlreiche Waldstücke. Es ist ein Paradies für Singvögel und Bodenbrüter.

Weil hier jeder jeden kennt, hält die Dorfgemeinschaft fest zusammen und setzt sich ein für den kleinen Ort. „Das Dorffest gehört seit 1984 zur festen Tradition“, sagt Gottschalk. „Von den überschüssigen Einnahmen finanzieren wir Präsentkörbe für die älter werdenden Bewohner zu den runden Geburtstagen.“ Außerdem kümmern sich alle um die beiden Denkmäler und um gemeinsame Plätze.

Ansonsten hat das 86-Seelen-Dorf einen Briefkasten, eine Bushaltestelle, die unter der Woche zwölfmal am Tag bedient wird, einen Steinhandel und einen Betrieb für Garten- und Landschaftsbau. „Ohne Auto geht es nicht“, räumt Gottschalk ein.

Entlastung schaffen

Aufgrund der Lage in einer Senke wurde der Ort in der Vergangenheit immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht. Nach der letzten großen Flut im Jahr 2010 willigte die Stadt auf das Drängen der Kogenbroicher hin ein, Entlastung zu schaffen in Form einer großen Versickerungsgrube. Dort ist mittlerweile durch den tatkräftigen Einsatz der Dorfbewohner ein wunderschönes Biotop mit Wildblumen, Streuobstwiese, Walnussbaum und zwei Bänken entstanden. Von dort aus kann man den Blick über die Felder und Wiesen streifen lassen.

Nicht sehr glücklich sind die Einwohner allerdings mit einer Unterkunft, in der aktuell Obdachlose untergebracht sind. Roger Gottschalk merkt an, dass „deren Lebensart und Verhalten das Dorfleben, insbesondere das der Kinder, aufgrund der von den Personen ausgehenden Gefahren massiv einschränkt“. Sie seien unberechenbar, durchaus gewaltbereit und gliederten sich nicht in die Dorfgemeinschaft ein. Seine Kinder lasse er dort nicht unbeaufsichtigt spielen, sagt er.

Doch Kogenbroich lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. „Wir setzen uns zurzeit dafür ein, zwei schöne Rundwanderwege um den Ort herum einzurichten“, sagt Roger Gottschalk, „damit auch andere die traumhafte Natur rund um Kogenbroich genießen können.“

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