Geilenkirchen - Klaviersommer: Auf der Bühne der Meister

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Klaviersommer: Auf der Bühne der Meister

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Hier zeigt die erst 16-jährige Yu Tong Wu anhand von Haydns „Sonate D-Dur“, wie sich ein jahrhundertealtes Werk in frischer Interpretation zum Klingen bringen lässt. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Trotz des eher tropischen Klimas blieben am Mittwochabend die Fenster des Bürgersaals im Haus Basten geschlossen. Grund dafür war nicht etwa, dass niemand die von den neun auftretenden Teilnehmern des zum „Klaviersommer Geilenkirchen“ gehörenden Meisterkurses gespielten Töne hören sollte.

Ganz im Gegenteil, denn Moderator und Gastgeber Florian Koltun war mehr als nur angetan von den Leistungen der fast ausschließlich sehr jungen Interpreten.

„Dazu kommt, dass wir noch nie neun Meisterkurs-Teilnehmer hatten“, freute sich Koltun über einen neuen Rekord. Bei der fünften Auflage des internationalen Piano-Festivals in Geilenkirchen zeigte sich aber nicht nur, dass bereits der durchgängig aus China stammende Nachwuchs ein hervorragendes Leistungsniveau zu bieten hat.

Die hohe Teilnehmerzahl in Verbindung mit den stattfindenden Konzerten und dem ab dem heutigen Freitag startenden Wettbewerb bedeutet für die Organisatoren auch eine logistische Herausforderung. „Es lohnt sich aber immer wieder, denn wir haben wunderbare Kandidaten aus jedem Spektrum zu bieten“, sagte Florian Koltun.

„Die Menschen, die zu uns nach Geilenkirchen kommen, dienen als Multiplikatoren, die Impulse weitergeben können“, bekräftigte Florian Koltun. Die Teilnehmer des Meisterkurses, der von Klaviersommer-Leiterin Xin Wang, Florian Koltun, Prof. Thomas Duis, Prof. Christopher Oakden und Prof. Georg Friedrich Schenck geleitet wurde, boten aber nicht nur im Altersspektrum zwischen 14 und 30 Jahren eine breite Palette.

Die Komponisten wurden nicht alleine nach dem Grad der Schwierigkeit oder dem Können ausgewählt. Auch die persönlichen Vorlieben eines Interpreten zeigten sich deutlich in der Ausführung. Zu Beginn zeigte beispielsweise Yu Tong Wu mit Haydns „Sonate D-Dur“ (Hob XVI: 37), wie die augenzwinkernde, ja spontane Kreativität des Komponisten auf die Ausführenden überspringen kann.

Ein weiteres schönes Beispiel dafür war Lu Xin Zhang, die bei Mendelssohn Bartholdys „Rondo Capriccioso“ (Op. 14) sich von der flirrenden Dynamik der Noten mitreißen ließ und so großen Applaus erntete.

Den hatten sich auch die weiteren Meisterkursteilnehmer wirklich verdient. Zwar waren die Interpreten hinter den Kulissen durchaus angespannt, was sich aber spätestens nach dem letzten Ton in Wohlgefallen auflöste. So spielten sich Yu Han Wang mit Haydn und Bach, Rui Rong Wang mit Bach und Chatschaturjan und Shi Yao Wang mit Schubert und Rachmaninow durch ältere und neuere Klassiker.

Nach der Pause übernahmen Zi Hao Zhang mit Beethoven und Mendelssohn Bartholdy, Jing Xu mit Schubert und Liszt, Tian Tian Gao mit Beethoven und als Krönung zum Schluss noch Hsi Yun Wu mit dem ersten und vierten Satz aus Prokofievs „Sonate d-Moll“ (Op. 14) die Leistungsschau des Pianisten-Nachwuchses in Geilenkirchen. Dass die Wahl der zu spielenden Stücke sich ganz bewusst auf europäische Schreiber beschränkte, sorgte abschließend bei Florian Koltun für ein weiteres Lächeln.

Denn, so umschrieb er es, die jungen Chinesen, die sich nach jahrelangem Üben auf die Bühne der Meister wagen, genießen gerne die Kreativität und die Inspiration, die, damals wie heute auch musikalisch ansteckend sei. Dem pflichteten die Gäste gerne bei, auch wenn sie sich sicherlich nicht gegen ein klimatisch kühleres Lüftchen im Konzertsaal gewehrt hätten.

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