„Klavier-Nacht“: Eindrucksvolle Klänge und reichlich Beifall

Von: Johannes Gottwald
Letzte Aktualisierung:
7409545.jpg
Die Sopranistin Christine Albert gefiel mit herrlichen Brahms- , Grieg- und Wolf- Interpretationen. Am Flügel wurde sie von der Pianistin Xin Wang begleitet. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Dass die ehemalige Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums über eine vorzügliche Akustik verfügt, hat sich mittlerweile schon bei vielen Chören und Veranstaltern aus der Region herumgesprochen. Zuletzt aber konnte man dort erstmals eine regelrechte „Klavier-Nacht“ erleben.

Die Künstlervermittlung Koltun, die bereits in der Nachbarstadt mit dem vielbeachteten 1. Geilenkirchener Klaviersommer im vergangenen Jahr einen besonderen musikalischen Akzent gesetzt hatte, wollte sich nun auch in Übach-Palenberg mit einem ähnlich groß angelegten Projekt ein Stammpublikum erobern.

In einer Serie von vier jeweils rund einstündigen Konzerten mit zahlreichen international renommierten Künstlern aus China, Italien, Russland und Deutschland erklangen mehr als vier Stunden lang Werke aus Klassik, Romantik und früher Moderne.

Den Konzert-Reigen eröffnete Ivana Bordonaro. Mit der Beethoven-Sonate Nr. 30 in E-Dur op. 109 präsentierte sie gleich zu Beginn ein musikalisches „Schwergewicht“.

Denn dieses Spätwerk, das Beethoven übrigens schon in völliger Taubheit schuf, stellt für den Interpreten in technischer und musikalischer Hinsicht eine große Herausforderung dar, die jedoch von Ivana Bordonaro souverän gemeistert wurde.

Rauschender Applaus

Das leichtfüßig-brilliante Rondo op. 5 von Fréderic Chopin bildete danach einen ebenso wirkungsvollen Kontrast. Nach einer kurzen Pause betrat dann das Klavierduo Irina Leveleva und Elena Smolkanski die Bühne. Zunächst stand mit der Sonate KV 521 von Mozart ein Werk der Wiener Klassik auf dem Programm.

Romantisch-impressionistische Klänge dominierten in der „Dolly-Suite“ op. 26, die der Komponist Gabriel Fauré einst für seine Nichte geschrieben hatte.

Eine der besten Wiedergaben das ganzen Abends war zweifellos danach die berühmte Rhapsody in Blue von George Gershwin in einer Fassung für zwei Klaviere. Schon bei der Uraufführung dieses Werkes, dass eine einzigartige Synthese von Klassik und Jazz darstellt, tobte das Publikum vor Begeisterung – und der Siegeszug dieser Komposition hält bis heute an.

Kein Wunder also, dass es auch im CMC rauschenden Beifall gab. Ganz im Banne der Spätromantik stand das dritte Konzert des Abends, das die Sängerin Christine Albert zusammen mit der Pianistin Xin Wang als Begleiterin am Klavier gestaltete.

Gleich bei den schlichten, aber gleichwohl eindringlichen „Vier Volksliedern“ von Johannes Brahms erwiesen sich beide Interpretinnen als exzellente Könner ihrer Kunst.

Den Schlusspunkt des Abends setzte dann Florian Koltun mit zwei großangelegten Werken. Bei den 32-Variationen über ein Thema in c-moll von Beethoven hatte Koltun letztlich die Gelegenheit, seine gesamten technischen Finessen sowie sein hohes musikalisches Können eindrucksvoll auszubreiten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert