Klappern gehört zum Ortsbild

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„Auf geht‘s, zum Kläppern!“ Stephan Lütgemeier (l.) und rund 20 Messdiener pflegten in Breberen jetzt erneut diese Tradition als „Ersatz“ für das Glockengeläut. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Breberen. Dass „die Glocken zu Ostern nach Rom fliegen“, so der Volksmund, mag in diesem Jahr auch daran gelegen haben, dass sie sich den neuen Papst einmal genauer anschauen wollten. Unabhängig vom Nicht-Dasein der Glocken, pflegt man jedoch in der Kirchengemeinde St. Maternus in Breberen noch den uralten Brauch des Kläpperns.

„Eigentlich immer schon“, antwortet Diakon Stephan Lütgemeier auf die Frage, seit wann diese Tradition betrieben wird. Verständlich, dass sich auch die Jugendlichen, größtenteils Messdiener aus dem Dorf, nicht daran erinnern, wie viele Generationen vor ihnen schon durch die lang gezogenen Ortsteile in Breberen gezogen sind.

Der kirchlichen Gepflogenheit zufolge schweigen ab Gründonnerstag nach dem Gloria, der Messe vom letzten Abendmahl, über den Karfreitag bis zum Osterfest die Läutwerke. Das hängt damit zusammen, dass die Kirchenglocken zumeist eine festliche Stimmung ausdrücken, und die ist eben in der Zeit der Grabesruhe Jesu nicht angebracht. Auch die Orgeln schweigen.

Um dennoch den Mitgliedern der Kirchengemeinschaft das Angelusläuten nahezubringen, wird um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr mit selbst gebauten Holzinstrumenten, die das Klappern („Kläppern“)erzeugen, daran erinnert. Rund 20 junge Leute hatte Stephan Lütgemeier zu den jetzigen Kartagen früh aus den Federn locken können, um diesen Brauch zu pflegen. Früher wurde wohl auch noch zum Kläppern gesungen; das gibt es heute nicht mehr.

Grundsätzlich, erzählt Stephan Lütgemeier, werde man von den Leuten freundlich empfangen. Die Begrüßung „Schön, dass ihr da seid“, sei auch eine Bestätigung für die Brauchtumspflege.

Verständnis hat er allerdings dafür, dass sich um 6 Uhr in der Frühe schon mal jemand gestört fühlt, wenn da vor seinem Haus gekläppert wird, was die Holzinstrumente hergeben. Und auch mit den Anwohnern im Umfeld der Kirche, in dem Diakon selbst wohnt, kann er mitfühlen: „Die freuen sich eigentlich, wenn die Glocken mal ein paar Tage nicht läuten – und dann kommen wir.“

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