Gangelt - Kitas platzen aus allen Nähten: Von Überbelegung und Unterversorgung

Kitas platzen aus allen Nähten: Von Überbelegung und Unterversorgung

Von: Dettmar Fischer
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Sechs Kinder unter zwei Jahren und 23 ältere Kinder haben in Gangelt im laufenden Kindergartenjahr keinen Platz in einer Kita bekommen. Eine Erweiterung und ein Neubau sollen Abhilfe schaffen. Foto: dpa

Gangelt. Eine Bedarfsanalyse zum Thema Kindergartenplätze in der Gemeinde Gangelt legte jetzt die Gemeindeverwaltung dem Ausschuss für Kultur und Soziales vor. Die CDU-Fraktion hatte den Antrag bezüglich der Kindergartenplätze gestellt, da ihre Mitglieder des öfteren von Eltern darauf angesprochen worden seien, dass nicht genügend Kindergartenplätze vorhanden seien.

Diese Bedarfsanalyse solle den politischen Gremien als Grundlage für weitere Beratungen dienen, so der CDU-Antrag. Der Jugendhilfeträger für Gangelt ist der Kreis Heinsberg. Dort besteht ein Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kindergartenplatz.

Vier Träger

Die Bedarfsanalyse zeigt folgende Ergebnisse: In der Gemeinde Gangelt bestehen zurzeit sechs Kindergärten mit insgesamt 21 Gruppen. Davon sind zwei unter der Trägerschaft der pro multis gGmbH, zwei unter der Trägerschaft von Elternvereinen, einer von der Katharina Kaspar Via Nobis GmbH und einer unter der Trägerschaft der Gemeinde Gangelt.

Zurzeit sind in der Gemeinde Gangelt insgesamt 379 Plätze vorhanden. Im Kindergartenjahr 2017/2018 sind in den Kindergärten im Gemeindegebiet Gangelt Überbelegungen von 31 Kindern zu verzeichnen. Unversorgt sind sechs U2-Kinder, 16 U3-Kinder und sieben Kinder über drei Jahren, insgesamt 29 Kinder.

Zu möglichst baldigen Verbesserung der Situation in der Gemeinde Gangelt sei angedacht, wie Bürgermeister Bernhard Tholen den Ausschussmitgliedern erläuterte, den Kindergarten Villa Kunterbunt der Gemeinde Gangelt um eine U3- Gruppe mit zehn Plätzen zu erweitern. Das im Eigentum der Gemeinde Gangelt befindliche Objekt auf der Rodebachstraße 44 in Stahe, das zurzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, käme auch aufgrund der Nähe zum Kindergarten in Betracht.

Zur Übernahme der Umbaukosten kann ein Antrag an den Landschaftsverband Rheinland gestellt werden. Hierbei werden 90 Prozent der Umbaukosten (maximal 11.000 Euro) durch das Land finanziert sowie 3350 Euro pro Kind als Einrichtungspauschale.

Auch nach der Errichtung dieser weiteren Gruppe ist das Problem in der Gemeinde Gangelt noch nicht gelöst. Es besteht mindestens ein Bedarf für einen weiteren dreigruppigen Kindergarten in Schierwaldenrath/Birgden/Kreuzrath.

Suche nach Grundstück

Da der Zuzug von Familien nicht in den Bedarf eingeflossen ist, hält die Verwaltung einen weitergehenden Bedarf für sehr wahrscheinlich. Die Verwaltung bemüht sich daher um Grundstücke in Birgden und Gangelt, da auch nach Auffassung des Kreisjugendamtes aufgrund der Neubaugebiete neue Einrichtungen dort am sinnvollsten sind.

Bürgermeister Tholen ging auch auf die Schwierigkeiten ein, die aktuell im Jugendamtsbezirk bei der Gewinnung von Trägern bestehen. Hintergrund ist unter anderem die Leistung der Trägeranteile (Kommunen 21 Prozent, Kirche zwölf Prozent, Elternvereine vier Prozent, andere Träger neun Prozent). Die Träger seien nicht mehr bereit oder in der Lage, die Trägeranteile zu leisten, stellte Tholen fest.

Da der Kreis in der Rechtsverpflichtung ist, überlege er daher, für neue Kindergärten und Kindergartengruppen den Trägeranteil insgesamt zu übernehmen. Die Gemeinde Gangelt unterstützte mit eigenen Zuwendungen bereits mehrere Träger.

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