Kitas: Eltern wollen mehr zu Wort kommen

Von: Udo Stüßer
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Die Frauen hoffen auf die baldige Sanierung des Kindergartens Teveren. Foto: Udo Stüßer
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Die Frauen möchten auf dem weitläufigen Gelände der Janusz-Korczak-Schule in Hünshoven den neuen Kindergarten gebaut wissen. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Die Geilenkirchener Kindertagesstätten platzen aus allen Nähten. Eine Entlastung ist dringend notwendig“, erklärt Katja Wegner-Hens. Die Mutter von vier Kindern weiß ganz genau, wo bei jungen Eltern der Schuh drückt.

Schließlich wurde sie jetzt zum dritten Mal in Folge von der Versammlung der Elternbeiräte der zwölf Kitas im Geilenkirchener Stadtgebiet zur Vorsitzenden des Jugendamtselternbeirates gewählt, der die Interessen der Eltern gegenüber dem Jugendamt und den Trägern der Einrichtungen vertritt. In dieser Funktion ist die Geilenkirchenerin, auch Mitglied des Elternbeirates der Awo-Kita Stadtmitte, beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss, und sie ist Delegierte für den Landeselternbeirat NRW. Fünf weitere Mütter stehen Wegner-Hens zur Seite.

Nicht nur der Ausbau von Kindergartenplätzen steht auf der Agenda des Jugendamtselternbeirates: Fragen rund um die Betreuungskonzepte, die Rahmenbedingungen in den einzelnen Kitas und die Gebührenstruktur haben sich die sechs Frauen für das laufende Kindergartenjahr auf die Fahne geschrieben.

In vielen Gesprächen mit Eltern haben Katja Wegner-Hens und ihre Mitstreiterinnen festgestellt, mit welchen Problemen sich junge Eltern in Geilenkirchen konfrontiert sehen. „Die Randzeitenbetreuung ist in Geilenkirchen sehr mau. Nur die Awo-Kitas bieten eine Betreuung von 7 bis 17 Uhr an“, fordert sie längere Öffnungszeiten.

Für dringend erforderlich hält die Sprecherin der Eltern den Bau einer neuen dreigruppigen Kita, der auch beschlossene Sache ist. Unklar ist allerdings noch der Standort für den Neubau. Für die Verwaltung hingegen scheint die Marschrichtung festzustehen: „Die meisten Anmeldungen kommen aus Bauchem und aus dem Stadtkern. Da wir den Bedarf wohnortnah bedienen wollen, ist das eine Tendenz für uns“, hatte Beigeordneter Herbert Brunen in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Oktober erklärt.

Doch die Eltern sind da ganz anderer Meinung: „Aus unserer Sicht muss der neue Kindergarten in Hünshoven gebaut werden. Dort entstehen zwei neue Baugebiete. Im Bereich Bauchem gibt es vier Kitas, während die Hünshovener Eltern zu Reiseeltern gemacht werden. Eine fünfte Kita in Bauchem brauchen wir nicht“, sagt Wegner-Hens. Sie favorisiert ganz klar das Gelände der Janusz-Korczak-Schule, das sofort bebaut werden könnte.

„Als das erste Baugebiet in Hünshoven vor 13 Jahren erschlossen wurde, hat man bereits einen Kindergarten versprochen. Den gibt es bis heute nicht“, kritisiert sie.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort wollte Brunen, so hat er es im Oktober angekündigt, Grundstückseigentümer, mögliche Investoren und mögliche Träger an einen Tisch holen und den Jugendhilfeausschuss im November informieren, damit der Rat im Dezember eine Entscheidung treffen kann.

Doch in diesem Jahr wird keine Entscheidung getroffen. Wie Hermann Lehnen, stellvertretender Leiter des Jugend- und Sozialamtes, den Jugendhilfeausschuss informierte, wird die angekündigte Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses auf Anfang nächsten Jahres verschoben. Gespräche mit Trägern und einem Investor seien in Kürze geplant. Da ein Investor jedoch zunächst die Baukosten und die Machbarkeit ermitteln müsse, seien derzeit noch keine konkreten Aussagen möglich.

Ein Dorn im Auge des Jugendamtselternbeirates ist die Situation im Kindergarten Teveren: Da Feuchtigkeit in das bestehende Gebäude des städtischen Kindergartens an der Straße „Zum Junkersbusch“ eingedrungen ist und Kellerräume stark von Schimmelpilz befallen sind, muss das Gebäude umfangreich saniert werden.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurden Sanierungskonzepte für den Kellerbereich des Haupt- und Nebengebäudes erstellt.

„Die Sanierung des Nebengebäudes sollte Ende des Jahres abgeschlossen sein. Bisher hat man noch nicht einmal angefangen, es wurde lediglich eine Lärmschutzdecke eingezogen“, ärgert sich Wegner-Hens. Was sie ebenso wie andere Eltern ärgert, ist eine mangelnde Kommunikation zwischen Elternschaft und Rathaus. „Eine E-Mail des Elternbeirates blieb unbeantwortet“, kritisiert sie und bemängelt weiterhin, dass eine Kita-Gruppe auf den Bewegungsraum ausweichen müsse.

„Ein Bewegungsraum soll der Bewegung dienen und nicht als Ausweichraum herhalten. Überhaupt müsste jeder Kindergarten mit einem Bewegungsraum ausgestattet sein“, fordert sie.

Thema Elternbeiträge: „Über eine Beitragsfreiheit wird schon seit 40 Jahren gesprochen. Wir Eltern kämpfen zumindest darum, die Beitragsgrenze von 18.000 auf 25.000 Euro anzuheben, um junge Familien zu entlasten“, sagt Wegner-Hens.

Ein Hartz IV-Empfänger mit zwei Kindern habe ein Einkommen von 24.000 Euro im Jahr und sei von Kita-Beiträgen befreit, während berufstätige Eltern mit gleichem Einkommen zahlen müssten.

Man sieht: Themen gibt es mehr als genug für den frisch gewählten Jugendamtselternbeirat. „Wir müssen uns aber mehr Gehör verschaffen“, blickt Wegner-Hens nach vorne.

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