Übach-Palenberg - Kita-Kinder werden gemeinsam mit Senioren kreativ

Kita-Kinder werden gemeinsam mit Senioren kreativ

Von: Stefan Schaum
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Wir mögen es bunt: Hanna, Han
Wir mögen es bunt: Hanna, Hanne und Maria Dammers haben viel Spaß bei der Kinder-Senioren-Bastelrunde. Foto: Stefan Schaum

Übach-Palenberg. Stiefmütterchen, na klar. Die erkennt Martha Römer sofort. „Sind sehr schöne Blumen”, sagt die 93-Jährige und befühlt dabei die Serviette in ihren Händen. Das aufgedruckte Blumenmuster ruft Erinnerungen wach. Es sind kostbare Erinnerungen, von denen die alte Dame nur noch wenige hat.

Das Alter und die Demenz haben ihr so manches genommen, doch hier und jetzt genießt sie es, mit Kindern am Tisch zu sitzen und mit Dingen zu hantieren, die ihr bekannt vorkommen.

Im Rahmen der „Alzheimer-Tage” im Kreis Heinsberg sind in Übach-Palenberg jüngst Kinder des Familienzentrums Arche Noah zu Gast im Altenheim St. Josef. Dort sind sie häufiger, denn solche Treffen der Generationen sind bei beiden Seiten beliebt. „Die Kinder singen mit den Senioren oder plaudern ganz munter mit ihnen”, sagt Ursula Goretzka, die diese Begegnungen für den Sozialen Dienst des Seniorenheims begleitet.

Jüngst wird gemeinsam gebastelt, doch so nennt Goretzka es nicht. „Wir arbeiten jetzt zusammen”, sagt sie. Das Wort Arbeit wählt sie ganz bewusst, denn leicht fällt es den Senioren nicht, kreativ ans Werk zu gehen. Weiße Kacheln liegen vor ihnen, die sie mit Hilfe von Kleister und bunten Servietten, mit Pinseln, Knöpfen und getrockneten Blüten verzieren können. „Für einige ist es eine Überwindung, diese Dinge überhaupt anzufassen”, sagt Ursula Goretzka, „sie wollen sich nicht die Finger schmutzig machen.”

Doch solche Scheu ist rasch überwunden, als die Senioren sehen, wie flott die Kinder bei der Sache sind und im Nu kleine Kunstwerke zustande bringen. Das spornt an - und so greift auch Maria Dammers zur Schere und schnippelt munter. Gelernt ist gelernt, früher war sie schließlich eine Schneiderin. „Es macht viel Spaß hier mit den Kindern”, sagt sie, „das ist sehr lebhaft.”

Die 74-Jährige mag die Treffen, doch sei sie anschließend auch erschöpft. So geht es vielen im Raum, die Arbeit lohne dennoch, sagt die Betreuerin. „Es gibt welche, denen nach einer Stunde der Arm weh tut, aber im Kopf hat sich so viel bewegt. Das ist ganz wichtig.” So sind am Ende der gut einstündigen Aktion die entstandenen bunten Fliesen im Grunde nur Nebensache. Viel wichtiger sind die Gespräche zwischen Alt und Jung und die vielen Erinnerungen, die die Begegnung bei den Senioren hervorgerufen hat.
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