Kita-Kinder finden: „Jeder ist doch anders“

Von: Markus Bienwald
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Ein buntes Bild boten die Kinder der drei Awo-Kitas in Übach-Palenberg, die ein Zeichen gegen Rassismus setzten. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Noch während die ersten Marktstände auf dem Übacher Rathausplatz öffneten, zeigten die Kinder der drei Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Stadt Flagge gegen Rassismus. Und das taten sie ganz bunt, denn viele bunte Luftballons, die nach einem gemeinsam heruntergezählten Countdown in die Luft entlassen wurden, zeugten von der bunten Vielfalt.

„Wir sind für eine bunte Welt und gegen Rassismus“, stand auf den an den Ballons angehängten Postkarten zu lesen. Und auf der Rückseite der Awo-Karten hatten die Kinder noch etwas geschrieben oder gemalt, was ihre Meinung über Rassismus wiederspiegelt.

„Jeder ist doch anders, auch Deutsche“, war zum Beispiel die Aussage des vierjährigen Simon. Auf einer anderen Karte sind vier Menschen zu erkennen, die im Garten gemeinsam den Tag genießen. „Meine Freunde kommen aus verschiedenen Ländern“, hat die fünfjährige Nina dazu geschrieben.

Vorurteilsfreies Miteinander

Das Zeichen für eine bunte Welt und gegen jedwede Form des scheinbar wieder aufkeimenden Rassismus hat natürlich auch noch einen Hintergrund. „Viele Vereine und Verbände im Kreis Heinsberg engagieren sich zurzeit im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus“, erklärt Christiane Schollmeyer von der Awo-Kita in Scherpenseel. Die Ballons der 60 Kinder aus den drei Einrichtungen in der Stadt schwebten somit auch im Namen Familien und Beschäftigten in allen zehn Awo-Kitas im Kreisgebiet gen Himmel. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, betonte Ilse Kempis von der Kita in Boscheln.

Im Vorfeld haben die pädagogischen Fachkräfte herausgefunden, dass dieses Thema für Kinder eigentlich keines ist. „Sie leben ganz selbstverständlich und vorurteilsfrei ein buntes Miteinander in den Kitas“, bestätigte auch Silke Seifert von der Kita in Übach. Dass diese Vielfalt eine Bereicherung ist, machten die Kinder auf ihren Karten schon deutlich. „Natürlich stellen sie auch Unterschiede fest, sie sind aber neugierig und werden hinterfragt, aber nie verletzlich kommentiert“, weiß Ilse Kempis.

Darum wird es wahrscheinlich auch nicht die letzte Aktion dieser Art gewesen sein. Denn obwohl die Kinder mit Rasseln und Pfeifen lautstark auf ihre Aktion aufmerksam machten, war es auf dem Rathausplatz dennoch verhältnismäßig ruhig und nur wenige Passanten sahen zu, als die Ballons durch den starken Wind sehr schnell in alle Richtungen auseinanderstoben.

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