Kirchencafé: Hostien und Drachen, alles selbstgemacht

Von: Renate Kolodzey
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Pfarrer Stephan Rüssel freut sich über das Interesse der Kinder an dem Angebot. Foto: Renate Kolodzey
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Mit vereinten Kräften mühen sich die Kinder um das Ausstechen der einzelnen Hostien. Foto: Renate Kolodzey

Übach-Palenberg. „An jedem ersten Sonntag im Monat gibt es bei uns das Kirchencafé“, erzählt Birgit Heiligers-Philipps, „nach der 11 Uhr-Messe treffen sich hier Interessierte aus der Pfarrei für zwei Stunden zum gemütlichen Beisammensein.“ Gespräche, Basteln, Spiele, Backen – jedes Mal gibt es andere Aktivitäten.

Natürlich ist auch für genügend Speisen und Getränke gesorgt. Die Kinder können überdies Ball spielen oder sich mit einer riesigen, aufblasbaren Weltkugel vergnügen.

Zusammen mit Tanja Arnolds kümmert sich Heiligers-Phillips um die Organisation der Veranstaltung. Beide sind im Gemeinschaft-der-Gemeinden-Rat (GDG-Rat) von St. Petrus, Übach-Palenberg, und hatten vor einiger Zeit gemeinsam mit Pfarrer Stephan Rüssel den Öffentlichkeitsausschuss gegründet, dessen inzwischen sieben Mitglieder Ideengeber für das Kirchencafé waren.

Am vergangenen Sonntag stand das Backen von Hostien und das Basteln von Drachen auf der Tagesordnung, und Kinder wie Erwachsene zeigten großes Interesse – besonders am Hostienbacken. „Seit anderthalb Jahren haben wir ein Backeisen dafür“, verriet Heiliger-Philipps und schilderte, dass die Betreuer der Kommunionkinder mit diesen im Rahmen der Kommunionvorbereitung schon lange nach Kevelaer fahren und Hostienbäckereien besuchen.

Als Pfarrer Rüssel einmal dabei war, überlegte er, ein solches Gerät, das wie ein überdimensioniertes Waffeleisen aussieht, zu erwerben. Bei der einzigen Produktionsstätte in unserer Gegend – der Firma Kissing in Menden – wurde er fündig, und nun backt er mit Kommunionkindern und Messdienern Hostien und erzählt dazu die passenden biblischen Geschichten.

Der Pfarrer ist begeistert: „Anhand der Motive im Backeisen kann man die ganze Messe besprechen. Erst backen wir, dann werden die einzelnen Motive auf Papier kopiert, und wir finden heraus, was sie bedeuten.“ Es gibt beispielsweise „Weihnachtshostien“, das „Lamm Gottes“ und „Die wunderbare Brotvermehrung“. Die Erstkommunionkinder dürften sich die Hostien für ihr Fest sogar selbst aussuchen, betont er, und bekämen sie dann überreicht. Die größeren sogenannten Priesterhostien seien für die Pfarrer bestimmt.

Überquellende Reste

Lediglich ein Kilo Mehl und eineinviertel Liter Wasser benötigt man, um Hostien herzustellen. Gerührt werden muss der Teig allerdings rund zehn Minuten lang. Dann gießt man eine Schöpfkelle voll in das zuvor mit Bienenwachs eingefettete Backeisen und entfernt mittels eingebauter Drehautomatik die überquellenden Reste. „In genau einer Minute und 45 Sekunden“, wie Marie Klaas (11) weiß, verwandelt sich der Teig, elektronisch gesteuert, bei circa 140 Grad in eine tellergroße, schneeweiße Hostienplatte.

Dies zu beobachten, war für alle ein spannender Vorgang. Nach dem behutsamen Herausnehmen der Platten, damit sie nicht zerbrachen, mussten sie für acht Minuten in einen Befeuchterschrank, um sie für das Ausstechen geschmeidiger zu machen. Mit verschieden großen Stecheisen ging es sodann ans Werk, und vor allem die kleineren Kinder mühten sich nach Kräften, aus den immer noch recht festen Platten kleine und große Hostien herauszulösen, wobei ihnen Oberministrantin Bianca Pilot gerne assistierte. Alle waren sich einig: „Das macht Riesenspaß!“

Ebenso große Freude bereitete das Basteln der Drachen: Zusammen mit Heiligers-Philipps und Arnolds gelangen kleine Kunstwerke aus zusammengeklebten, bunten Eisstäbchen mit Kulleraugen, Eichelhütchen für die Nasen und aufgemalten Mündern. Natürlich durfte auch der Schweif nicht fehlen, wobei Schnüre, verziert mit farbigen Pfeifenreinigern, prima Dienste leisteten. Lilli Klaas (7) aus Palenberg meinte hochzufrieden: „Ich habe schon zwei Drachen gebastelt, und jetzt mache ich meinen dritten – ich bastle für die ganze Familie!“

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