Geilenkirchen - Kindertagesstätte St. Anna: Kleine Forscher vor Wasser und Luft

Kindertagesstätte St. Anna: Kleine Forscher vor Wasser und Luft

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
Auszeichnung für neugierige K
Auszeichnung für neugierige Kinder (vor dem Test-Bassin): Die Kita St. Anna in Tripsrath wurde als „Haus der kleinen Forscher” geadelt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Welche von den Flaschen schwimmt?”, hatte Jonas gefragt und hielt ein verschraubtes leeres Plastikgefäß hoch, ein anderes mit Wasser gefüllt. „Die Erste. Die Volle säuft ab”, antwortete Thomas. Richtige Antwort.

Das war auch zu erwarten, denn Jonas ist einer der rund 40 Schützlinge im Kindergarten St. Anna in Tripsrath. Seine Testperson war Thomas Rachel, Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Forschungsministerium.

Der Abgeordnete war in die Kita Annastraße gekommen, um einen Preis zu überbringen. Dargestellt durch eine Plakette, die den Kindergarten als ein „Haus der kleinen Forscher” ausweist. Thomas Rachel, MdB aus Düren und auch zuständig für den Kreis Heinsberg, lobte das Engagement der pädagogischen Fachkräfte für die naturwissenschaftliche und technische Frühbildung der Kinder. In Nordrhein-Westfalen erreicht die größte frühkindliche Bildungsinitiative Deutschlands mittlerweile 3399 Kitas. Im Kreis Heinsberg beteiligt sich ein Drittel der Kitas, das sind zurzeit 38, an der Ausschreibung „Haus der kleinen Forscher”.

Drei von ihnen sind nun zertifiziert; zu St. Anna in Tripsrath gesellen sich der Kindergarten Regenbogen e.V. in Schierwaldenrath und der Johanniter-Kindergarten in Orsbeck. „Ich freue mich sehr über die rege Beteiligung am Haus der kleinen Forscher im Kreis Heinsberg. Jedes Kind sollte früh die Chance bekommen, seine Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. In unserer technologieorientierten Gesellschaft ist die frühkindliche Förderung im Bereich Naturwissenschaften, Technik und Mathematik ganz besonders wichtig”, so Thomas Rachel, der auch Schirmherr des Netzwerkes „Haus der kleinen Forscher” im Kreis Heinsberg ist.

Über den Besuch freuten sich auch Eltern der Kita-Schützlinge sowie Ilse Herbst, Leiterin der katholischen Kindergärten des Kirchengemeindeverbandes, die ihre Gäste begrüßt hatte. Darunter auch der Landrat des Kreises Heinsberg: „Es ist schon was zu tun für eine solche Auszeichnung”, lobte Stephan Pusch. „Aber Kinder sind nun einmal neugierig und unmittelbar.” Und an diesem „großen Tag für den Tripsrather Kindergarten” mögen die Beteiligten daran denken, sagte er, dass die Zertifizierung für die Dauer von zwei Jahren verliehen sei; danach müsse man sich die Würdigung „neu verdienen”.

Anerkennung erst einmal für diese geleistete Arbeit sprach für den Kita-Träger Pfarrer Peter Frisch aus. Sie möge Ansporn sein für weitere Förderung auf diesem Gebiet, „um des Staunens willen, nicht um des Nutzen”.

Applaus für die Leistungen der Kita-Kinder fanden auch Ortsvorsteher Wilhelm-Josef Wolff und ein weiterer Ratsvertreter der Stadt, Markus Melchers. Denn sie erfuhren: „Es ist sehr beachtlich, dass seit der Gründung des Heinsberger Netzwerks unter der Schirmherrschaft des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel im Herbst vergangenen Jahres bereits ein Drittel der Einrichtungen beim Haus der kleinen Forscher dabei ist”, betonte Christina Mersch, stellvertretende Geschäftsführerin dieser Stiftung.

In Nordrhein-Westfalen tragen 551 Kitas offiziell das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher”. Sie werden unterstützt von 44 Netzwerkpartnern der Stiftung. Im Kreis Heinsberg koordiniert das Regionale Bildungsbüro das Angebot der bundesweiten Bildungsinitiative. Deren Netzwerkkoordinatorin Annette Sielschott wird zudem unterstützt von der Volkshochschule, die den organisatorischen Teil übernommen hat und die Zusatzausbildung - ein Tageskurs mit einem Kostenanteil von 15 Euro - für solche Erzieherinnen leistet, die in ihren Kitas das Projekt der „kleinen Forscher” betreut.

In Tripsrath macht das Irene Jansen. Sie hatte auch für die Übergabe der Zertifikats am Montagnachmittag verschiedene Versuchsanlagen aufgebaut, um den Gästen die Freude der Kinder an den einfachen, aber machmal listigen Experimenten zu zeigen.

Darauf waren die Gäste gespannt, nachdem sie schon zur Begrüßung von den Zwei- bis Sechsjährigen das Lied vom „Professor Superschlau”, der sich sogar vom tropfenden Wasserhahn zu geistigen Leistungen in­spirieren ließ, gehört hatten.

Bevor man an Farbe, Öl, Sand, Kreide und anderes herangeht, machen „Wasser und Luft” bei Irene Jansen den Anfang, schildert die Erzieherin die Reihenfolge. Und dass man einen Ballon in einer Flasche nur aufblasen kann, wenn darin zuvor ein Trinkhalm steckt, der die verdrängte Luft weichen lässt, weiß spätestens jetzt der Staatssekretär. Die kleinen Forscher haben es ihm vorgemacht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher” in Kindergärten, Horten und Grundschulen. Geweckt werden soll die Begeisterung drei- bis zehnjähriger Mädchen und Jungen für naturwissenschaftliche Phänomene und technische Fragestellungen.

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher” engagiert sich mit einer bundesweiten Initiative für die Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Sie unterstützt mit ihren Angeboten pädagogische Fachkräfte dabei, Mädchen und Jungen bei ihrer Entdeckungsreise durch den Alltag zu begleiten. Partner der Einrichtung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Auf lokaler Ebene im katholischen Kindergarten St. Anna in Geilenkirchen-Tripsrath hat sich auch das Kreiswasserwerk Heinsberg engagiert.

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