Geilenkirchen - Kinderräder für Flüchtlinge sind gefragt

Kinderräder für Flüchtlinge sind gefragt

Von: Markus Bienwald
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Werner Dahlmanns (links) hilft mit Alireza Rezaei Zadeh (2. von links) bei der Instandsetzung der gespendeten Räder, die gegen ein Pfand von 20 Euro mit Schloss an die Flüchtlinge verliehen werden. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Es fehlt ein wenig Luft im Hinterreifen des Alu-Rades. Auch könnten die Radmuttern ein wenig fester sitzen. Doch das alles macht Alireza Rezaei Zadeh nicht wirklich etwas aus. „Wichtig ist, dass ich mit dem Rad fahren kann“, sagt der 43-Jährige aus dem Iran, denn das Rad ist meist das einzige Fortbewegungsmittel für Flüchtlinge.

Seit gut zwei Jahren hat er nun schon in Geilenkirchen ein neues Zuhause gefunden, und als er hörte, dass es eine Gruppe freiwilliger Helfer gibt, die Flüchtlingen aufs Rad helfen, war er gleich dabei. „Ich komme zwei Stunden während der Öffnungszeiten her und helfe“, sagt er.

Die Freiwilligen, das sind in erster Linie Karl Beckers, Werner Dahlmanns und Michael Hoensbroech, die sich in der Garage der früheren Gaststätte und ehemaligen Ferienfahrschule in der Sittarder Straße 1 in Geilenkirchen um einen brauchbaren und fahrbaren Untersatz für Menschen kümmern, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind.

„Wir haben damit am 23. Juni angefangen“, erzählt Werner Dahlmanns, „bis Ende Juli waren wir damit in einer Privatgarage beschäftigt“. Es ging darum, gespendete Räder mit finanzieller Unterstützung durch den Runden Tisch wieder so fit zu machen, dass sie problem- und gefahrlos benutzt werden können. Nun musste die Einrichtung umziehen, denn die Nachfrage wuchs immer weiter, und natürlich wollen die Flüchtlinge auch selbst mit Hand anlegen beim Reparieren.

„Dank Willy Davids, der uns die Garage und den Innenhof des Gebäudes zur Verfügung gestellt hat, haben wir nun eine feste Anlaufstelle für unsere Fahrradwerkstatt“, freut sich Karl Beckers. Er ist wie auch Mitstreiter Werner Dahlmanns 67 Jahre jung, beide sind pensioniert, beide wollen etwas tun mit ihrem Leben.

„Es macht einfach Spaß zu sehen, wenn die jungen Leute mit Eifer dabei sind, etwas zu tun“, sagt Karl Beckers, der in seiner aktiven Zeit Pädagoge war. Psychologe Werner Dahlmanns ergänzt, dass die Arbeit an den Rädern auch dazu dient, sich verantwortlicher zu fühlen für das Gefährt.

Pro geliehenem Rad, das immer mit Schloss ausgeliefert wird, werden 20 Euro Pfand fällig. „Dazu wird das Rad fotografiert und registriert, damit wir es auch möglichst wohlbehalten wieder zurückbekommen“, schließt Dahlmanns. Aktuell sind die Ehrenamtler auf der Suche nach Kinderfahrrädern, aber auch gute Erwachsenenmodelle sind weiterhin gesucht.

„Bei der zu erwartenden Zahl von Kindern, die als Flüchtlinge zu uns kommen, brauchen wir Kinderräder aller Art“, sagt Beckers. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern von Michael Hoensbroech macht er die „Fietse“ wieder fit. Und natürlich ist auch Alireza Rezaei Zadeh dabei.

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