Geilenkirchen-Süggerath - Kicker treffen sich mit Asylbewerbern zum Fußballtraining

Kicker treffen sich mit Asylbewerbern zum Fußballtraining

Von: Georg Schmitz
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Ein bisschen kalt war es, aber ansonsten schön: Die Mannschaft des SV Süggerath-Tripsrath mit den Gästen vom Limitenweg. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Süggerath. Die ausgepowerten Fußballspieler waren nach dem Turnier froh, dass sie sich mit Hot Dogs stärken konnten. Es waren spezielle „Halal-Würstchen“, die Lars Speuser für die Flüchtlinge islamischen Glaubens bei einer türkischen Metzgerei in Hückelhoven besorgt hatte.

Speuser hatte ein Fußballtraining auf dem Süggerather Sportplatz organisiert und dazu die Neu-Ankömmlinge aus Ägypten, Bangladesch, Eritrea, Guinea, Somalia, Syrien und dem Irak eingeladen.

Helmi Meisters vom Runden Tisch für Flüchtlingsfragen hatte das Kennenlern-Turnier angeregt. Sie setzt sich seit der Gründung des Runden Tisches für die Asylbewerber ein und hilft, wo sie nur kann. Ausgerichtet wurde das vom Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ unterstützte Fußballtraining vom SV Süggerath-Tripsrath.

Der Verein wiederum fand Hilfe durch das Team des Jugendheims Süggerath, das für die Bewirtung der Gäste zuständig zeichnete. Daneben waren auch noch das Jugend- und Sozialamt sowie das Gebäudemanagement der Stadt Geilenkirchen mit im Boot. Dank dieser „Gemeinschaftsunternehmung“ mit vielen engagierten Bürgern dürften sich die 19 teilnehmenden Jungs im Alter von 20 bis 30 Jahren für eine Weile fast wie zu Hause gefühlt haben – wenn da nicht die Kälte gewesen wäre.

Da standen anfangs einige aus warmen Gefilden stammende Männer zitternd neben der alten Schule. Ja, ein paar der erst seit wenigen Wochen im Limitenweg wohnenden Flüchtlinge erschienen sogar ohne Socken, in Schlappen und im kurzärmeligen Hemden – und das bei gerade einmal acht Grad Celsius. Die Kleiderstube, der SV Süggerath-Tripsrath und Bürger aus Süggerath hatten viele Spieler im Vorfeld mit Fußballschuhen ausgestattet.

Doch es fehlt weiterhin an Trainingsausrüstung und auch warmer Bekleidung, die ja im Heimatland nie benötigt wurde. Ach ja, Fahrräder werden auch noch gebraucht, denn sie sind für kurze Strecken ein beliebtes Fortbewegungsmittel bei den Neubürgern aus fernen Ländern. So hatten sich einige der Männer vom Limitenweg aus mit Fahrrad zum Sportplatz begeben.

Hier wurden sie von den Spielern des SV Süggerath-Tripsrath willkommen geheißen. SV-Trainer Michael Witek hat in den letzten Wochen schon die Bekanntschaft einiger fußballbegeisterter Neuankömmlinge gemacht, denn diese haben sich dem Verein bereits auf eigene Faust genähert und mit deutscher Fußballkunst Bekanntschaft gemacht.

Beim Freundschaftsturnier wurden nun die wichtigsten Fußballtechniken vermittelt und die begannen mit dem Dribbeln. „Laufen ist nicht alles, es muss auch der Ball getroffen werden“, machte Michael Witek klar und rief in die Runde: „Tempo erhöhen – Speed rein“. Gemeinsam erstürmte man so zunächst die Asche, dann den Rasen.

Dem Ziel nähergekommen

Einige schienen Spielerfahrung zu besitzen, wie zum Beispiel Yusuf Mohamed Ali aus Eritrea. Vor sieben Wochen erreichte er mit gebrochenem Bein auf Krücken den schmucken Geilenkirchener Stadtteil, mittlerweile sind die Knochen verheilt. In Süggerath kam unter Flutlicht sein großes Talent zum Vorschein. Davon zeigten sich auch Birgit Gerhards als Vertreterin des Bundesprogramms und der für die Betreuung der Flüchtlinge zuständige Hausmeister der Stadt, Peter Rodenbücher, beeindruckt.

Das Kennenlern-Fußballturnier ist dem Ziel eines respektvollen und friedlichen Miteinanders und besseren Verständnisses füreinander einen großen Schritt näher gekommen, kann das Fazit des ersten gemeinsamen Events lauten.

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