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Kennung nach Noten für verwegene Piraten und den noblen Indianer

Von: agsb
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Solistin Luisa Merkelbach (Mitte mit Geige) ließ „Winnetou“ in Erinnerungen lebendig erwecken, die Karl-May-Melodie war ein besonderer Höhepunkt beim Mandolinen-Orchester in Birgden. Foto: agsb

Gangelt. Birgden spürte den Meeresduft der Karibik und die Trockenheit der Prärie. Und das nach Noten. Denn es gab auch Filmmusik zum Beispiel aus dem „Fluch der Karibik“ oder eben die berühmte „Winnetou-Melodie“. Beide Notensätze begeistern gleich zu Beginn des Jahreskonzerts in der St.-Urbanus-Kirche in Birgden. Ludwig Dohmen, der Vorsitzende des Mandolinenvereins „Wandervogel“ zeigte sich in seiner Begrüßung beeindruckt vom großen Interesse am traditionellen Jahreskonzert.

Das Mandolinenorchester zog so viele Interessierte in die Pfarrkirche in der Ortsmitte – wie man auch an den Autokennzeichen aus anderen Landkreisen erkennen konnte –, dass im Gotteshaus kein Platz frei blieb.

Vor Wochen schon begeisterte das Ensemble um die Dirigentin Christel Haak im Schloss Zweibrüggen von Übach-Palenberg und erhielt dafür bereits Bestnoten. Das ganz Besondere am Mandolinenorchester „Wandervogel“ Birgden scheint offenbar zu sein, dass man nicht nur die klassischen Mandolinenmusik spielt, sondern man sich auch schwerere Stücke wagt, beispielsweise an Filmmusik oder große Kompositionen aus bekannten Operetten heran.

Und das mit einem bemerkenswerten Erfolg, wie man zu Beginn des Konzertes erleben konnte. Vor Wochen noch spielte das Trommler- und Pfeiferkorps bei seinem Konzert in Piratenverkleidung die Filmmusik. Das Mandolinenorchester trat jedoch nicht mit Piratenmasken auf, war aber in seiner Art optisch genauso so reizvoll und verzauberte das Publikum sogleich.

Die Gäste, derart musikalisch angesprochen, hätten am liebsten einen Beifallsorkan gestartet, so spürte man förmlich den Meeresduft der Karibik in der Urbanus-Kirche. Ein großes Plus der Musikerinnen und Musiker ist, dass man deren Spiellust regelrecht spürt und wie sie selbst Spaß entwickeln.

Im zweiten Stück versetzte vor allem Solistin Luisa Merkelbach die Zuhörer noch mehr ins Reich der Träume mit der Winnetou-Melodie. Mittels ihrer Geige ließ sie den „Häuptling der Apachen“ aufleben, holte intensives Karl-May-Gefühl nach Birgden. Mit „Romaneska Fantasie“ und einem Melodienstrauß „La Traviata“ aus der Oper von Giuseppe Verdi präsentierte das Orchester sein breitgefächertes Repertoire.

Luisa Merkelbach und Natalie Jansen baten musikalisch früh „Zum Abschied“, das Gitarrenduo ließ alle Herzen höher schlagen. Für die Zuhörer schien die Zeit davonzufliegen, das Orchester nahm jetzt Tempo auf. Das Divertimento D-dur (Köchelverzeichnis 251) von W. A. Mozart war nicht nur schön anzuhören, es wurde auch grandios vom Orchester gespielt. Dirigentin Christel Haak musste einige Male auf die Pianotaste drücken – da war viel Leidenschaft im Spiel. Mit „Ave Verum“ wurde ebenfalls ein klassisches Werk vom Mozart präsentiert; die Zuhörer wurden weiter ins Reich der Träume versetzt.

Das Orchester passte sich auch jahreszeitlich an. Die Solistinnen Gaby Heinen und Dorothée Hillemacher verteilten auf der Flöte zusammen mit dem Orchester ein weihnachtliches Geschenk an die Zuhörer. Dirigentin Christel Haak blickte vor allem mit Stolz auf den musikalischen Nachwuchs, der die „Kinderschuhe“ offenbar ausgezogen hat und zu den Stärken des Mandolinenorchesters zählt.

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