Kennenlernen auf Augenhöhe: Begegnungscafé mit Flüchtlingen

Von: Markus Bienwald
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Ein fröhliches Treffen unter Ortsansässigen wie Flüchtlingen gibt es einmal im Monat beim Flüchtlingscafé im Sportheim der SG Gangelt-Hastenrath. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Ruhig ist es auf dem Parkplatz neben dem Vereinsheim der SG Gangelt-Hastenrath. Das bleibt aber nicht lange so, denn kurz bevor das Begegnungscafé in den Räumen des Fußballclubs startet, füllen sich die Parkplätze für Autos und Fahrräder. Drinnen herrscht dann in Zeiten sommerlicher Temperaturen nicht nur angenehme Kühle, sondern auch ein gewolltes Sprachenwirrwarr.

„So soll es sein“, sagt Michael Janssen, der gemeinsam mit Gerda Piepers, Franz-Josef Stevens, Annemarie Jörissen, Günter Förster und Angela Wöllenweber-Kamps für den „Arbeitskreis Asyl“ in Gangelt zu dieser Begegnung in lockerer Runde eingeladen hat. „Einfach mal hingehen, und sich das Ganze angucken“, so umschreibt Janssen die Einladung, die von den Ehrenamtlern des Arbeitskreises an alle Menschen in Gangelt ausgeht.

Immer am ersten Montag im Monat, immer ab 18 Uhr, und das nächste Mal am 6. Juni, können sich hier Einheimische und die teils aus fernen Ländern nach Deutschland geflüchteten Menschen bei einem ungezwungenen Treffen austauschen. Dass Gerda Piepers dieses Angebot begleitet, ist übrigens so etwas wie die logische Fortführung ihrer Arbeit für die Flüchtlingshilfe. „Mitte der 1980er Jahre hat das mit Menschen aus Sri Lanka angefangen“, erinnert sie sich zurück.

Und wie die Ursachen für die Flucht, die vor allem in der Bedrohung von Leib und Leben der Flüchtlinge liegen, haben sich auch die Bedürfnisse der Geflüchteten nicht verändert. „Die Begegnungen und der Dialog sind wichtig“, so Franz-Josef Stevens, der in dem gemeinsamen Austausch eine Chance sieht, dass Ortsansässige und Neubürger sich beschnuppern und kennenlernen können. Dass so auch fremdenfeindlichen Strömungen auf nette Art und Weise begegnet werden kann, ist schon an den vielen Handschlägen bei der Begrüßung zu sehen. Und es ist auch beim gemeinsamen Kaffeetrinken zu spüren, so dass Gerda Piepers ohne Zweifel sagen kann: „das ist hier ‘ne nette Runde“.

In dieser Runde kommen neben ganz persönlichen Gesprächen natürlich auch Sachen auf den Tisch, die den Flüchtlingen in ihrem neuen Zuhause automatisch begegnen.

„Wir vom Arbeitskreis helfen beispielsweise auch bei amtlichen Schreiben gerne weiter“, erzählt Michael Janssen. Und so ist der allmonatliche Abend im Vereinsheim, das von der SG Gangelt-Hastenrath für diesen Zweck gerne zur Verfügung gestellt wird, nicht nur eine Chance zum Kennenlernen, sondern auch eine Möglichkeit, mit dem noch frischen Leben in Deutschland besser umgehen zu können.

„Eingeladen ist übrigens jeder, der sich dafür interessiert“, schließt Franz-Josef Stevens zu dem Angebot, das kürzlich wegen seines integrativen Ansatzes auch mit einer Spende vom Deutschen Fußballbund (DFB) bedacht wurde.

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