Kellertheater der VHS zeigt „Wer versteht hier Bahnhof“

Von: Markus Bienwald
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Der Rest eines ziemlich aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschieds mit Winfried Weckert, Tanja Rahn und Wieland Erbsch (v.l.) versucht, am Bahnsteig die letzte Nacht zu rekonstruieren. Die übrigen Bahnhofsgäste helfen dem Gedächtnis auf die Sprünge. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Auch zwei bestens besuchte Aufführungen konnten die Frage des Kellertheaters der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg nicht vollständig beantworten.

Denn unter dem natürlich augenzwinkernd gestellten Titel „Wer versteht hier Bahnhof?“ schafften es die Darsteller unter der Regie von Roswitha Graß und Christoph Funke-Dohmen und mit Hilfe der Technik von Peter Boersma, ein wunderbar lustiges Kaleidoskop von Charakteren am Bahnhof auf die Bühne zu bringen.

Das Publikum im Festsaal der Gangelter Einrichtungen Katharina Kasper Via Nobis war aus dem Häuschen, denn hier mischten sich der Spaß an immer neuen, schrägen Situationen und ganz unterschiedliche Charaktere.

Da gab es beispielsweise die noch sichtlich sehr versoffenen Jungs vom Junggesellenabschied, dargestellt von Winfried Weckert, Wieland Erbsch und Tanja Rahn. Der Bräutigam in spe hatte nicht nur sein Schweinchenkostüm noch an, sondern offensichtlich auch den eigenen Hochzeitstermin verpasst.

Erinnern konnte sich übrigens keiner der drei Jungs, was so alles geschehen war. Nur bruchstückhaft und mit Hilfe des letzten, nicht verkauften Schnäpschens, schienen sich die anfänglichen Gedankenblockaden aufzulösen.

Ob auch Putzfrau Gathe (Adi Limburg) dazu beigetragen hat, war nicht so klar, arbeitete sie doch lieber im Hintergrund, ganz so wie Clochard Sigi (Christian Wies). Irina (Maria Schlicht) vom Fahrkartenschalter und Nancy (Otti Mommertz), die für gewisse Stunden immer zu haben ist, machten die „Basis-Belegschaft“ des Bahnhofs komplett.

Ob aber sie alles so genau verstanden haben, was sich da an vielfältigen Geschichten entwickelte, oder ob sie auch nur im übertragenen Sinne „Bahnhof“ verstanden haben, war aber nicht klar.

Sehr klar war, dass die Gäste der beiden Darbietungen am vergangenen Wochenende einen riesigen Spaß hatten. Denn mit der karrieresüchtigen Politikerin (Monika Brinkmann), der total gestressten Geschäftsfrau (Doro Krollmann) und einem, der gerne Schauspieler wäre (Simon Krollmann), aber noch nicht einmal seine Requisiten beisammen halten konnte, war für genügend Material gesorgt.

Gestrandete gab es in diesem Biotop der Menschlichkeiten natürlich auch: die sitzengelassene Braut (Andrea Olbertz) und ihre Mutter (Ute Gerlach), die unerwartet aufgetauchte zweite Braut (Pia Mackenstein), das schon vor dem Urlaub schwer zerstrittene Ehepaar (Christoph Funke-Dohmen und Otti Mommertz), der selbstverliebte Frauenheld (Winfried Weckert), das schüchterne Muttersöhnchen (Wieland Erbsch) und die Zeugin Jehovas (Doro Krollmann).

Zuletzt gab es noch eine Gruppe von Snobs, drei Bordsteinschwalben (Sana Yasin, Pia Mackenstein und Roswitha Graß), sowie eine Telefondienstleisterin für gewisse Stunden (Monika Brinkmann), die zeigten, dass das Leben am Bahnsteig immer einen Blick wert ist. Den Gästen ging es jedenfalls so, denn sie genossen mit viel Lachen und Beifall den schönen Abstecher ins ganz normale Leben.

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