Keinen Cent für die Petruskapelle

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
petruskapelle-4sp
Die im Volksmund „Karlskapelle” genannte Petruskapelle im Herzen von Palenberg muss für mehr als 232.000 Euro saniert werden. Der Bau- und Umweltausschuss versagte mit Blick auf die Finanzlage den von der Katholischen Kirchengemeinde St. Petrus beantragten Zuschuss von 20.000 Euro. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Die „Karlskapelle” genannte St.-Petrus-Kapelle in der Palenberger Frankenstraße muss saniert werden. Seitens der Bezirksregierung Köln wurde aus Mitteln der Denkmalpflege bereits ein Zuschuss von 28.500 Euro gewährt, der Bewilligungsbescheid liegt der katholischen Kirchengemeinde St. Petrus Übach-Palenberg vor.

Doch dies stellt nur einen Bruchteil der Gesamtkosten von 232.064 Euro dar, die von der Kirche kalkuliert wurden. Alleine Gerüststellung und Dacharbeiten verschlingen demnach 110.000 Euro, für Planungskosten werden 23.000 Euro angesetzt, Malerarbeiten kommen auf 25.000 Euro, für den Zimmerer werden 17.000 Euro fällig, 10.000 Euro fließen in die Reparaturarbeiten an den Fenstern, für Elektroarbeiten stehen 1000 Euro Kosten an, und der Punkt Sonstiges, unter den beispielsweise die Entsorgungskosten fallen, wurden mit 2600 Euro angesetzt.

Neben dem Zuschuss der Bezirksregierung liegt noch ein Bescheid über 114.900 Euro aus Kirchensteuermitteln vor, darüber hinaus will die Kirchengemeinde noch 68.664 Euro beisteuern. Das bestehende „Loch” von 20.000 Euro in der Finanzierung soll antragsgemäß die Stadt füllen. Doch wie schon in der Sitzungsvorlage ausgeführt, entschieden sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses mit Blick auf die Finanzlage der Stadt gegen eine Bewilligung.

„Die Gewährung eines Zuschusses durch die Stadt Übach-Palenberg ist eine freiwillige Leistung. Im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung bei nicht genehmigtem Haushaltssicherungskonzept ist dies nur mit der Zustimmung der Kreiskommunalaufsicht möglich”, schloss dazu die Sitzungsvorlage.

Rein kirchliches Bauwerk

Da half auch der im Antrag formulierte Hinweis der Kirchengemeinde wenig, dass es sich bei der St.-Petrus-Kapelle nicht um ein rein kirchliches Bauwerk handele. Der Bau sei vielmehr „ein einmaliges und hochkarätig-geschichtliches Bauwerk, das allen Bürgern der Stadt gehört und auf das alle gleichermaßen stolz sind und das auf jeden Fall vor dem Verfall geschützt und erhalten werden muss”, machte die Kirchengemeinde klar. Die Sanierung sei daher nicht nur Aufgabe und Verpflichtung der Katholischen Kirchengemeinde St. Petrus Übach-Palenberg, sondern „eine Gemeinschaftsaufgabe, an der sich auch die Stadt Übach-Palenberg beteiligen sollte”, so das Fazit der Antragsteller. Wie es nun in der Sache weitergeht, blieb offen.

Klar ist jedoch, dass Pilzbefall mit Hausschwamm an den Holzbindern und im Mauerwerk die Statik des Baus gefährdet. Dazu muss die gesamte Dachhaut als nicht mehr tragfähig eingestuft und einschließlich der Schiefereindeckung erneuert werden. Der Anstrich ist ebenfalls stark beschädigt, muss erneuert werden, die Fenster sind auszubessern und moderner Taubenschutz einzubauen, dazu wird eine Ausleuchtung des Dachraumes angesetzt, und die völlig marode Treppenanlage zur Frankenstraße hin muss ebenfalls saniert werden.

Karlskapelle das wichtigste Wahrzeichen für Übach-Palenberg

Die Kapelle trägt im Volksmund den Namen Karls des Großen, nach Ansicht von Fachleuten stammt der älteste Teil der Kapelle aus dem 11. Jahrhundert.

1957 wurden Reste einer achteckigen Taufanlage im Kircheninneren gefunden. Das eigentliche Kirchenschiff wurde im 12. Jahrhundert durch ein südliches Seitenschiff erweitert. Früher war auf dem Chordach ein spätgotisches Kreuz aus Schmiedeeisen.

Schon von 1957 bis 1960 wurden zahlreiche Schäden an der Karlskapelle beseitigt, doch die alten Glocken der Karlskapelle von 1467 und 1537 sind nicht mehr vorhanden.

Die Mitte der 1970er-Jahre vorgenommene Umgestaltung sorgte für den aktuellen Anblick des Denkmals. Weitere gründliche Renovierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich in den Jahren 1988 und 1990 trugen der großen Bedeutung dieses mittlerweile über 1000 Jahre alten Bauwerkes weiter Rechnung.

Im Internetauftritt der Stadt Übach-Palenberg steht zudem zu lesen: „Die Karlskapelle ist heute das wichtigste Wahrzeichen für Übach-Palenberg.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert