„Keine leichte Kost” am Gedenktag

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Schulleiter Uwe Böken (rechts) und Geschichtslehrer Dr. Martin Kerkhoff (2. von rechts) mit den Klassensprechern und Jahrgangsstufensprechern auf dem Jüdischen Friedhof. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Markerschütternde Schreie einer Mutter dringen aus den Lautsprecherboxen. Schreie des Entsetzens. Schreie der Verzweiflung. Schreie als Ausdruck der traurigen Gewissheit: Bruno ist tot.

Der neunjährige Junge, der im Zweiten Weltkrieg als Sohn eines SS-Offiziers aufwächst, kommt in den berüchtigten Gaskammern von Auschwitz zu Tode. Bruno ist zu jung, um das Geschehen an diesem Ort zu begreifen, freundet sich mit einem jüdischen Jungen namens Schmuel über die Zaungrenzen hinweg an. Schmuel trägt wie viele andere Leute im Lager einen „gestreiften Pyjama”. Am Ende des Films „Der Junge im gestreiften Pyjama” nach dem vielfach ausgezeichneten Buch des irischen Autors John Boyne kriecht Bruno in einem gestreiften Pyjama ins Lager seines Vaters und kommt ums Leben.

„Dieser Film ist sicherlich keine leichte Kost”, sagt schließlich Dr. Martin Kerkhoff, Geschichtslehrer an der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen, und will nach der Filmvorführung in der Aula eine Diskussion anregen. Schweigen, bedrücktes Schweigen sind erste Reaktionen an diesem grauen 9. November, an dem Tag, an dem im ganzen Land mit Gedenkveranstaltungen an die Gräueltaten in der Pogromnacht erinnert wird.

Seit 1993 trägt die Geilenkirchener Gesamtschule den Namen Anita Lichtenstein und erinnert damit an das jüdische Mädchen, das am 1. Oktober 1942 im Alter von neun Jahren mit seiner Familie ums Leben kam. „Deshalb ist diese Gedenkfeier seit Jahren Tradition und Programm unserer Schule”, erklärt Schulleiter Uwe Böken, der alle Klassensprecher und Jahrgangsstufensprecher zur Filmvorführung eingeladen hat.
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