Keine Besserung in Sicht: 26-Jähriger für zehn Monate hinter Gitter

Von: Herbert Keusch
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Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schönig einen 26-jährigen Angeklagten aus dem Selfkant: Vorgeworfen worden wurde ihm von der Staatsanwaltschaft Aachen der Raub eines Fahrzeugs am 23. Februar 2011 auf dem Penny-Markt-Parkplatz in Gangelt.

Die beiden Täter damals waren vermummt, entrissen einer 74-jährigen Frau, die nach ihrem Einkauf in ihr Fahrzeug steigen wollte, den Schlüssel und fuhren mit dem Fahrzeug davon. Zudem hatte Staatsanwalt Lutz Dirksen dem mehrfach einschlägig vorbestraften 26-Jährigen Fahren ohne Fahrerlaubnis mit einem Mofa in drei Fällen und Verstoß gegen die Kennzeichenpflicht vorgeworfen.

„Der Raub war dem Angeklagten nicht nachzuweisen”, begann der Richter die Urteilsbegründung. „Der Angeklagte wirkt in der Verhandlung aber völlig lustlos, ihm scheint alles gleichgültig zu sein, was letztlich dann auch dazu geführt hat, dass die eingeräumte Bewährung nicht weiter aufrecht erhalten werden kann und wir in unserem Urteil nicht über das Einräumen einer Bewährung auch nur nachgedacht haben”, so der Richter. Die Rückfallgeschwindigkeit sei derart atemberaubend, lediglich das Geständnis im Fall des Fahrens ohne Fahrerlaubnis spreche für den Angeklagten.

Die heute 74-jährige Geschädigte sagte in der Hauptverhandlung aus, dass sie beim Raub auf dem Parkplatz keinen der beiden vermummten Täter erkannt habe. Ein 20-jähriger Zeuge hatte beim Vorbeifahren den Vorgang auf dem Parkplatz beobachtet und die Verfolgung des flüchtenden Fahrzeugs in Richtung Hillensberg aufgenommen. „Da kam mir das Fahrzeug wieder entgegen, ich habe keinen der beiden Insassen erkannt, aber mich derart erschrocken, dass ich die Verfolgung aufgegeben habe.”

Am Ende der Beweisaufnahme ging Richter Thomas Schönig noch einmal auf das Verhalten des Angeklagten ein. „Er hat fest vereinbarte Termine beim Bewährungshelfer nicht eingehalten und keine ärztliche Bescheinigung zu seinem Drogen-Verhalten vorgelegt”, ging der Richter ins Detail.

„Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass zwei Täter mit schwarzen Kapuzen das Fahrzeug geraubt haben, was wir dem Angeklagten aber nicht nachweisen können”, begann Staatsanwalt Dirksen sein Plädoyer.

Der Angeklagte habe aber das dreimalige Fahren ohne Fahrerlaubnis eingeräumt. „Er stand unter laufender Bewährung, er gibt hier in der Verhandlung keinen Anlass zur Hoffnung, dass er sich bessert und entzieht sich der Bewährung. Ich fordere eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, wobei er sich aus meiner Sicht verbietet, überhaupt über eine Bewährung nachzudenken.”

Dass es im Anklagepunkt Raub einen Freispruch geben muss, davon ging auch Strafverteidiger Theo Depenau aus. „Das Fahren ohne Fahrerlaubnis hat mein Mandant eingeräumt. Ich bin schon der Meinung, dass eine Freiheitsstrafe auch in diesem Fall durchaus noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann.”
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