Kein Stillstand: Neue Baugebiete geplant

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. In der Stadt Geilenkirchen werden weitere Bauflächen geschaffen. Dies hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung am Donnerstag beschlossen. Vor dem Beschluss entwickelte sich allerdings eine lebhafte Diskussion über den Antrag der Fraktion „Geilenkirchen bewegen! und FDP“, neue Bauflächen in den Stadtteilen Hünshoven, Immendorf und Würm zu entwickeln.

Wie deren Fraktionschef Wilfried Kleinen in dem Antrag erläuterte, hat die Stadt Geilenkirchen im Jahre 2013 mit der Kreissparkasse Heinsberg eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft gegründet. Die Gesellschaft habe in enger Abstimmung mit der Stadt in Hünshoven erfolgreich eine Baufläche für 28 Baugrundstücke entwickelt, alle Grundstücke seien inzwischen an Bauwillige veräußert.

Derzeit würden durch die Gesellschaft Bauflächen in Teveren und Lindern geschaffen. Da es aber in den Stadtteilen Hünshoven, Immendorf und Würm eine rege Nachfrage nach Bauland gebe, beantrage seine Fraktion, Baugrundstücke auch in diesen Stadtteilen zu schaffen. „In den letzten sieben Jahren hat sich nicht viel getan, was die bauliche Entwicklung angeht. Junge Familien bewegen sich auf der Suche nach Baugebieten mittlerweile außerhalb der Stadt. Wenn wir immer weniger Menschen in der Stadt haben, haben wir auch weniger Kunden im Einzelhandel. So stirbt eine Stadt langsam“, sagte Wilhelm Wolff („Geilenkirchen bewegen! und FDP“).

Die Bauanträge nähmen derzeit um 30 Prozent zu. „Und wir haben keine Baugebiete mehr“, monierte er. Lediglich ein profitorientierter Verkauf von Bauflächen an Investoren könne nicht das Ziel der Stadt sein. „Investoren kaufen Land und bebauen es nicht, wir müssen eine Bauverpflichtung einführen. Und wir brauchen eine Entwicklungsperspektive für die Stadt, wir müssen vordenken“, sagte Wolff weiter. „Ich bin entsetzt, dass Baugrundstücke verkauft werden und dann nicht bebaut werden“, erklärte Barbara Slupik (CDU) überrascht.

Anderer Meinung war Jürgen Benden, Fraktionschef der Grünen: „Baugebiete, Baugebiete, Baugebiete. Immer neue Baugebiete. Haben Sie einmal etwas vom demografischen Wandel gehört?“, fragte er. „Kleine Wohneinheiten fehlen, und Wohnraum für diejenigen, die nicht den dicken Geldbeutel haben“, sagte er weiter und forderte eine Bedarfsanalyse und „keine Baugebiete auf Zuruf eines Ortsvorstehers“. In Geilenkirchen gebe es viele Baulücken, die geschlossen werden müssten, alte Wohnbebauung verrotte.

In Teveren und Lindern gebe es 90 Baugrundstücke, man könne sich selbst jetzt nicht mit neuen Baugrundstücken Konkurrenz machen. Dazu meinte Gabi Kals-Deußen, Fraktionsvorsitzende „Für GK!“: „Wir wollen junge Leute im Dorf haben, die wollen aber neu bauen und nicht alt kaufen.“

Alleine in diesem Jahr habe es schon 20 Bauanfragen für Hatterath und Gillrath gegeben, befürwortete auch sie den Antrag. Auch die Bürgerliste sprach sich dafür aus: „Wir müssen uns am Bedarf orientieren“, sagte Helmut Gerads. Technischer Beigeordneter Markus Mönter stellte für die Verwaltung klar: „Es herrscht kein Stillstand. In Lindern und Teveren sind zwei Baugebiete in der Planung. Wir müssen im Zentrum bauen und die Entwicklung der Ortschaften ermöglichen.“

Die Stadt müsse dafür sorgen, dass sie im Rahmen der engen Bedingungen der Landesplanung in allen Ortschaft etwas anbieten kann. Benden dazu. „Wir haben immer schon gesagt, dass wir ein Gesamtkonzept brauchen, ein Konzept für die nächsten Jahre.“

Der Ausschuss beschloss die Entwicklung weiterer Baugebiete. Außerdem soll die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft eine mittelfristige Planung vorlegen.

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