Karl-Heinz Gast erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande

Von: Georg Schmitz
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Karl-Heinz Gast und Ehefrau Loni freuen sich über das Bundesverdienstkreuz, das Landrat Stephan Pusch (r.) dem Linderner kurz zuvor ans Revers geheftet hat. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Name Karl-Heinz Gast ist unausweichlich mit dem Historischen Klassenzimmer in Geilenkirchen verbunden. Doch die Verdienste des 80-Jährigen reichen weit über die Tätigkeit als Gründer und langjähriger Vorsitzender des weithin beachteten Schulmuseums hinaus.

Sein vielfältiges Engagement wurde am Montagabend auf Anregung mehrerer Wegbegleiter und auf Vorschlag von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit dem von Bundespräsident Joachim Gauck verliehenen Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Landrat Stephan Pusch ging in seiner Laudatio auf die Vorschlagsbegründung ein, in der es heißt: „Karl-Heinz Gast engagiert sich seit über 40 Jahren im sportlichen und kulturellen Bereich und hat damit auszeichnungswürdige Verdienste erworben.“ Gast war und ist in der Jugendarbeit, auf sportlicher Ebene, in der Partnerschaft Geilenkirchen-Quimperlé und in weiteren kulturellen Bereichen tätig.

In Aachen hatte er 1961 seine große Liebe Loni kennengelernt, der er noch heute treu verbunden ist. 1965 bewarb er sich auf eine Stellenanzeige für das damalige Amt Brachelen und erhielt eine Zusage. Hier war er an der Wiedergründung der DJK Brachelen beteiligt. Nach der kommunalen Neugliederung 1972 stellte die Stadt Geilenkirchen ihn beim Ordnungsamt ein. Als sich 1974 eine Anstellung beim Kulturamt der Stadt Geilenkirchen bot, griff er zu. Zu dieser Zeit gründete Gast zusammen mit seiner Ehefrau die DJK Lindern-Würm-Beeck und führte sie mit viel Idealismus zu „Ruhm und Ehren“ mit heute 400 Mitgliedern.

Von 1976 bis 1998 hatte er den Vorsitz des DJK-Kreisverbandes Geilenkirchen inne. Karl-Heinz Gast engagiert sich seit 1977 in der Städtepartnerschaft Geilenkirchen-Quimperlé, hier insbesondere mit den Freunden Linderns aus Le Trevoux. Gast war 1980 Mitbegründer des Stadtsportverbandes und hat als einer der Ersten schon erkannt, das Frauensport und Gymnastik angeboten werden müssen.

Ein einschneidendes Erlebnis war 1980 der Abriss des Dachstuhls der Grundschule in Immendorf, wobei viele alte Schulmöbel und –Utensilien vernichtet wurden. So gehörte er 1988 zu den Initiatoren des späteren Schulmuseums, des „Historischen Klassenzimmers“, das sich mit der Bewahrung Geilenkirchener Schulhistorie befasst. 1992 kam es zur Gründung des Vereins „Museum Historisches Klassenzimmer e.V.“, dessen Vorsitzender der in Lindern lebende und in Berlin geborene Gast von 1998 bis 2012 war.

Die wertvolle Sammlung findet weit über die Region hinaus Beachtung. Der heute 180 Mitglieder zählende Verein entwickelte vielfältige Aktivitäten über den reinen Museumsbetrieb hinaus. Seit 2000 arbeitet das Historische Klassenzimmer mit dem Schulmuseum in Palamuse/Estland zusammen. Zahlreiche Besuche von Museumsmitarbeitern trugen zwischenzeitlich zur allgemeinen Förderung der guten Beziehungen zwischen Estland und Deutschland bei. Für die nach dem deutsch-baltischen Mediziner und Zoologen benannte „Karl Ernst von Baer-Stiftung“, der Karl-Heinz Gast als Gründungsmitglied angehört, vermittelte er in den zurückliegenden Jahren viele Kontakte nach Deutschland. In der Stiftung, deren Arbeitsbereich sich zwischenzeitlich auf Russland ausgeweitet hat, ist der Vater von drei Kindern noch heute aktiv. Ende September wird er diesbezüglich nach Kaliningrad fahren.

Karl-Heinz Gast ist auch die Gründung der Kulturinitiative „Oh ! Tannenbaum“ zu verdanken, die sich mit Brauchtum und Geschichte, besonders mit der Historie von Lindern, beschäftigt. Der Auflistung der zahlreichen Verdienste ließ Landrat Stephan Pusch ein paar persönliche Worte folgen. „Die Auszeichnung, die Sie heute erhalten, ist ein Symbol des Dankes der Gesellschaft“, sagte Pusch, bevor er Karl-Heinz Gast das Verdienstkreuz ans Revers heftete. Nachdem noch einige Wegbegleiter die Arbeit von Gast gewürdigt hatten und der Ausgezeichnete in seiner unnachahmlichen Art auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt hatte, endete der Abend im Haus Basten mit einem geselligen Umtrunk.

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