Geilenkirchen - Kabarettistenprogramm: Besinnlich, aber kaum weihnachtlich

Kabarettistenprogramm: Besinnlich, aber kaum weihnachtlich

Von: Stefan Reiners
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Welch ein Spektakel: Kabarettist Jochen Malmsheimer wird bei seiner Darbietung musikalisch von „Herr Rössler und sein Tiffany Ensemble“ unterstützt. Foto: Stefan Reiners

Geilenkirchen. Da hatte die Volkshochschule Heinsberg in der Realschule Geilenkirchen mal einen besonderen vorweihnachtlichen Leckerbissen parat gehalten. Sie präsentierte den durch „Neues aus der Anstalt“ vom Fernsehen her bekannten Kabarettisten Jochen Malmsheimer.

Er wurde musikalisch unterstützt von „Herrn Rössler und seinem Tiffany Ensemble“ mit dem gemeinsamen Programm „Jauchzet, frohlocket“.

Zwar sollte das Programm durchaus dafür sorgen, „dass man gestärkt in die Feiertage gehe und allenthalben Freude sei und den Menschen ein Wohlgefallen“ – wer aber kirchliche oder meditative Texte und Musik erwartete, wäre hier gänzlich falsch gewesen, hatte sich Jochen Malmsheimer doch schon nach seiner eigenen Ankündigung vorgenommen, in seinen Wortbeiträgen „dem Knusperhäuschen ein wenig den Zuckerguss abzuknibbeln und die weltlichen Aspekte dieses deutschesten aller Zentralfeste ein wenig heraus zu modellieren“.

Überraschender Gefühlsausbruch

Das tat er auch. Und zwar in seiner unnachahmlichen und gewaltigen Art und Weise, garniert mit dem ein oder anderen überraschenden Gefühlsausbruch, der manchen Zuhörer deutlich zusammenzucken oder gar einen Satz auf dem Stuhl vollführen ließ, wenn der Moderator sich aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen rechtschaffen über „Waldorf-Eltern“ oder „Öcher Printen“ echauffierte. Besinnlich ging es bei dem in mehrere Abschnitte unterteilten Vortrag über die (Vor-)Weihnachtszeit, der sich an den „drei B´s“ (Baumbeschaffung, Backen, Basteln) entlanghangelte, eher nicht zu. „Ich hab wieder Puls“, stellte Malmsheimer zwischenzeitlich beiläufig fest, was allerdings niemanden wirklich überrascht haben dürfte.

Dem Publikum erging es indes ähnlich, wenn auch vor Lachen, statt vor Aufregung. Nicht weniger fesselnd waren die musikalischen Einlagen des aus zwei Violinen (Rosalind und Zoltan Oppelcz), einem Cello (Insa Schirmer), einem Kontrabass (Paul G. Ulrich) und natürlich dem Pianisten und Arrangeur Uwe Rössler bestehenden „Tiffany Ensembles“.

Das begann mit den ausgesprochen humoristisch verpackten Einleitungen und Erläuterungen des „Herrn Rössler“ und setzte sich auch in den abwechslungsreichen und technisch äußerst versiert vorgetragenen Instrumentalstücken fort. Auch hier sprang mehr als einer der Zuschauer von seinem Sitz auf, als der geradezu in Rage spielende, leicht betagte Pianist mit einem Mal von der Bank fiel, weil bei seinem in atemberaubenden Tempo vorgetragenen und über die gesamte Tastatur laufenden Solopart plötzlich das Klavier zu Ende war.

Derlei Einlagen gab es des Öfteren, was aber keineswegs von der hervorragenden Musik, die von Mozart, Chopin und Tschaikowsky über swingende Weihnachtslieder und das „Miss Marple Thema“ bis hin zur „Biene Maja“ reichte, die als lautstark geforderte Zugabe gegeben wurde.

„Dieser Eintritt hat sich mal wirklich gelohnt“, ließ sich auch aus dem Publikum einstimmig vernehmen. Jochen Malmsheimer verabschiedete sich mit dem alten irischen Gruß: „Möge der Wind in Eurem Rücken nicht der eigene sein.“

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