Justitias wachsames Auge vor Ort

Von: Georg Schmitz
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Hanno Gläsker widmet sich der Strafverfolgung in den Kommunen Gangelt, Geilenkirchen und Ubach-Palenberg. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Aachen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat am Mittwoch mit dem „Staatsanwalt für den Ort” ein neues Projekt vorgestellt. Leitende Oberstaatsanwältin Elisabeth Auchter-Mainz präsentierte im Aachener Justizzentrum die für die Bezirke Alsdorf, Jülich, Geilenkirchen und Heinsberg zuständigen Staatsanwälte.

Dazu gehört auch Hanno Gläsker, der sich der Strafverfolgung in den Kommunen Gangelt, Geilenkirchen und Übach-Palenberg widmen wird. „Derzeit sind die Zuständigkeiten der Staatsanwälte vom Buchstaben der Nachnamen abhängig”, erklärt Oberstaatsanwältin Heike Fuchs. Bei dem bereits in Köln erfolgreich etablierten System „Staatsanwalt für den Ort” wird der Wohnort in den Vordergrund gerückt.

„Der Staatsanwalt kann sich auf seinen Bezirk konzentrieren und wird die Strukturen vor Ort kennenlernen”, nennt Fuchs einen entscheidenden Vorteil. Dadurch könnten Umfeld wie auch Sachverhalte besser bewertet und Schlüsse daraus gezogen werden. Dies führe zudem sicherlich zur Beschleunigung von Verfahren.

„Der Staatsanwalt verschafft sich einen Überblick über seinen Bezirk und kann dann im Jugendbereich entsprechend vorbeugend arbeiten”, sieht Fuchs einen weiteren positiven Aspekt. Bei dem am 1. Januar 2010 begonnenen Projekt gelte es nun, Erfahrungen zu sammeln, wobei eventuell auch eine Vernetzung der Staatsanwälte hilfreich sein könne.

Staatsanwalt Hanno Gläsker und sein für den Raum Heinsberg zuständiger Kollege Bernd Drews haben sich in ihrem Bezirk bereits umgeschaut. Nach seiner Vorstellung im Justizzentrum machte sich Gläsker Mittwochnachmittag wieder auf den Weg nach Geilenkirchen, wo er sich mit Stadtjugendpfleger Willi Palmen traf. „Wir stehen auch in Kontakt mit den Schulen”, sagt Hanno Gläsker, denn hier könne man ansetzen. Es sei oft so, dass sich an manchen Schulen Gruppen von Schülern zusammenrotten würden.

Diese Gruppenbildung führe im Verlauf manchmal zu Auseinandersetzungen wie auch zu kriminellen Handlungen. „Hier ist es wichtig, prophylaktisch tätig zu werden”, sieht der Staatsanwalt ein Ziel. Von den Schulen habe er schon Rückmeldungen, die dem Projekt „Staatsanwalt für den Ort” positiv gegenüber stünden.

Die Hauptarbeit werde naturgemäß weiterhin von seinem Schreibtisch in Aachen geleistet, jedoch werde er verstärkt vor Ort tätig werden. Gläsker war bekannt, dass viele Jugendliche perspektivlos durch den Alltag gehen, keine Arbeit haben und einfach nur abhängen. Dann sei die Gefahr gegeben, dass sie zum Intensivtäter würden. Deshalb gelte es vorher die Weichen zu stellen.
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