„Junges Podium“: Schönes auf Cello, Violine und Kontrabass

Von: Christina Kolodzey
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Bot das Stück „Der Schwan“ von C. Saint-Saens dar: Schülerin Isabelle Badziong (Violoncello) in Begleitung von Lehrerin Olga Kreimer (Klavier). Foto: C. Kolodzey

Geilenkirchen. Der deutschlandweite „Tag der Musik“ war der passende Anlass für das Gemeinschaftskonzert „Junges Podium“ von der Musikschule Geilenkirchen und dem Gymnasium St. Ursula. Thomas Kamphausen führte durch das Programm und stellte die Schüler des gemeinsamen Streicherprojekts vor, die im letzten August an ihren Instrumenten begonnen hatten.

Die Leitung des Projekts oblag ihm sowie K. Gastecka, A. Heesen, M. Mandari und L. Schmidt, die ihre Schüler teils mit Violine und Cello in der Aula begleiteten, ebenso wie O. Kreimer und E. Tow am Klavier, während Kamphausen das Dirigieren übernahm.

Das erste Stück „Action Movie“ spielten die Schüler auf zwei „leeren“ Violin-Saiten noch ohne Greifen der Finger, nur mit dem Bogen. Die nächsten Stücke „Am Meer“ und „Dangerous Moments“ von T. Kamphausen verlangten größere Fingerfertigkeit, bis die Anforderungen bei „Spy Movie“ von K. /D. Blackwell und „Hot Strings“ von G. Köppen immer höher wurden. Hier zeigten die Kinder, dass sie schon prima mit der Geige umgehen können und es ihnen obendrein Spaß macht – was die Besucher mit anerkennendem Beifall belohnten.

Ob der Tango in Finnland so beliebt ist, weil seine Wehmütigkeit der Melancholie der kurzen Tage des finnischen Winters ähnlich ist? Jedenfalls wurde der „Tango-Cocktail“ von U. Mononen/C. Gardel einfühlsam von Elena Gerads und Leonie Hoppe auf Violinen vorgetragen und dazu von sechs Finnen – allesamt Mitglieder der Familie Konti – begleitet: Enni, Lisli und Saara an Violinen, Kalle am Schlagzeug, Mama Sinnika am Klavier und Papa Matti am Kontrabass.

„Vivaldi war Lehrer an einem Mädchenpensionat und hat viele Stücke für seine Schülerinnen geschrieben“, verriet Kamphausen, „eins davon ist das Violinkonzert A-Moll.“ Mit viel Talent brachte Luisa Merkelbach die Melodie zu Gehör. Anschließend boten Alexander Steinbrecher mit „In der Telemark“ von M. Linnemann und Sara Derichs mit „Happy Strings“ von M. Linnemann sowie „Yesterday“ von J. Lennon/P. McCartney, klangschön einen Einblick in die Vielfalt des Gitarrenspiels.

Das türkische Volkslied „Al Mendili“ bot danach Zeynep Erturul locker auf dem Klavier dar, gefolgt von Ruben Crespo mit dem klassisch angehauchten „Allegretto“ von M. Carcassi mit seiner Gitarre.

Isabelle Badziong bezauberte das Publikum mit „Der Schwan“ von C. Saint-Saëns auf dem Cello. Felix Collison untermalte die schöne Atmosphäre im Saal mit seinem Klavierspiel „Sleepy Sunday“ von H. G. Neumann. Auch der sogenannte Schummelkanon wurde gespielt. T. Großmann hat ihn für drei Kontrabässe geschrieben, doch Lukas Liesenberg trug ihn alleine vor.

Mit russischen Komponisten ging es weiter: Patrik Weizel auf der Violine und Judith Evertz am Klavier wussten mit A. Komarowskis „Etüde C-Dur“ zu gefallen, während Margaux Marggraf am Klavier und Jessica Backes an der Querflöte mit P. I. Tschaikowskys „Barcarolle“ und der wiegenden Bewegung der Melodie an das Schaukeln von Gondeln erinnerten. Sanft beeindruckte mit „Allegro A-Moll“ von I. Pleyel auch Elena Stamm mit ihrer Violine. In G. Puccinis „O mio babbino caro“ gestand Margaux Marggraf sodann mit sanfter, engelsgleicher Stimme ihrem Vater die Liebe zu ihrem Freund.

Flotte Rhythmen verarbeitete W. A. Mozart im „Türkischen Marsch“, den Charlotte von Wrede spielte. Dass sie ein eingespieltes Team sind, bewiesen Vater und Sohn Frank und Jannik Heyerhoff bravourös mit Klavier und Violine in A. Vivaldis „Violinkonzert G-Dur“, und ebenso pächtig harmonierten Mutter und Sohn Birgit und Jakob Hanhoff mit Cello und Violine im „Adagio Cantabile und Menuett“ von J. Haydn und Vater und Tochter Matthias und Senta Kreimer an Klavier und Violine in Vivaldis „Violinkonzert A-Moll.

Margaux Marggraf und Marion Meyers verführten im „Duett der Lisa und Pauline“ von P. I. Tschaikowsky die Zuhörer ins Land der Träume, ehe Pia und Senta Kreimer mit „Nothing else matters“ von J. Herfield/L. Ulrich sie rasant mit Cello und Violine in die Wirklichkeit zurückholten.

Mit einem „Menuett“ von J. S. Bach, sensibel auf Violinen gespielt von Janina und Jannik Heyerhoff, Senta Kreimer, Annika Roes, Anna Stassen und Patrik Weizel sollte es dann in die Sommerpause gehen, doch Michael Seeling, Vorsitzender der Musikschule, überraschte Thomas Kamphausen mit Blumen und einem Album mit Zeitungsausschnitten seines 13-jährigen Wirkens an der Musikschule. Er würdigte seine Initititive zum gemeinsamen Streicherprojekt, dankte für die Übernahme der Position des stellvertretenden Vorsitzenden und bedauerte, dass dieses Konzert letztmalig unter seiner Leitung stattfinde. Zum Abschluss gab es einen stürmischen und langen Applaus.

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