„Junger Tanz im Dialog“ setzt sich mit Leben und Tod auseinander

Von: Markus Bienwald
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Der künstlerische Leiter Yorgs Theororidis, Regisseur Michael Zier und die beiden Darsteller Mats Süthoff und Clara Gohmert (v.l.) standen nach der Aufführung Rede und Antwort.
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Unterm Strich war es ein mehr als nur beeindruckendes Erlebnis, dass die CMG-Schüler im Pädagogischen Zentrum hatten. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Es ging schon ans Eingemachte, das Gastspiel von „Junger Tanz im Dialog“ im Pädagogischen Zentrum (PZ). Gemeint ist damit aber nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Tod im Stück „Am Strand des Styx“, sondern auch der tiefe Blick hinter die Kulissen einer solchen Produktion, den die Schüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) genossen.

So bot sich ihnen die einmalige Gelegenheit, die Macher und Protagonisten, ihre Beweggründe und Ideen hinter dem intensiven, ein wenig düsteren und doch lebendig umgesetzten Thema kennenzulernen. Auf der Bühne ging es um das Ableben, den Tod, den Moment, in dem der letzte Atem den Körper verlässt. Dass Leben endlich ist, und zwar für jeden, wurde hier thematisiert. Dass jedes Individuum im Leben Spuren hinterlässt, dass es sich mal mehr, mal weniger, mal emotionaler, mal weniger gefühlsbetont Gedanken macht um das, was nach dem Leben kommt, war auch dabei. Dass den beiden Akteuren Clara Gohmert und Mats Süthoff dabei eine wundervolle Melange aus Zitaten, dem ewigen Kreislauf von Leben und Tod, expressivem Tanz und explosivem Spiel gelang, war den gut 300 Gästen viel Applaus wert.

Was aber alles in dieser Produktion des „Armada Theaters“, einer freien Theatergruppe aus Essen steckt, das wurde erst hinterher so richtig deutlich. Bei der Frage, wie sie auf das Thema Tod gekommen sind, ließ Regisseur Michael Zier durchblicken, wie sehr Leben und Tod miteinander verwoben seien. „Bei der Arbeit sind wir immer mehr auf das Thema Leben gekommen“, das gehöre wohl dazu, so der Regisseur. Schauspielerin Clara Gohmert gab zu, über die Arbeit am Stück nun mit Menschen, die sie längst zu kennen glaubte, ganz neue Perspektiven besprechen zu können. „Man hat auf einmal einen ganz anderen Kontakt bekommen“, sagte sie. Und während manche Schüler sich in der Fragerunde direkt nach der Aufführung ihrer Art des Lobes Ausdruck verliehen – O-Ton: „Props für die Schauspieler“ – ging es für Darsteller Mats Süthoff noch ein wenig weiter. „Wir sind drei junge Leute, was wissen wir schon vom Tod“, sinnierte er offen.

Und als manche der Schüler offen zugaben, mit der durchaus abstrakten Art und Weise, den Tod über die Geschehnisse rund um den Moment des tatsächlichen Sterbens thematisch auf die Bühne zu bringen, ihre Probleme zu haben, war das für ihn kein Problem. „Wir können Euch ja nichts Fertiges vorsetzen, und ihr müsst das dann essen“, so Süthoff. Vielmehr lege es im Wesen der Kunst, keinen generellen Erklärungsansatz mitzuliefern, was auch der künstlerische Leiter von „Junger Tanz im Dialog“, Yorgos Theodoridis, betonte.

Mit der Wahl der Ausdrucksform in Wort und Tanz ging natürlich auch das Bühnenbild einher, erläuterten die Theaterleute. So war der ausgestopfte Fuchs als Symbol des Versuchs, Dinge über das Ende des natürlichen Lebens hinaus zu konservieren, ein wichtiger Faktor bei der Zusammenstellung des Schauspiels. Als Gegenpol konnten die Schüler den Teller mit frischem Obst identifizieren, der ab dem Moment des Pflückens zunehmend weniger frisch seinem unweigerlichen Zerfall ausgesetzt war.

Unterm Strich war es ein mehr als nur beeindruckendes Erlebnis, dass die CMG-Schüler im Pädagogischen Zentrum hatten. „Wir freuen uns, dass wir dabei sind“, so Lehrerin Sandra Terodde. Die Schüler hätten so ganz neue Dinge sehen können, die sie vorher vielleicht noch nicht so wahrgenommen hatten. Und damit hatte sie ganz bestimmt Recht.

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