Geilenkirchen - Junger Komponist: Maximilian Hagen beim Landeswettbewerb

Junger Komponist: Maximilian Hagen beim Landeswettbewerb

Von: Renate Kolodzey
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Klavierunterricht an der Musikschule: Maximilian Hagen aus Birgden mit seiner Musiklehrerin Ekaterina Vorrat.

Geilenkirchen. Der 31. Januar war ein großer Tag für Maximilian Hagen aus Birgden, denn er errang mit seinem Klavierspiel in Dortmund den 3. Preis im Landeswettbewerb „Jugend jazzt“. „Damals war ich erst zwölf Jahre alt, inzwischen bin ich dreizehn“, erzählt er.

Er habe zum ersten Mal bei diesem Wettbewerb mitgemacht, fährt er fort, und zwei Stücke vorspielen müssen. Eins davon wurde von einer Rhythmusgruppe begleitet, mit Schlagzeug und Kontrabass. „Das habe ich selbst komponiert – es heißt ‚The Dream of Fantasy‘“, erklärt er. Die Einleitung dieses Titels habe er verträumt gestaltet, doch dann folge ein flotter Blues, beschreibt er sein Werk. Das zweite Stück hieß „Weekend“ von Lisak, ein schneller Jazz. „Hierfür habe ich fünf Monate geübt“, erinnert er sich, „und den 3. Platz habe ich mir mit einem 21-Jährigen geteilt. Als Preis gab es eine Urkunde und 25 Euro.“

Seit rund drei Jahren nimmt Max Unterricht bei Ekaterina Vorrat in der Musikschule Geilenkirchen. Die aus Russland stammende studierte Konzertpianistin und Klavierlehrerin hat ihre Ausbildung in Nowosibirsk in Sibirien absolviert, wo sie auch geboren wurde. Seit über 25 Jahren lebt sie in Deutschland, zur Zeit in Geilenkirchen. Max und sie kommen gut miteinander klar – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg.

Vorrat erkannte früh das Talent ihres Schülers und motivierte ihn, sich dem Wettbewerb zu stellen. „Es gehört viel Mut dazu, mit zwölf Jahren auf die Bühne zu gehen, vor großem Publikum zu spielen und mit teils viel älteren zu konkurrieren“, lobt sie ihren Schützling.

Max traute sich, doch sein Vater, selbst Musiklehrer in der Ratheimer Realschule, stand der Sache anfangs skeptisch gegenüber, fand den Aufwand zu groß, bis nach Dortmund zu fahren. Max musste ihn überreden, erzählt er. „Jetzt ist Papa stolz, dass ich das geschafft habe“, freut sich der Preisträger, „und er sagt sogar, dass ich das nächstes Jahr wieder machen soll, wenn es stattfindet!“

Es läge nahe, dass der junge Mann, der die siebte Klasse des St. Ursula Gymnasiums besucht, seine Zukunft im Musikstudium sieht, doch weit gefehlt: Er möchte Englisch- und Politiklehrer werden. „Die Musik soll Hobby bleiben“, betont er. Geliebt habe er sie immer schon: „Als ich gerade laufen konnte, habe ich schon auf dem Flügel meiner Eltern herum- geklimpert, jetzt besitze ich ein E-Piano. Seit sechs Jahren habe ich Unterricht. Außerdem spiele ich noch Posaune und Schlagzeug“, erzählt er begeistert.

Das Schlagzeugspielen habe er sich selbst beigebracht, es mache ihm Riesenspaß. „Ich liebe Musik – so, wie andere für Fußball leben, lebe ich für Musik!“, lacht der junge Künstler. Zu Hause sei jetzt sein Homestudio fertig, so dass er mit dem Computer und Programmen Musik selbst aufnehmen könne. Er komponiere leidenschaftlich gerne, sagt er.

Der Musikunterricht in der Schule behagt Max jedoch gar nicht: „Mich interessiert überhaupt nicht der Lebenslauf von Mendelssohn Bartholdy oder wie viele Kinder er hatte“, stöhnt er. Den Unterricht seiner Klavierlehrerin dagegen findet er super: „Sie hat viel Geduld mit mir, und ich darf mir die Stücke größtenteils selbst aussuchen. Meist wähle ich Jazz!“

Vorrat wirft ein, er solle eigentlich mehr Klassik spielen, weil das die Grundlagen seien. „Doch selbst, wenn er Klassik spielt, haucht er es jazzig an!“, schmunzelt sie, „aber wir haben einen Kompromiss geschlossen: halb und halb. Außerdem – ich mag ihn!“, bemerkt sie augenzwinkernd. „Und ich mag Frau Vorrat“, bekräftigt Max ohne Zögern und mit einem strahlenden Lächeln.

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