Junger Chor Hünshoven: Falk stimmt die Sänger ein

Von: Renate Kolodzey
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Äußerst schwungvoll: Komponist Dieter Falk dirigiert den Jungen Chor Hünshoven bei der Probe. Foto: Kolodzey

Geilenkirchen. „Hier ist der richtige Ort zum Üben – ein Altenheim! Der Auftritt in Düsseldorf wird ja heißen ‚Forever Young‘!“, sagte der 56-jährige Komponist, Pianist und Produzent Dieter Falk über sein Konzert, das übersetzt „Für immer jung“ heißt; der Originaltext stammt von der Band Alphaville.

Aus Düsseldorf war er angereist, um mit dem Jungen Chor Hünshoven im Franziskusheim für die Feier zum 70. Geburtstag von Nordrhein-Westfalen zu proben, die in der Landeshauptstadt am 26. August ab 20 Uhr stattfindet und von ihm organisiert wird.

Doch wie kam es, dass einer der bekannteren Musikproduzenten Deutschlands ein Auge auf Maria Slagbooms Vokalensemble geworfen hatte? Falk hat unter anderem Hits für Pur, Karel Gott und Paul Young produziert, 50 Platin- und Goldschallplatten eingeheimst, saß in der Jury von „Popstars“ und lehrte als Gastprofessor an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.

Slagboom, die seit 24 Jahren den Chor leitet, erläuterte: „Als wir 2016 das Pop-Oratorium ‚Die 10 Gebote‘ aufgeführt haben, das von Falk komponiert wurde, war er bei einer Probe dabei, und er war erstaunt, dass in einem Kirchenchor solche Talente sind. Er hat uns spontan gefragt, ob wir bei der NRW-Geburtstagsshow mitmachen wollen – wir haben zugesagt. Wir werden als Chor im Hintergrund auf der Hauptbühne stehen, um die Profis zu unterstützen. Wir sind schon richtig aufgeregt.“

Bärbel Windelen, Pressereferentin und 2. Vorsitzende des Chores, fügte hinzu: „Ein Plus unseres Chores ist die große Bandbreite der Altersstruktur. Unsere Sänger sind 14 bis 65 Jahre.“ Theo Boomers, 1. Vorsitzender, sagte noch: „Wir haben 65 Mitglieder – davon 20 Männer.“

Falk machte bei der Probe zunächst Stimmübungen zum Aufwärmen mit dem Chor, die er teils am Klavier begleitete. Vor dem Singen des ersten Titels „Forever Young“ beschrieb er den Ablauf der Show: Zu Beginn werde ein Tanz aufgeführt, dann die Ouvertüre Rheinische Sinfonie, die er umarrangiert habe, anschließend die Lieder „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ (Dorthe) sowie „Das Model“ (Kraftwerk).

„Und dann kommt ihr mit ‚Forever Young‘!“, sagte er und gab den Startschuss. Lebhaft erklangen jetzt die ausdrucksstarken Stimmen des Chores unter seinem Dirigat durch den Saal. Schon jetzt war er fasziniert: „Ihr singt einfach klasse“

Anschließend ging Falk auf die Feinheiten ein: „Im Anschluss kommt das Synthesizer-Solo, und anschließend dürfen alle Leute mitsingen. Ihr tragt die Refrains vor, wobei die Klippe der Tonartwechsel von B-Dur nach C-Dur ist.“ Beim darauf folgenden Rap „Wir in NRW“, der von Duo interpretiert wird, wies er darauf hin, dass das „W“ einen Akzent bekäme.

Mit „Azurro“ ging es weiter, hier musste der Chor teils summen, teils klatschen. „Aber nur ‚Showklatschen‘“, schärfte er den Mitwirkenden ein, „es darf nicht zu laut klingen – aber ihr seid ja Profis.“

Das „Steigerlied“ (Reinhard Geisler) war nun an der Reihe, und der Tonkünstler hatte zum Erstaunen aller eine Grubenlampe mitgebracht, die er auf das Klavier stellte. Die Tenöre des Chores mussten separat singen, der Alt ebenso.

„Bochum“ (Herbert Grönemeyer), „Superjeile Zick“ (Brings) sowie „An Tagen wie diesen“ (Die Toten Hosen) folgten, und Falk verstand es, die Stimmung anzuheizen, indem er äußerst lebendig mit vollstem Körpereinsatz dirigierte und sich auch mal auf einen Stuhl stellte.

Am Schluss war er restlos begeistert: „Ihr macht das alles so super – singt mit Euphorie und Enthusiasmus, richtig mit ‚Schmackes‘“. Falk freute sich sichtlich auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Zum Abschied kündigte er verschmitzt an: „Die Landesmama und der Landespapa werden Grußworte ausrichten.“

Auch bei den Chormitgliedern herrscht große Vorfreude auf Düsseldorf, so frohlockte Emanuel von Heel (24): „Das wird eine Supererfahrung. Wir fiebern der Show ‚einstimmig‘ entgegen.“ Und Jacqueline Kollosch (19) sagte: „Es ist eine Ehre, dass uns Dieter Falk eingeladen hat, und mit so vielen Mitwirkenden auf der Bühne wird das toll.“

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