„Jungen Chor Hünshoven“: Mit Kompositionen Menschen berühren

Von: Markus Bienwald
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Ein riesiger Chor und ein einmaliges Singerlebnis standen am Ende des abschließenden Gottesdienstes beim Sing-Workshop mit Gregor Linßen auf dem Programm. Foto: Theo Boomers

Geilenkirchen. Es war schon so etwas wie Erleichterung zu spüren, als beim jüngsten Samstagsgottesdienst in der Kirche St. Johann Baptist in Hünshoven der letzte Ton gesungen war. Doch gleichzeitig spürte man bei den Akteuren des „Jungen Chors Hünshoven“ auch viel Stolz auf das Geleistete, denn dieser Gottesdienst war sicherlich ganz anders als andere.

Dazu trug vor allem die Anwesenheit des in Neuss lebenden Komponisten Gregor Linßen bei. Er ist bekannt für seine Liedkompositionen und Messen aus dem Bereich „Neues Geistliches Lied“, die als moderne, deutschsprachige Kirchengesänge Einzug ins neue Gesangbuch der Katholischen Kirche gefunden haben.

Die Chormitglieder in Hünshoven durften nun auf Initiative von Leiterin Maria Slagboom einen ganzen Tag lang aus dem reichen Erfahrungsschatz des Kirchenmusikprofis schöpfen. „Dass Gregor Linßen unserer Einladung zum Workshop gefolgt ist, freut mich ganz besonders“, sagt Maria Slagboom. Sie war, wie auch die weiteren Chormitglieder, vom Fleck weg begeistert von seiner ansteckenden Art und Weise, von seiner Motivation zum Komponieren, die auch bei den Workshopinhalten nicht zu kurz kam.

„Vor allem das von Linßen geprägte perkussive Singen, das Singen mit rhythmischer Aussprache, war bemerkenswert und macht es dem Chor möglich, seinen Liedern noch mehr Charakter und Aussagekraft zu verleihen“, so Slagboom. Die Leidenschaft, mit der Gregor Linßen zu Werke ging, ließ sich leicht auch schon an der wie im Flug verstrichenen Zeit ablesen. „Wir haben ein wirklich enges Programm“, gab Slagboom zu, doch Wehklagen aus der Sängerschaft war keineswegs zu hören.

„Ein besonderes Erlebnis war es, die musikalische Intention des Komponisten aus erster Hand zu erfahren“, sagte beispielsweise Sänger Volker Stentenbach. „Besonders gefallen haben mir die neuen Lieder, die wir einstudiert haben, und das Singen in einem so großen Chor“, sagte die 14-jährige Annika Roes. Und Bernd Godemann, Kantor an St. Marien, freute sich, mit Gregor Linßen einen der profiliertesten Vertreter neuer geistlicher Musik in Deutschland vor Ort zu erleben. „Er schafft es, mit seinen Kompositionen die Menschen wirklich zu berühren“, schließt Godemann.

Die Arbeit mit dem 1966 geborenen Komponisten, Texter und freien Tonmeister sorgte auch bei der erfahrenen Chorleiterin für neue Erlebnisse. „Faszinierend war für mich, zu erleben, wie ein Lied, das wir als getragen gesungen kennen, sich nach der Probe mit Gregor Linßen in ein rhythmisches Lied mit lateinamerikanisch unterlegtem Rhythmus verwandelte“, berichtet sie.

Dass die Zeit am Ende trotz der hohen Intensität der Probenarbeiten und der teils durchgesungenen Mittagspause zu knapp war, um das erprobte Repertoire zur Perfektion zu bringen, war aber kein wirklicher Mangel. „Der Probentag war für alle sehr anstrengend, dennoch waren überwiegend zufriedene Chorsänger auszumachen“, erklärt Maria Slagboom.

Und mit „ihrem“ Jungen Chor Hünshoven würde sie sich sehr über eine Wiederholung dieser gelungenen Fortbildung freuen, was natürlich auch für die begeisterten Gottesdienstbesucher galt. Denn ihnen wurde so am Ende eines arbeitsreichen Tages ein magischer Musikgenuss in der wunderschönen Kirche in Hünshoven ermöglicht.

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