Junge Union sichert Behindertenbeauftragten Unterstützung zu

Von: Renate Kolodzey
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Heinz Pütz, Behindertenbeauftragter der Stadt Geilenkirchen (3.v.l.), im Gespräch mit Mitgliedern der Jungen Union und ihrem Vorsitzenden Lars Speuser (2.v.l.). Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. Heinz Pütz, der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, wünscht sich einen barrierefreien Zugang zur Kirche und zum Bahnhof. Bei einem informativen Austausch sicherte ihm der Vorsitzende der Jungen Union, Lars Speuser, dabei Unterstützung zu. Bei dem Treffen ging es aber auch um besseren Zugang zu den Bahnhöfen in Lindern und Geilenkirchen.

Ein Thema, dass Pütz enorm wichtig ist, sind die nicht barrierefreien Bahnhöfe in Geilenkirchen und Lindern auf der Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach und Aachen. Demnächst wolle die Bahn auf der Strecke neue Züge einsetzen, und hierfür müssten die Bahnsteige angepasst werden, sonst könnten die Züge nicht halten.

Bei Besprechungen von Bahnvertretern mit den Kommunen, die auf diesem Abschnitt liegen, habe Pütz das Thema angesprochen. Schade findet er, dass er zwar Rückhalt in der Geilenkirchener Verwaltung und bei einigen Politikern habe, doch ansonsten mit seinen Vorschlägen ziemlich allein dastehe. „Wenn wir das jetzt im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen der Bahn nicht schaffen, wird es weitere 50 Jahre dauern, bis sich da etwas tut“, gab er zu bedenken.

Für die „Junge Union“ sicherte deren Vorsitzender, Lars Speuser, seine Unterstützung zu: „Wir bemühen uns, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.“

Ein weiteres Anliegen brannte Pütz unter den Nägeln: Das landesweite Modellprojekt „1000 Außenarbeitsplätze für Behinderte“. Hierbei können Menschen aus Werkstätten für Behinderte in den freien Arbeitsmarkt hineinschnuppern, bleiben aber über die Werkstatt versichert und werden auch von ihr bezahlt. So können sie prüfen, ob der Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für sie möglich ist. Er habe sich an Bürgermeister Georg Schmitz gewandt, doch als Antwort erhalten, dies sei bei der Stadt nicht durchzusetzen.

Daher werde er nun einen fraktionsübergreifenden Antrag im Rat auf Umsetzung dieses Programms im Rahmen der Verhältnismäßigkeit im öffentlichen Dienst einbringen.

Noch viele weitere Ideen für Geilenkirchen trug der Referent vor: Es bestehe großer Bedarf an barrierefreiem Wohnraum, und in vielen Schulen seien barrierefreie Zugänge nötig. Beim Neubau des Schwimmbades müsse für Gehörlose für den Fall eines Brandes ein optisches Signal eingeplant werden; auf dem Parkplatz der Alten Poststraße sei die zu schwache Markierung zu verstärken, und im St.-Elisabeth-Krankenhaus müsse ein Leitsystem für Sinnesbehinderte auf den Weg gebracht werden.

Positiv sei, dass zukünftig bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz Behindertentoiletten bereitgestellt würden und die Ampelanlage auf dem Theodor-Heuss-Ring barrierefrei gestaltet sei, allerdings müsse sie nach Aussage von Betroffenen akustisch verstärkt werden.

Auf Nachfrage informierte Pütz die jungen Politiker auch darüber, dass es in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt weder einen Zugang für Rollstuhlfahrer gäbe noch eine Möglichkeit, an die Kommunionbank zu kommen. Obwohl er bereits in der Frühphase des Umbaus auf die Möglichkeit hingewiesen habe, eine automatische Türe im Seitenbereich einzubauen, seien seine Anregungen nicht berücksichtigt worden.

In einem Gespräch mit Pfarrer Peter Frisch habe dieser ihm erklärt, dass Rollstuhlfahrer an die Türe klopfen könnten, dann wäre man ihnen behilflich. Dies widerspricht nach Ansicht von Pütz der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 zur Gleichbehandlung behinderter Menschen und deren Recht auf selbstbestimmtes Leben und stelle eine Menschenrechtsverletzung dar. Er hoffe auf einen Sinneswandel von Pfarrer Frisch und dessen Gremien.

Die Mitglieder der Jungen Union dankten Pütz und versprachen, ihn zu unterstützen. In zwei Wochen hätten sie ein Treffen mit dem Bürgermeister und würden einzelne Themen ansprechen.

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